Bezirkegruene.at
Navigation:
am 8. August

Wien garantiert günstige Wohnungen

Christoph Chorherr - Wien dämmt jetzt die Grundstücksspekulation massiv ein und sorgt so für tausende neue geförderte Wohnungen zusätzlich.

In den meisten Städten Europas ist es eine der zentralen Sorgen der Menschen: Eine leistbare Wohnung zu finden. Der Ruf an die Kommunalpolitik ist laut und vernehmbar: Tut etwas. Wir in Wien tun jetzt etwas. Wir setzen die größte und einschneidendste wohnungspolitische Maßnahme der rot-grünen Stadtregierung. Sie wird jährlich tausende zusätzliche leistbare, geförderte Wohnungen zur Folge haben. Und das mit nur einer kleinen Änderung in der Bauordnung.

Explodierende Grundstückskosten eindämmen 

Mit dieser Änderung in der Bauordnung wird im konkreten eines getan: Die rapide ansteigenden Grundstückskosten werden drastisch eingedämmt. Denn die Explosion der Grundstückspreise hat zur Folge, dass Wohnungen immer teurer werden und auch die öffentliche Hand immer weniger leistbare Wohnungen bauen kann. So sank der Anteil der geförderten Wohnungen von zwei Drittel auf ein Drittel in Wien. Nahezu alle gemeinnützigen Bauträger klagen seit Jahren, dass sie auf Grund der hohen Grundstückspreise kaum noch ausreichend gefördert bauen können.

So fehlen jährlich tausende leistbare Wohnungen in der Kategorie geförderter Wohnbau Die Mieten in dieser Kategorie betragen rund 5 Euro netto pro Quadratmeter Wohnfläche. Umgekehrt wurden dafür einige Grundbesitzer und Landwirte zu vielfachen Millionären gemacht. Und das, ohne dass sie, im Unterschied zu Unternehmen, die Häuser errichten, irgendetwas zum gesellschaftlichen Fortschritt beitragen. Außer: Warten und spekulieren.

Die Hälfte der neu gewidmeten Flächen für geförderten Wohnbau

Die neu eingeführte Widmungskategorie „geförderter Wohnbau“ soll hier einen Riegel vorschieben. Denn den erwarteten Millionenwert erhalten Grundstücke ja erst, wenn sie von der Stadt eine entsprechende Bauwidmung erhalten. Bei neuen Widmungen, seien es ehemalige Gewerbeflächen, Gärtnereien oder Ackerland kann und wird in Zukunft ein „mehrheitlich geförderter Wohnbau“ sichergestellt werden. Mehrheitlich heißt: Mehr als die Hälfte! Bei mehr als der Hälfte der gewidmeten Fläche gelten also dann die Bestimmungen der Wohnbauförderung mit den schon erwähnten Mietpreisbegrenzungen.

Was dann passieren wird? Die enorm hohen Grundstückskosten werden fallen, weil nahezu alle damit rechnen müssen, für Umwidmungen einen „mehrheitlichen Anteil an gefördertem Wohnen“ errichten zu müssen. Das ist völlig unvorstellbar mit den derzeit geforderten privaten Grundstückspreisen.

Diese Reform ist das wichtigste und wirksamste Gesetz, um auch in den nächsten Jahrzehnten in Wien sicherzustellen, dass Menschen mit nicht so hohem Einkommen eine leistbare Wohnung finden können. Wir dämmen die Grundstücksspekulation massiv ein. Tausende geförderte Wohnungen zusätzlich werden durch diese Reform den WienerInnen zur Verfügung stehen.

FREQUENTLY ASKED QUESTIONS

1) Seit Jahren redet die Politik davon, die Kosten fürs Wohnen zu senken. Was soll das jetzt ändern?

Der Anteil an geförderten Wohnungen ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Hier setzt die neu eingeführte Widmungskategorie an: Der Anteil an geförderten, also leistbaren, Wohnungen wird signifikant ansteigen, die Grundstückspreise werden sinken. 

2) Betrifft diese neue Regelung auch einfache Häuslbauer? Wie könnte sich das auf diese auswirken?

Nein, einfache Häuselbauer sind davon nicht betroffen, Ziel ist der großvolumige, verdichtete Wohnbau.

3) Wann wird die neue Regelung umgesetzt?

Mit der Novelle der Bauordnung, die im Herbst beschlossen werden und Ende des Jahres in Kraft treten soll.

4) Wie wirkt sich diese neue Regelung auf einfache GrundstücksbesitzerInnen aus, die ihr Grundstück verkaufen wollen?

GrundeigentümerInnen, deren Grundstücke so mit der neuen Kategorie umgewidmet werden, können dann nur bauen, wenn sie geförderten Wohnbau errichten oder an jemanden verkaufen, der das macht. Es ist aber davon auszugehen, dass dies vor allem in jenen Gebieten passiert, wo viele Wohnungen entstehen sollen und nicht in Ein- oder Zweifamilienhausgebieten.

5) Betrifft die neue Regelung auch bestehende Flächenwidmungen?

Nein. Wer jetzt eine bestehende Widmung hat, ist davon nicht betroffen.

6) Um wieviel könnten die Mieten dadurch günstiger werden?

Es können mehr SMART-Wohnungen um EUR 7,50 pro Quadratmeter Kaltmiete gebaut werden, statt Neubauwohnungen um 15 Euro oder deutlich mehr.

7) Warum baut Wien nicht einfach noch mehr Wohnungen und hält damit die Preise niedrig?

Wien hat 2017 den Neubau von über 7.000 Wohnungen gefördert. Unter Rot-Grün sind zu Ende dieser Legislaturperiode 4.000 neue Gemeindewohnungen fertiggestellt oder im Bau. Dies dämpft den Preis. Mit der neuen Widmungskategorie sollen noch mehr leistbare Wohnungen zusätzlich geschaffen werden.

8) Um wieviel mehr geförderte (und damit leistbare) Wohnungen könnte es mit der neuen Regelung geben?

Es sollen in den nächsten Jahren dadurch tausende neue Wohnungen entstehen. Genaue Zahlen können nicht genannt werden, weil die Flächenwidmungen ja erst vom Gemeinderat beschlossen werden müssen.