Summer City Camps: Zu teuer, zu wenig Plätze


Die städtische Sommerferienbetreuung ist wichtig für viele Wiener Familien – doch sie ist teuer, intransparent und bietet zu wenig Plätze. Gemeinsam mit der Wiener ÖVP fordern wir deshalb eine Prüfung durch den Stadtrechnungshof.

Die Summer City Camps wurden 2019 ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, eine kostengünstige und flächendeckende Ferienbetreuung im Sommer anzubieten. Das ist grundsätzlich begrüßenswert und wird von vielen Eltern in Wien (die einen Platz bekommen) als sehr positiv wahrgenommen.

„Die Summer City Camps sind grundsätzlich eine gute Sache, aber sie sind zu teuer für zu wenige Plätze. Es besteht der Verdacht, dass viel Geld in einer intransparenten Struktur versickert, statt bei den Kindern anzukommen. Das darf nicht sein, denn eine gute Ferienbetreuung im Sommer ist für Eltern und Kinder enorm wichtig.“

Porträtfoto Felix Stadler Felix Stadler Landtagsabgeordneter, Sprecher für Bildung und Wissenschaft

In den ersten Jahren (2019–2023) erfolgte die Förderung direkt an die einzelnen Trägerorganisationen, die ihre Anträge separat bei der Magistratsabteilung 13 eingereicht und eigenverantwortlich ihre jeweiligen Standorte betrieben haben.

Seit 2024 nimmt „Hi Jump Wien“ eine zentrale Koordinationsfunktion im System der Summer City Camps ein, wobei die bisherigen Trägerorganisationen seitdem als Subpartner unter der Koordination von „Hi Jump Wien“ agieren.

Alarmierende Preisunterschiede

Allein für das Jahr 2026 wurde dem Verein „Hi Jump Wien“ ein jährlicher Förderbetrag in Höhe von 16.431.712 Euro für die Durchführung der Summer City Camps mit 33.020 Plätzen genehmigt. Diese hohe Fördersumme und die Entwicklung des Programms werfen grundlegende Fragen zur Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Treffsicherheit auf.

Insbesondere die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Kosten pro Kind und den Preisen privater Anbieter ist alarmierend: Ein Platz bei den Summer City Camps kostet der öffentlichen Hand rund 500 € (16,4 Mio. durch 33.000 Plätze). Inklusive des Elternbeitrages von 80 € kommt man auf die Gesamtkosten von ca. 580 € pro Platz bei den SSC.

Viele private Anbieter – die noch dazu, anders als die Summer City Camps, Raummieten etc. zahlen müssen – bieten ihre Plätze für weniger als 580 € pro Woche an. Diese Kostendifferenz und mögliche Ineffizienz wirft die Frage auf, ob die Summer City Camps nicht weit besser organisiert werden könnten und mit den 16,4 Mio. Euro mehr Plätze finanzierbar wären.


Sabine Keri, Familien- und Frauensprecherin Wiener Volkspartei, und
Felix Stadler, Bildungssprecher Grüne Wien präsentieren das Ansuchen an den Stadtrechnungshof

Die zentralen Punkte des StRH-Ansuchens

Das Ansuchen an den Stadtrechnungshof umfasst viele Punkte. Im Wesentlichen geht es um folgende Aspekte:

  • Könnten mit einer Fördersumme von rund 16,4 Mio. € nicht weit mehr Plätze finanziert werden?
  • Warum sind die Gesamtkosten eines SSC-Platzes weit über jenen von privaten Anbietern, obwohl Private z. B. Räume anmieten müssen? Wo fließt das Geld hin, wenn nicht in die Anzahl der Betreuungsplätze und zu den Kindern?
  • Die Organisationsstruktur mit einem System, bei dem 2 (!) Organisationen („Hi Jump“ und „Bildung im Mittelpunkt“) rein in der Koordinierung arbeiten, wirkt sehr ineffizient. Welche Doppelgleisigkeiten, Ineffizienzen und teuren Overheadstrukturen entstehen dadurch?

Neben diesen Aspekten der Wirtschaftlichkeit, Ineffizienzen und Kostenstrukturen geht es auch darum, warum es nicht eine öffentliche Ausschreibung für die Partnerorganisationen gab, die die Summer City Camps durchführen.

Ebenso geht es um die Anmeldemodalitäten, die jährlich zu Problemen und Frust bei tausenden Eltern führen. Außerdem steht die soziale Treffsicherheit der Summer City Camps im Fokus – und die Frage der Standorte: Manche Bezirke, die dringend Ferienbetreuung bräuchten, haben keinen einzigen Summer City Camps-Standort (z. B. 1050).