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am 28. November

Wiens größte Grünraum-Sicherung seit über 100 Jahren

Peter Kraus - Den wertvollen Grünraum in Wien langfristig erhalten und erweitern – das hat sich die rot-grüne Stadtregierung mit dem „Leitbild Grünräume Neu“ zum Ziel gesetzt. Im Jänner werden wir es detailliert vorstellen.

Symbolfoto für Grünraum

1905 wurde der sogenannte „Wiener Wald- und Wiesengürtel“ vom damaligen Gemeinderat einstimmig beschlossen. Damals sicherte die schnell wachsende Stadt im Westen den Wienerwald. Zum einen weil er als Naherholungsgebiet dienen sollte, aber auch für die „Durchlüftung“ der Stadt - in Wien kommt der Wind meist aus dem Westen, was bis heute an heißen Sommertagen für eine Abkühlung mit frischer Luft aus dem Wienerwald sorgt.

Knapp 115 Jahre später treffen wir eine historische Entscheidung und legen für das gesamte Stadtgebiet Zonen fest, in denen zukünftig eine Siedlungsentwicklung ausgeschlossen ist. Dort wird Grünraum für die nächsten Generationen erhalten und in manchen Gebieten sogar ausgebaut (beispielsweise wenn Gärtnereien oder Glashäuser einmal nicht mehr gebraucht werden sollten.)

Das Leitbild Grünräume beinhaltet auch das Wiener Freiraumnetz. Ein engmaschiges Netz, dass sich durch die Gassen und Straßen der Stadt zieht und von jedem Wiener, von jeder Wienerin in maximal 250m erreichbar sein soll. Das kann von begrünten Straßen bis zu über 100 Meter breiten Landschaftsräumen gehen. Dieses Freiraumnetz stellt sicher, dass es begrünte Verbindungen zu den großen Grünräumen der Stadt gibt.

In neuen Stadtentwicklungsgebieten sollen darüber hinaus große Stadtparks mit über 10 Hektar Fläche entstehen.​

Wiener Grüngürtel Grafik
Im Leitbild sind die geschützen Grünflächen genau definiert - hier eine schematische Darstellung. Den genauen Plan werden wir nach dem Beschluss hier bereitstellen.

GEGEN DEN FLÄCHENFRASS

Der Wildwuchs an Bodenversiegelung ist eine große Herausforderung. Täglich wird in Österreich eine Fläche von 20 (!) Fußballfeldern verbaut - für Gebäude, Gewerbegebiete und Verkehrsflächen. Wien ist hier eine Ausnahme in Österreich. Nicht nur haben die Wienerinnen und Wiener den niedrigsten Bodenverbrauch pro Kopf, er nimmt auch ab - und zwar um 15% zwischen den Jahren 2005 und 2017.

Wenn wir verhindern wollen, dass die Bodenversiegelung ungesteuert weitergeht, dann müssen wir auf zwei wichtige Säulen setzen: Zum einen weiterhin eine urbane, dichte Bauweise in Wien verfolgen. Die städtische Bauweise in Wien ist in Sachen Energie, Bodenverbrauch, Klimaverträglichkeit, usw. um ein vielfaches besser als ein Wildwuchs an Reihenhaussiedlungen im Speckgürtel. Zum anderen der langfristige Schutz von Grünräumen, welchen wir mit dem Leitbild Grünräume nun sicherstellen.

DIE NÄCHSTEN SCHRITTE

Das Leitbild Grünräume wird in der nächsten Stadtentwicklungskommission Anfang Dezember beschlossen und der finalisierte Plan Anfang des Jahres 2020 den Gremien zum politischen Beschluss vorgelegt. Das detaillierte Leitbild werden wir nach dem Beschluss hier zum download bereitstellen. ​Es gilt dann als Grundlage für alle weiteren Planungen und Projekte in Wien.