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am 16. November 2011

    Neue Parkgebühren für Wien

    Maria Vassilakou - Wir machen einen weiteren großen Schritt für den Klimaschutz und für sanfte Mobilität in Wien. Das Parkpickerl wird billiger, die Preise für das Kurzparken und die Strafen fürs Falschparken werden angehoben.

    Die Ausweitung der Parkpickerlzonen, die Anhebung der Gebühren für das Kurzparken, ein strategisches Garagenprogramm und der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs führen zu einer Entschärfung der Parkplatzsituation in der Stadt und zu einer Verbesserung der Luftqualität. Denn weniger Autoverkehr in der Stadt bedeutet weniger Abgase, weniger Feinstaub, mehr Platz. Ziel ist, dass möglichst alle, die mit dem Auto nach Wien kommen, dieses am besten schon am Stadtrand abstellen und auf das gut ausgebaute Öffi-Netz umsteigen. Daher wurde auch vor wenigen Wochen eine Verbilligung der Jahresnetzkarte auf einen Euro pro Tag präsentiert.

    Das Parkpickerl wird billiger

    Ab erstem März 2012 wird das Parkpickerl für BezirksbewohnerInnen um elf Prozent billiger. Statt wie bisher zwölf Euro pro Monat wird es nur noch zehn Euro kosten. Zusammen mit der Antrags- und der Verwaltungsabgabe sinkt damit der Jahrespreis des Parkpickerls auf rund 179 Euro.

    Kurzparkscheine werden teurer

    Demgegenüber werden die Preise für das Kurzparken angehoben: Ab erstem März 2012 kosten 30 Minuten Kurzparken einen Euro, 60 Minuten Kurzparken zwei Euro, 90 Minuten drei Euro und 120 Minuten vier Euro. Für das Falschparken werden 36 statt bisher 21 Euro fällig. Die neuen Preise orientieren sich an den Durchschnittspreisen für Kurzparkplätze in Garagen.

    Tabelle Parkgebühren
    Zusatz zur Tabelle: Wie bisher fallen pro Parkpickerl auch 58,99 Euro Verwaltungsabgabe an.

    Die neuen Tarife im Detail

    Hier sind alle ab 1.März 2012 geltenden Tarife zusammengefasst.

    • Der Preis für einen Parkschein für eine halbe Stunde wird von dzt. 0,60 Euro auf 1 Euro erhöht

    • Das BewohnerInnen-Parkpickerl sowie die Pauschale für das erste betriebserforderliche Fahrzeug von Wirtschaftstreibenden wird von dzt. jährlich 135 Euro auf 120 Euro (ohne Verwaltungsabgaben) verringert. Für zwei Jahre kostet das BewohnerInnen-Parkpickerl EUR 240 (ohne Verwaltungsabgaben).

    • Die Pauschale für weitere Lastfahrzeuge von Wirtschaftstreibenden wird von dzt. jährlich 279,60 Euro auf 249 Euro verringert.

    • Der Tagespauschal-Parkschein für Servicebetriebe, Hotels und Vorführfahrzeuge wird von dzt. 4,60 Euro auf 4,10 Euro verringert.

    • Die sonstigen Pauschalierungen für Nicht-Begünstigte werden von dzt. jährlich 1524 Euro auf 2544 Euro angehoben.

    • Die Strafe für Falschparken wird ebenfalls erhöht: von 21 auf 36 Euro.

    Wer schon ein Parkpickerl hat, bekommt Geld zurück

    Alle, die vor März 2012 ein neues Parkpickerl gekauft haben, bekommen aliquot Geld zurück. Entweder in Form eines Guthabens, das auf das nächste Parkpickerl angerechnet wird oder es wird Bares auf Antrag rückerstattet. Der genaue Ablauf wird zeitgemäß von den zuständigen Stellen bekanntgegeben.

    Ab drei Monaten ist es möglich für jede Zeitspanne ein Parkpickerl zu erwerben: 10 Euro pro Monat zuzüglich Bearbeitungsgebühr (58,99 € für die Ausstellung des Parkpickerls).

    Wien hat im Europavergleich niedrige Parkgebühren

    Parkgebühren Vergleich

    Hintergrundinfos

    Hohe Feinstaubbelastung in der Wiener Luft

    Der motorisierte Autoverkehr ist einer der wesentlichen Verursacher von Feinstaub. Heuer sind bereits an zehn Wiener Messstellen die Grenzwerte für die Feinstaubbelastung überschritten, zum Teil erheblich. In der Rinnböckstraße wurde heuer zum Beispiel schon an 52 Tagen der Grenzwert überschritten.

    Es werden nur kurze Strecken gefahren

    • Jede elfte Autofahrt ist kürzer als ein Kilometer

    • Fast jede zweite Autofahrt ist kürzer als fünf Kilometer

    • Zwei Drittel der Autofahrten sind kürzer als zehn Kilometer

    Zuviel Autoverkehr

    Am Parkring sind ca. 35.800 Autos pro 24 Stunden unterwegs (2010). Auf der Brennerautobahn sind es etwa 32.000 Kfz pro 24 Stunden.

    Aktueller Modal Split: 36% Öffis, 5% Rad, 28% FußgängerInnen, 31% Autos

    Angepeilter Modal Split laut Regierungsübereinkommen: 40% Öffis, 10% Rad, 30% FußgängerInnen, 20 % Autos

    Insgesamt fahren zwischen 5.00 und 24.00 Uhr mehr als eine halbe Million Personen nach Wien – nur rund 20% davon sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Vergleich zu 1995: das Verkehrsaufkommen ist stark gestiegen, dabei ist der Anteil des öffentlichen Verkehrs in dem Zeitraum fast gleich geblieben.

    Wiener Kraftfahrzeugbestand 1970-2010 (insgesamt)

    Vor zehn Jahren waren in Wien noch 650.000 Fahrzeuge registriert, heuer sind es bereits 800.000, Tendenz steigend.

    Kraftfahrzeugbestand Wien

    Der Klimawandel droht

    Die Unwetterkatastrophe von Genua ist nur ein Vorgeschmack dessen, was auch bei uns in Zukunft vermehrt geschehen wird, wenn es uns nicht gelingt, den Ausstoß klimaschädlicher Gase drastisch zu verringern. Auch in Wien ist die Lerchenfelder Straße schon einmal zum reißenden Fluss geworden.

    Was mit den Einnahmen passiert

    Der Nettoertrag der Parkometerabgabe ist gemäß § 7 der Parkometerabgabeverordnung für Maßnahmen zu verwenden, die der Erleichterung des innerstädtischen Verkehrs dienen. Darunter sind vor allem Maßnahmen zu verstehen, die den Bau von Garagen fördern, die der Verbesserung von Einrichtungen des öffentlichen Personennah- und Regionalverkehrs dienen, oder solche, die zu einer Funktionsaufteilung zwischen Individual- und Massenverkehr führen. Unter Nettoertrag der Parkometerabgabe ist der um die Kosten der Kontrolleinrichtungen verminderte Abgabenertrag zu verstehen.

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