AirBnB & Co. weiter ungebremst

Foto des Hauses Am Kohlmarkt 6
Am Kohlmarkt 6. Hier werden bis zu 14 Wohnungen touristisch vermietet.


Wo bleiben die strengeren Regelungen für Kurzzeitvermieter wie AirBnB & Co? Wir machen Druck und fordern ein Ende des Wohnraubs. 


Sie hätten vor den Sommerferien kommen sollen und wurden von der SPÖ mehrfach angekündigt: Strengere Regelungen für Kurzzeitvermieter. Die Tourismussaison ist im vollen Gang, leider blieb die Stadtregierung bisher eine Beschränkung von Kurzzeitvermietung schuldig.

Eine EU-Verordnung sieht vor, dass jede Unterkunft eine Registrierungsnummer erhält, die bei Inseraten auf Online-Plattformen anzugeben ist. AirBnB, booking.com & Co. müssen im Gegenzug monatlich Buchungsdaten an die zuständigen Behörden übermitteln.

Das Register würde den Behörden einen Abgleich zwischen bewilligten und auf Plattformen angebotenen Unterkünften ermöglichen. Der Beschluss der Verordnung am 19. Mai 2024 liegt bereits lang zurück. Trotz Ankündigungen durch Bürgermeister Ludwig im April und Juni dieses Jahres hat Wien die Verordnung bisher nicht umgesetzt.

„Das Register ist ein wirksames Mittel gegen illegale Kurzzeitvermietung. Hunderte Schlüsselkästen im öffentlichen Raum und eine hohe Zahl an Angeboten bei gleichzeitig niedrigen Bewilligungszahlen sind ein klarer Hinweis, dass das Problem der illegalen Kurzzeitvermietung überhandnimmt.“

Porträtfoto Georg Prack Georg Prack Klubobmann der Grünen Wien, Sprecher für Wohnen

Wohnraum darf nicht zu Beherbergungsstätten für Tourist:innen werden

Mehr als 14.000 Wohnungen werden in Wien dauerhaft als Tourismusappartements angeboten. Das sind mehr Wohnungen als in der ganzen Josefstadt. Die strengeren Regelungen, die die Stadtregierung vor zwei Jahren eingeführt hat, haben zu keinem Rückgang dieser Zahlen geführt. Im Gegenteil: Derzeit ist eine hohe Zahl von Verfahren zur Umwandlung von Wohngebäuden in sogenannte Beherbergungsstätten anhängig. Allein im Jahr 2025 wurden 305 Anträge gestellt, von denen 132 Ende 2025 bereits bewilligt wurden.

Die hohe Zahl der Verfahren zur Umwandlung in Beherbergungsstätten ist ein Hinweis auf Umgehungskonstruktionen. Die Spekulation mit Wohnraum führt dazu, dass immer höhere Preise für Zinshäuser bezahlt werden. Diese Preise sind durch Richtwertmieten nicht mehr refinanzierbar, weshalb Spekulant:innen versuchen, auf anderem Weg Geld zu scheffeln. Mit der Umwandlung von Wohnungen in Tourismusappartements rauben sie den Wohnraum der Wiener:innen.

„Die Baupolizei könnte längst gegen illegale Kurzzeitvermietung vorgehen, wenn die SPÖ nicht auf ihren Händen sitzen und nichts tun würde. Das Register kann illegale Kurzzeitvermietung im großen Stil verhindern und würde die Kontrolle deutlich effizienter machen“.

Foto von Peter Kraus Peter Kraus Stadtrat, Parteivorsitzender, Sprecher für Klima, Baukultur und Queerpolitik

Ankündigungen des Bürgermeisters schützen nicht vor Wohnraub

Nachdem wir mehrmals auf das Problem aufmerksam gemacht haben, hat Bürgermeister Ludwig im Juni eine Einschränkung der Umwandlung von Wohnungen in Beherbergungsstätten angekündigt. Die Ankündigungen lassen aber die nächsten Schlupflöcher offen und den Worten sind bisher keine Taten gefolgt.

Die Ankündigungen des Bürgermeisters schützen die Wiener:innen nicht vor Wohnraub. Die Umwandlung von Wohnungen in Beherbergungsstätten geht munter weiter. Mindestens 14.000 Wohnungen sind bereits verloren gegangen, während viele Wiener:innen verzweifelt nach einer Wohnung suchen. Die Stadt muss diesem Treiben endlich ein Ende setzen, bevor noch mehr leistbare Wohnungen verloren gehen.

Dass der Bürgermeister die Umwandlung in Beherbergungsstätten für 20 Prozent der Wohnungen weiterhin zulassen will, kritisieren wir scharf: Ein Freibrief für die Umwandlung von 20 Prozent der Wiener Wohnungen wäre ein Kniefall vor den Spekulant:innen. Wer bei der derzeitigen Wohnungsknappheit Konzessionen an AirBnB & Co. macht, hat das Verständnis für die Probleme der Wiener:innen verloren. Wohnungen sind keine Hotelzimmer, das sollte auch gesetzlich sichergestellt werden.

Grüne Forderungen

1. Es braucht eine glasklare Regulierung, die die Bewilligung von neuen Tourismus-Appartements in Wien stoppt:

  • Die Ausnahmebewilligungen für gewerbliche Nutzung für kurzfristige Beherbergungszwecke in und außerhalb von Wohnzonen soll gestrichen werden. Laufende Ausnahmebewilligungen werden nach Ablauf der Frist nicht verlängert.
  • Es soll weiterhin möglich sein, eine Wohnung 90 Tage pro Kalenderjahr vorübergehend vermieten zu können, ohne dauerhafte Aufgabe des Wohnsitzes.
  • Um der Baupolizei die effiziente Kontrolle der Regeln zu ermöglichen, wird das Kurzzeitvermietungsregister ohne weiteren Verzug eingeführt.

2. Keine Umwandlung von Wohnungen in Beherbergungsstätten mehr:  Dazu soll eine Gesetzeslücke in der Bauordnung repariert werden, bevor weitere Wohnungen für immer verloren gehen.

Den Umgehungen des Mietrechts durch die längerfristige Vermietung von Beherbergungsstätten muss ein Riegel vorgeschoben werden. Der Bundesgesetzgeber muss hier rasch nachjustieren.

Auf Grundstücken, die als Wohngebiete oder gemischte Baugebiete gewidmet sind, soll die Errichtung oder Umwandlung in Beherbergungsstätten nur mehr möglich sein, wenn das in den Bebauungsbestimmungen explizit so geregelt ist.

Unterschreibe jetzt unsere Petition um Wohnraub durch AirBnB & Co. zu stoppen!