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Personenfoto Ursula Berner

Ursula Berner

Gemeinderätin
„Es ist genug für alle da – wir müssen es nur gerecht(er) verteilen.“
Ursula Berner

INTERVIEW

Wie bist du bei den Wiener Grünen gelandet?

Nach zehn Jahren als freie Journalistin habe ich in kurzem Abstand zwei Kinder bekommen. Als junge arbeitende Mutter habe ich selbst erlebt, wie schwierig es ist, die Versorgungsarbeit gerecht auf beide Eltern aufzuteilen. Ich wollte aktiv gegen das klassische Modell – „er verdient, sie sorgt“ – vorgehen.  Die schwarz-blaue Regierung gab dann den Anstoß, mich bei den Grünen zu engagieren. Hier traf ich auf Menschen, die Gleichstellung nicht nur predigen, sondern auch leben.

Dein Lieblingsort in Wien?

Die Mariahilferstraße an einem lauen Sommerabend und der Himmel am Kahlenberg.

Welches Thema liegt dir besonders am Herzen?

Die Wiener Bevölkerung wird jünger. Ich möchte mich ganz besonders für die Anliegen von Kindern einsetzen. Ich möchte in einer Stadt leben, in der kein Kind hungrig in die Schule geht und kein Kind mit seinen Sorgen und Ängsten allein gelassen wird.

Wir wollen die hohe Lebensqualität und das gute Sozialsystem in Wien erhalten und dort Lösungen finden, wo es noch hakt. Ein besonderes Anliegen ist es mir, dass Hilfesuchende Angebote auf Augenhöhe erhalten und mitgestalten können.

WARUM IST ES GUT, DASS ES DIE GRÜNEN GIBT?

Ohne die Grünen hätten wir ein Atomkraftwerk mitten in Österreich, Tempo 100 auf dem Gürtel, eine Autobahn bis in die Innenstadt, keinen einzigen Fahrradweg in ganz Wien, eine Jahreskarte um 600 Euro, keinen Platz der Menschenrechte, dafür Kürzungen bei der Mindestsicherung.

Seit 30 Jahren sensibilisieren die Grünen für Umweltthemen: nachhaltige Energiegewinnung, Qualität der Atemluft, umsichtiger Ressourcenverbrauch. Die Grünen sind auch die einzigen, die Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt ansprechen, Stichwort Digitalisierung. Wir müssen überlegen, ob der Vollzeit-Arbeitsplatz auch in der Zukunft die einzige Möglichkeit einer sozialen Absicherung bleiben kann. 30 Stunden Woche oder bedarfsorientierte Grundsicherung – die Vor- und Nachteile solcher Modelle müssen diskutiert werden, damit wir rechtzeitig die Weichen stellen können. 

WELCHE POLITISCHEN VORBILDER HAST DU?

Johanna Dohnal für konsequente Verankerung von Frauenrechten in Gesetzestexten. Olympe de Gouges für ihre Innnovationskraft und ihren Mut gesellschaftliche Regeln auf den Kopf zu stellen. Ayaan Hirsi Ali für ihre Kraft den eigenen Kontinent zu verlassen und in Europa und den USA für weibliche Selbstbestimmung und einen modernen Islam zu kämpfen.

WAS TREIBT DICH AN?

Mein Gerechtigkeitssinn.

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