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am 5. August

Wiener Hitzekarte zeigt, wo Abkühlung am dringendsten notwendig ist

Birgit Hebein - Erstmals wird die Hitzeverträglichkeit in einer Karte sichtbar. Das hilft uns dabei, zielgerichtet zu reagieren und zu planen.

Wetterextreme wie Hitzewellen werden durch die fortschreitende Klimakrise immer häufiger. Unter der Hitze leiden vor allem Menschen die in Städten leben. Asphalt und Beton speichern die Wärme, weshalb es auch in der Nacht oft noch heiß bleibt, das Einschlafen schwerer fällt und der Schlaf nicht so erholsam ist. Darunter leiden am meisten jene Menschen, die keinen Zugang zu Abkühlung haben. Vor allem dort wo es keinen oder wenig öffentlichen Zugang zu  Wasser oder Grünraum, wie etwa Parkanlagen, begrünte Innenhöfe oder Badeplätze gibt. Besonders stark betroffen sind Kinder, ältere Menschen und Kranke.

Hitzekarte von Wien

HITZEVERTRÄGLICHKEIT WIRD ERSTMALS SICHTBAR

Erstmals verfügt die Stadt Wien mit der Hitzekarte über Daten, die zeigen, an welchen Orten in Wien Abkühlung am dringendsten benötigt ist. Das besondere an der Hitzekarte ist, dass auch das Alter der Bevölkerung berücksichtig wird. Und damit auch die Hitzeverträglichkeit in einer Karte sichtbar wird. Heiße Orte, an denen viele ältere Personen und Kinder leben, werden rot hervorgehoben. Daneben liefert die Hitzekarte Informationen zur Beschaffenheit von Grünraum und Wasser und mit welchen Temperaturen zu rechnen ist.

ZEHN HITZE-GEBIETE

Die Hitzekarte weist zehn Hitze-Gebiete aus, also Orte, die besonders stark von der Hitze betroffen sind. Ausgewertet wurde nach Zählbezirken. Das ermöglicht der Stadtplanung lokal gezielte Maßnahmen umzusetzen. Vorwiegend befinden sich die Gebiete in Favoriten, Ottakring und Margareten. In diesen Gebieten leben 47.000 von der Hitze besonders stark betroffenen Menschen (=Kinder, ältere Menschen). Davon sind 20.000 Kinder (unter 14 Jahre) und 27.000 ältere Menschen (über 65 Jahre). 

ZIELGENAUE MASSNAHME

Diese Erkenntnis hilft der Stadt, Maßnahmen auf die Bedürfnisse der betroffenen Personenkreise gezielt zuzuschneiden – zum Beispiel in Gebieten, wo viele Kinder unter der Hitze zu leiden haben, macht es Sinn Wasserspielplätze zu errichten.  Bei älteren Personen bieten sich beschattete Sitzbänke zum Verweilen, Einkaufstaschen abstellen und plaudern an.

KLIMAANGEPASSTE STADTPLANUNG 

Die Stadt unternimmt etwas gegen die Hitzepole und setzt auf Beschattung durch Begrünung, Baumpflanzungen, Abkühlung durch Brunnen an öffentlichen Plätzen und Straßen. Mit der Hitzekarte kann neben langfristig geplanten Maßnahmen auch mit Sofortaktivitäten schnell für Abkühlung gesorgt werden. Zum Beispiel mit mobilen Beschattungselementen oder der Installation von Sprühnebelbrunnen. 

IN WIEN WIRD ES WÄRMER - ZAHLEN ZUM WIENER KLIMA

Das Risiko für die Zunahme von Hitzetagen in unserer Stadt ist wegen der Klimakrise heute größer als je zuvor. An Hitzetagen steigt die Temperatur über 30 Grad. Zwischen den Jahren 1961 und 1990 erlebte Wien durchschnittlich 9,6 Hitzetage im Jahr. Von 1981 bis 2010 waren es durchschnittlich schon 15,2 Hitzetage pro Jahr. Heuer bereits 12 Hitzetage bis Juni. Bis 2050 soll es insgesamt um bis zu 8 Grad wärmer werden.

Die Wiener Landesstatistik bietet frei verfügbare Wetterdaten und spannende Bilder zur Entwicklung des Klimas: https://wien1x1.at/site/ogd-wetter/ 

HITZEKARTE WURDE VON TSCHECHISCHEM START-UP  ERSTELLT 

Die Hitzekarten wurden im Auftrag der Stadt Wien von dem tschechischen Start-Up ECOTEN erstellt. Aufmerksam wurde die Stadt Wien auf das Unternehmen im Rahmen des CLIMATHON 2018, einer Veranstaltung bei der innovative Lösungen zum Klimaschutz entwickelt werden. Das im Jahr 2012 gegründete technische Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in Prag begleiten städteplanerische Prozesse unter anderem in den Bereichen Smart City, Green Buildings und Urban Comfort.