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am 29. Mai

Wien braucht eine Citymaut für PendlerInnen

Maria Vassilakou - Wien erstickt im Autoverkehr. Durch die geplante Lobau-Autobahn droht die Situation sich weiter zu verschlechtern. Eine Citymaut ab der Stadtgrenze kann helfen.

200.000 Autos fahren Montag bis Freitag in der Früh nach Wien hinein und abends wieder hinaus. 200.000 Autos entsprechen einer Blechlawine von Wien nach Rom, also rund 700 Kilometer. Und das jeden Tag.

Diese Blechlawine schiebt sich täglich durch die gesamte Stadt; sie rollt über die Triester Straße, die Wagramer Straße, die Brünner Straße, die Gunoldstraße und die Heiligenstädter Straße, Breitenfurter Straße, Pragerstraße, die Nordbrücke und natürlich die Südosttangente.

Für die Wienerinnen und Wiener bedeutet das in weiterer Folge Lärm, Stau, schlechte Luft und erhöhte CO2-Belastung. Für alle Betroffenen – also auch die Pendlerinnen und Pendler aus Niederösterreich und dem Burgenland - bedeutet das schlicht und einfach im Stau verlorene Lebenszeit.

Besonders betroffen sind Gebiete östlich der Donau, allen voran die Donaustadt. Hier kommt es regelmäßig zu berechtigten BürgerInnenprotesten. Diesen Protest ernst zu nehmen heißt aber auch, die Fakten auf den Tisch zu legen: Das von der Stadt beauftragte ExpertenInnenteam hielt eindeutig fest, dass einseitige Investitionen in Autobahnprojekte nicht weniger, sondern mehr Verkehr bedeuten, und dass eine große Öffi-Ausbauoffensive, verkehrslenkende sowie verkehrsberuhigende Maßnahmen unumgänglich sind. 

Eine „Citymaut für EinpendlerInnen“ könnte den BewohnerInnen der staugeplagten Donaustadt die dringend notwendige Befreiung vom täglichen Stau bringen. ​Alle Einnahmen sollten 1:1 in den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel gehen.

Die 365-Euro-Jahreskarte war ein großer Wurf. Sie hat für zehntausende Wienerinnen und Wiener eine günstige Alternative zum Auto geschaffen. In Kombination mit der Ausweitung des Parkpickerls auf die Wiener Westbezirke, bewirkte sie eine starke Verlagerung der täglichen Wege auf die Öffis; die Autonutzung ging zurück. Inzwischen stagnieren wir aber seit mehreren Jahren. 

Wenn wir in Wien unsere Ziele erreichen wollen, besteht Handlungsbedarf. Unser neuer Bürgermeister hat vergangenen Donnerstag die Wiener Zielvorgaben bekräftigt. Bis 2025 soll das 80:20 Ziel erreicht werden. Das heißt 80 Prozent der täglichen Wege in der Stadt sollen mit den Öffis, zu Fuß oder dem Rad zurückgelegt werden, nur noch 20 Prozent mit dem Auto. Dieses Ziel können wir nur erreichen, wenn wir nun den nächsten großen Wurf angehen: die Citymaut ab der Wiener Stadtgrenze.

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