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am 25. August

Dieselabgase bedrohen die Gesundheit – Wien braucht Umweltzonen

Rüdiger Maresch - Viele der derzeit angebotenen Dieselmodelle stoßen das Vielfache des aktuellen Stickoxid-Grenzwertes aus. Das führt zu schlechter Luft in Wien. Die Gesundheit aller Wienerinnen und Wiener hat für uns Vorrang. Unser Plan: Umweltzonen.

Wien braucht Umweltzonen

Das magere Ergebnis des vergangenen Dienstag abgehaltenen Dieselgipfels in Österreich ist ein falsches Signal für den Gesundheitsschutz. Deshalb müssen effektive Maßnahmen ergriffen werden, um die Stickoxid-Konzentration in der Stadt zu senken. Um die Wiener Bevölkerung zu schützen, sind effektive Maßnahmen dringend notwendig:

  • Wien braucht Umweltzonen, um die Luftqualität zu verbessern und den Gesundheitsschutz der Wienerinnen und Wiener zu garantieren. 
Das Befahren von innerstädtischen Umweltzonen soll nur für Fahrzeuge möglich sein, welche die EU-Grenzwerte einhalten.
  • Alle Dieselautos in Österreich sollen nach- bzw. umgerüstet werden, damit die Einhaltung der Grenzwerte nicht nur im Labor, sondern auch im Realbetrieb auf der Straße erreicht und garantiert wird.

Wien tut viel für saubere Luft – doch es reicht nicht 

Die Stadt Wien hat in den letzten Jahren viele Maßnahmen für eine bessere Luft ergriffen: ein größeres Carsharing-Angebot, die Förderung von E-Mobilität und öffentlichen Verkehrsmitteln und das Parkpickerl. Zukünftig werden jedoch weitere Maßnahmen notwendig sein. Daher hat Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou bereits das Umweltbundesamt mit der Erstellung einer Studie über mögliche Umweltzonen für Wien beauftragt. Darin sollen die unterschiedlichen Parameter (z.B. Dauer, Geltungsbereich, Fahrzeugklassen) und die Auswirkungen einer Umweltzone geprüft werden.

Maresch Zitat

GESUNDHEITSGEFAHR DIESELABGASE

Dieselautos erzeugen bei der Verbrennung von Diesel Feinstaub, Ruß und Stickstoffoxide. Durch die Tricksereien der Autokonzerne sind derzeit vor allem Stickstoffoxide in aller Munde. Vor allem Stickstoffdioxid ist nicht nur eine Vorläufersubstanz von Ozon und Feinstaub, sondern auch ein gefährliches Atemgift

  • ​​Es greift die Schleimhäute an und schädigt die Atemwege
  • In der Folge kann es akut zu Husten, Asthmaanfällen und Beeinträchtigungen der Lungenfunktion führen.
Prof. Hutter Zitat
  • ​Auch Asthma, chronische obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) und Lungenkrebs sind Folgen der Belastung. 
  • Besonders betroffen sind kleine Kinder, chronisch Kranke und ältere Menschen
  • All jene Personen, die nahe an verkehrsreichen Straßen leben und so Verkehrsabgasen ausgesetzt sind, haben nachweislich ein höheres Risiko als jene die weiter weg wohnen. 
  • Laut WHO sterben weltweit jährlich drei Millionen Menschen vorzeitig durch verschmutzte Atemluft.

Auch neue Dieselautos schädlich

Viele Dieselautos stoßen im Realbetrieb viel mehr Stickoxide aus als im Labor. Einerseits wegen Tricksereien der Hersteller, die Software eingebaut haben, welche bei der Überprüfung erkennt, wann sich das Auto im Laborbetrieb befindet. Andererseits durch das legale „Thermofenster“. Das bedeutet, dass sich die Abgasreinigung bei Temperaturen von unter +15°C abschaltet, „um den Motor zu schonen“. 



Der Betrug mit „aktiver Manipulationssoftware“ hat bereits dazu geführt, dass z.B. VW in den USA zu einer 16 Milliarden-Euro Entschädigung verurteilt wurde. Ende 2016 hat die EU-Kommission wegen der Grenzwertüberschreitung ein Vertragsverletzungsverfahren gegen 7 EU-Länder, darunter auch Österreich, eingeleitet. Zuletzt hat der deutsche Verkehrsminister sogar ein Zulassungsverbot für ein Porsche-Modell erlassen.

Bei Abgasmessungen der Deutschen Umwelthilfe im Winterhalbjahr 2016/17 im Realbetrieb überstiegen die Stickoxid-Werte verschiedenster Automarken den Grenzwert um das 8-17fache. Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer bestätigt: „Deshalb sind fast alle Diesel-PKW im normalen Fahrbetrieb Dreckschleudern und stoßen mehr Stickoxid aus als der Grenzwert hergibt. Den muss man nur auf dem Prüfstand erfüllen.“ 

Beachtenswert ist auch, dass moderne LKWs weniger Stickoxide emittieren als PKWs der – am Prüfstand – saubersten EURO 6-Klasse.

Euro 6 PKW und LKW im Vergleich: Stickoxide
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