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am 6. Mai

Vorzeigeprojekt für ökologisches Wohnen in der Gallitzinstraße

Peter Kraus - Das neue Bauprojekt in der Gallitzinstraße in Wien Ottakring zeigt vor, wie ökologisches und leistbares Wohnen verbunden werden kann.

In einer Stadt, deren Bevölkerungszahl täglich wächst, ist die Errichtung neuer Wohnungen eine Notwendigkeit – will man nicht Mieten wie in München, Paris oder London. Das neue Bauprojekt in der Gallitzinstraße in Wien Ottakring verbindet ökologisches mit leistbarem Wohnen. 

Leistbare Wohnungen, Kindergarten und viel Grün

Auf den bisherigen Flächen einer Friedhofsgärtnerei werden rund 200 Wohnungen und ein Kindergarten gebaut, die Hälfte davon werden geförderte Wohnungen sein. Besonderes Augenmerk wurde bei den Planungen dieses Wohnprojekts auf das Thema Ökologie gelegt – mit der Einbettung von ökologischen Nischen, einer 1000 Quadratmeter großen Wiese, Dachbegrünungen, Nistplätzen und vielem mehr.

Visualisierung Gallitzinstraße
Visualisierung Gallitzinstraße
„Dieses Wohnprojekt verbindet auf nie dagewesene Art und Weise leistbares und ökologisches Wohnen. Ich freue mich, dass wir es hier geschafft haben, in einem sensiblen Gebiet sehr genau auf ökologische Nachhaltigkeit, Tierschutz und Klimaschutz zu achten – und lebenswerten Wohnraum zu leistbaren Preisen zur Verfügung zu stellen.“
Peter Kraus, Planungssprecher

WAS WIRD GEBAUT?

Es werden auf den Flächen einer ehemaligen Friedhofsgärtnerei rund 200 Wohnungen und ein Kindergarten errichtet. Die Bruttogeschoßfläche beträgt rund 20.000 Quadratmeter. 50 Prozent davon werden geförderte, also leistbare Mietwohnungen sein. Die verbleibenden Flächen sind freifinanzierte Eigentumswohnungen. 

Die Bauhöhen werden den umliegenden Häusern entsprechen, die einzelnen Baueinheiten werden zwischen neun und maximal 16 Meter hoch sein. Obwohl auf diesem Grundstück eine vollflächige Versiegelung möglich wäre, hat man sich entschieden, sehr locker zu bauen. Es wird nur ein Drittel der Fläche verbaut, der Rest wird gärtnerisch ausgestaltet. Es wird eine öffentliche Durchwegung geben. 

ÖKOLOGISCHES VORZEIGEPROJEKT

Das Wohnprojekt in der Gallitzinstraße ist ein Vorzeigeprojekt in ökologischer Hinsicht, damit wird der besonderen Lage des Projekts ​am Rande der "Entwicklungszone​ Biosphärenpark Wienerwald" Rechnung getragen. Es wurden erstmals umfangreiche ökologische Maßnahmen in den Städtebaulichen Vertrag aufgenommen. Angewandter Naturschutz bekommt dadurch einen verbindlichen Rahmen. 

  • Bis zum Baubeginn wird über ein ökologisches Monitoring sichergestellt, dass die Lebensraumansprüche möglichst aller vorkommenden Arten mit Schutzbedürfnis Berücksichtigung finden. 
  • Auf den Flachdächern werden extensive Wiesenflächen mit einem hohen Blütenangebot für Bienen, Falter und Käfer, dazu verbessertem Wasserrückhalt, etabliert. 
  • In ausgewählten Bereichen ist eine Fassadenbegrünung mit heimischen Pflanzenarten vorgesehen. Dadurch werden nicht nur die Verdunstung gefördert und das Kleinklima verbessert, sondern auch wichtige Teillebensräume für Fledermäuse, Vögel und Wirbellose ausgebildet.
  • Bei Baum- und Strauchpflanzungen im Außenraum orientiert man sich bei der Artenwahl an den hier vorkommenden Kleintieren. Ausgepflanzt werden unter anderem Weiden, Schlehen und Rosengewächse.
  • Auf einer Fläche von etwa 1000 Quadratmetern wird eine extensive, naturhafte Wiesenfläche als Nahrungsraum für Vögel und Fledertiere und als Lebensraum für andere Tierarten angelegt. 
  • Dem Verlust von Altgehölzen am Areal wird unter anderem als Ausgleichsmaßnahme der Einbau von Ganzjahresquartieren für gebäudebewohnende Fledermausarten wie zB der Weißrand- und der Zwergfledermaus gegenübergestellt. 
  • Neben den Fledermausquartieren werden Nisthilfen für Mauersegler und Mehl-schwalben in ausgewählten Fassadenbereichen vorgesehen. 
  • In den ruhigen Randbereichen werden Kleinstrukturen wie Altholzflächen, Steinhaufen, Sandflächen, feuchte Erdmulden uva als mögliche Lebensräume für Weißbrustigel, Äskulapnatter, Blindschleiche, Zauneidechse und andere relevante Arten angelegt. 
  • Besondere Maßnahmen werden auch für die seltene Mehlschwalbe vorgesehen, für die im Bereich der Außenanlagen und eventuell Dachflächen Möglichkeiten zur Gewinnung von Nistmaterial geschaffen werden, die gleichzeitig auch für Wildbienen als Brutplätze dienen. 

BürgerInnenbeteiligung

Wie in jedem Widmungsverfahren hatten die BürgerInnen die Möglichkeit, Stellungnahmen einzubringen. Es wurden rund um das Projekt viele weitere Anstrengungen unternommen, die weit über die formalrechtlichen Erfordernisse hinausgehen, um auf die Bedürfnisse der BürgerInnen und AnrainerInnen einzugehen. So gab es etwa frühzeitig BürgerInneninformationsveranstaltungen vor Ort, kooperative Planungsschritte sowie runde Tische. 

Ein Überblick:

  • Infoausstellung 10. Oktober 2016 (100 BesucherInnen, Einholung und Ideen für den folgenden kooperativen Planungsprozess)
  • Dialogausstellung 16. November 2017 (174 BesucherInnen, Information mittels teilw. Moderierter Infokojen zu Themen Widmung/Bebauungsplanung, Architektur/Städtebau, Mobilität und Freiraum/Naturschutz)
  • 1. Runder Tisch 11. Dezember 2017 (auf Initiative der BV 16, mit VertreterInnen der Bürgerinitiative, der BV 16, Planer, Bauträger, MA21)
  • 2. Runder Tisch 5. April 2018 (Information über den Planungsstand und die beabsichtigten Planänderungen/Reduktionen nach dem magistratsinternen Verfahren)