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am 6. Mai 2016

Back to the Future - Wiener Jugendunterstützung schafft konkrete Chancen für junge Menschen

Birgit Hebein - Mit „Back to the future“ läuten wir eine Systemänderung ein: Intensive Betreuung und Angebote zur Ausbildung und Erwerbsorientierung sollen dabei helfen, dass junge Erwachsene ein selbständiges Leben ohne Mindestsicherung führen können.

Kürzungen von Sozialleistungen lösen keine Probleme, sondern schaffen neue. Die Stadt Wien setzt auf konkrete Maßnahmen, um den betroffenen Menschen tatsächlich eine Perspektive zu geben und sie bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Mit dem Projekt schafft die Stadt Wien in einem ersten Schritt für 200 Personen Ausbildungs- und Beschäftigungsangebote. Das Gesamtvolumen beträgt 10 Mio. Euro, getragen werden die Kosten durch ESF Mitteln, AMS Wien und der Stadt Wien. Geplant ist, dass ein diesbezüglicher Antrag im Gemeinderatsausschuss für Gesundheit, Soziales und Generationen eingebracht wird.

Der Ausbau der Unterstützungsangebote ist die Voraussetzung für die Einführung eines Gegenleistungsprinzips in der BMS.

Rot-Grün packt die Probleme an

Die rot-grüne Stadtregierung leugnet nicht die Herausforderungen durch die steigende Anzahl der Mindestsicherungs-BezieherInnen und der angespannten Arbeitsmarktlage, sondern packt die Probleme an und setzt konkrete Maßnahmen um, damit junge Menschen in das Erwerbsleben integriert werden. Mit „Back to the future“ läuten wir eine Systemänderung ein: Intensive Betreuung und Angebote zur Ausbildung und Erwerbsorientierung sollen dabei helfen, dass diese junge Erwachsene ein selbständiges Leben ohne Mindestsicherung führen können. Das schafft nicht nur Selbstvertrauen, sondern erspart auf Dauer auch soziale Folgekosten.

One-Stop-Shop

Darüber hinaus sollen junge Mindestsicherungs-BezieherInnen unter einem Dach rechtsübergreifend alle ausbildungs- und arbeitsmarktpolitischen sowie sozialen Angebote erhalten, nach dem Prinzip eines „One-Stop-Shop“.

Die Zielgruppe sind beim AMS Wien vorgemerkte junge Mindestsicherungs-BezieherInnen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, die bisher weder durch Weiterbildung oder Qualifizierung noch durch Arbeitsvermittlung eine realistische Chance auf Beschäftigung hatten. In individuell passenden, niederschwelligen Tätigkeitsfeldern sollen Eignungen gefördert und die Jugendlichen auf höherstufige Arbeitsplätze vorbereitet werden. Durch eine Betreuung und ergänzende Basis-Qualifizierungsmaßnahmen werden Stabilisierung im Arbeitsumfeld erreicht und Abbrüche vermieden.

Back to the future – Wiener Jugendunterstützung

  • In einem bzw. mehreren Sozialökonomischen Beschäftigungsprojekt(en) unter dem (gemeinsamen) Label „Back to the Future - Beschäftigung“ sollen für junge BMS-BezieherInnen 200 Transitarbeitsplätze in einfachen, aber vielfältigen arbeitsmarktnahen Tätigkeitsbereichen geschaffen werden.
  • Übergeordnetes Ziel der Maßnahme ist die nachhaltige Integration in den regulären Arbeitsmarkt. Die maximale Teilnahmedauer beträgt zwei Jahre.
  • Zielgruppe sind beim AMS Wien vorgemerkte junge BMS-BezieherInnen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, die bisher weder durch Weiterbildung oder Qualifizierung noch durch Arbeitsvermittlung eine realistische Chance auf Beschäftigung hatten.
  • Im Rahmen einer maximal acht Wochen dauernden Vorbereitungsmaßnahme, die bereits direkt im Beschäftigungsprojekt angesiedelt ist, werden die individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten sowie bisherigen Berufserfahrungen und Produktivitätshemmnisse der TeilnehmerInnen abgeklärt. Inhaltlich dient die Vorbereitungsmaßnahme überwiegend der Vorbereitung auf die Transitbeschäftigung. Als Instrumente dafür stehen Clearing-, Orientierungs-, Aktivierungs-, Qualifizierungs- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen zur Verfügung. Am Ende der Vorbereitungsmaßnahme beginnt entweder ein Transitarbeitsverhältnis oder es wird ein Abschlussbericht mit Empfehlungen für die nächsten Schritte erstellt und den entsprechenden Kontaktpersonen übermittelt. Für die Dauer der Vorbereitungsmaßnahme erhalten die TeilnehmerInnen eine Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhalts seitens des AMS Wien.
  • Die Transitdienstverhältnisse sind voll sozialversicherungspflichtig, die Entlohnung erfolgt nach den branchenüblichen Kollektivverträgen. Aufgrund der eingeschränkten Leistungsfähigkeit der Zielgruppe, um Zeit für allfällige Weiterbildungen freizuhalten sowie um Anreize zur Aufnahme einer Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt zu erhalten, handelt es sich um Teilzeitverträge.
  • Die Beschäftigung erfolgt im Rahmen eines Zwei-Stufen-Modells, dessen Anreizsystem in der möglichen Steigerung der Arbeitsstunden und dem damit verbundenen höheren Entgelt liegt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, anspruchsvollere Tätigkeiten auszuüben und eine höhere Einstufung nach dem branchenüblichen Kollektivvertrag zu erlangen.
  • Der Anreiz, ein Dienstverhältnis auf dem 1. Arbeitsmarkt anzunehmen, ist nicht nur durch die Befristung der Teilnahme, sondern auch durch die Chance, ein höheres Einkommen zu erzielen, gegeben. 
  • Als Start ist eine Projektvorbereitungsphase ab Herbst 2016 geplant, die ersten TeilnehmerInnen sollen spätestens mit Dezember 2016 eintreten.