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am 13. November 2013

Es geht auch ohne Plastiksackerl

Rüdiger Maresch - Plastiksackerln sind ein Symbol für die Wegwerfgesellschaft und belasten unser Ökosystem massiv. Es geht auch ohne.

Stoffsackerl sind super!
Stoffsackerln aus Bio-Baumwolle sind schön und eine gute, nachhaltige Alternative zu Plastik.

Plastiksackerln verschmutzen die Umwelt und die Meere. In den Ozeanen treiben riesige Inseln aus Plastikteilen, jährlich verenden Millionen von Meerestieren kläglich - daran sind auch die Sackerln schuld. Denn Plastiksackerln sind durchschnittlich nur eine halbe Stunde in Gebrauch, ihr Abbau dauert jedoch rund 400 Jahre.

Doch es geht auch um Ressourcen. Plastiksackerln bestehen aus Polyethylen und werden aus Erdöl gemacht, einem fossilen Rohstoff, der begrenzt ist. Für einen 30-Minuten-Wegwerfartikel, für den es auch Alternativen gibt? Was für eine Verschwendung!

In Wien fallen laut Wiener Restmüllanalysen rund 1.500 – 2.000 Tonnen Plastiksackerl pro Jahr an. Das entspricht bei einem angenommenen Durchschnittsgewicht von 20 Gramm jährlich 75 bis 100 Millionen Plastik. Sie landen im Restmüll.

Abfallvermeidung muss in einer ökologischen Abfallwirtschaft höchste Priorität haben, darum sollen unnötige Plastiksackerl vermieden werden. Dazu sind gesetzliche Regelungen auf Bundesebene notwendig. Der Umweltminister sollte sich endlich an internationalen Vorbildern orientieren und Abfallvermeidung ernstnehmen.

Je öfter eine Tasche im Einsatz ist, umso mehr Plastiksackerln kann sie ersetzen. Langlebige Mehrwegtaschen wie zum Beispiel Stoffsackerln können während ihrer Lebensdauer tausende Plastiksackerl ersetzen.

WIR MÜSSEN GLOBAL HANDELN

  • In Italien gibt es seit dem 1. Jänner 2011 ein Plastiksackerlverbot. Es umfasst alle Tragetaschen, die nicht biologisch abbaubar sind. Tragetaschen, die biologisch abbaubar sind, sind weiterhin erlaubt. Damit soll die Umstellung auf wiederverwendbaren Stoffbeuteln oder Gummitaschen und „Bio-Plastik“ vorangetrieben werden.
  • In Irland trat 2002 eine Verordnung in Kraft, die die Abgabe von 15 cent pro Stück Plastiksackerl festschreibt. Es gibt dabei Ausnahmen - für Verpackungen von frischem Fisch, Frischfleisch oder Geflügel, Obst, Gemüse, Nüsse, Süßwaren, Milchprodukte, Fertigspeisen oder Eis, soferne diese Produkte nicht selbst verpackt sind.
  • In Frankreich wurden Beschränkungen zur Abgabe von Plastiksackerln ähnlich Italien erlassen. Als Ergebnis haben große Lebensmittel-Einzelhandelsketten die Gratis-Abgabe von Tragetaschen eingestellt. Nun muss der Konsument Trage­taschen bei Bedarf kaufen. Die Anzahl der abgegebenen Tragetaschen wurde jedenfalls deutlich verringert. Weiterhin zulässig sind Tragetaschen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen
  • In den USA können Städte Regelungen im eigenen Wirkungsbereich erlassen. So hat etwa Los Angeles 2007 ein Verbot erlassen, in Washington DC ist nach Einführung einer Abgabe von 5 dollar-cent pro Tragtasche die Anzahl der Sackerl von rund 22 Mio pro Monat auf 3 Mio zurückgegangen.
  • In China gibt es seit 2008 Beschränkungen, Taschen dürfen nur noch gegen Entgelt abgegeben werden.

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