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Grüne Wien/Huemer: "AMS Algorithmus erzeugt mehr Armut und unmenschliche Überwachungsbürokratie" - Korrektur

Achtung, dies ist eine Korrektur der OTS0121!

"Unter schwarz-blau wird die Beschäftigungspolitik mehr und mehr ausgehungert, auch das Budget des Arbeitsmarktservice wurde kräftig gekürzt", kritisiert die Arbeitsmarktsprecherin der Grünen Wien, Barbara Huemer, das Vorgehen der Bundesregierung. Das AMS spielt in den kommenden Tagen einen Algorithmus in sein System ein, der ab 2019 dann in der Praxis getestet werden soll. Mit diesem Algorithmus werden zahlreiche Daten von Arbeitslosen verknüpft und diese automatisch in drei Gruppen eingeteilt. Damit soll in Zukunft bestimmt werden, wer mit echter Unterstützung rechnen kann und wer durch die Finger schaut. "Einmal in der Schublade der "aufgegebenen Fälle" gelandet, ist der Zugang zu qualitätsvollen Förderungen schwierig und die Chancen wieder Tritt zu fassen, sinken. Damit droht ein durch Computer-Algorithmen stabilisierter Teufelskreis, aus dem es kaum mehr ein Entrinnen gibt. Besonders heikel ist das für Frauen: Denn auch persönliche Kriterien wie das Geschlecht oder Betreuungspflichten fließen ein. Das ist Big Data in einer geradezu dystopischen Form, einer, im wahrsten Sinne des Wortes, unmenschlichen Bürokratie, die sich in dieser Form niemand wünschen kann", so Huemer.

Durch die Einteilung in drei Gruppen werden allein in Wien zehntausende Menschen auf ein gesellschaftspolitisches Abstellgleis abgeschoben, von dem sie kaum mehr wegkommen. Das bisherige Paradigma der aktiven Arbeitsmarktpolitik, das zumindest den Anspruch hatte, Personen mit besonders großen Vermittlungshindernissen individuell zu beurteilen und besonders stark zu unterstützen, wird verlassen. Die ersten Betroffenen der neuen Ausrichtung werden Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und ältere Menschen sein, bei denen die hohe Arbeitslosigkeit - auch in Zeiten der Hochkonjunktur - kaum zurück geht. Ihnen wurde von Schwarz-Blau die Aktion 20.000 und damit ein großes Stück Hoffnung auf einen Arbeitsplatz genommen. Durch die computergesteuerte Segmentierung werden viele von ihnen in die Gruppe der "hoffnungslosen Fälle" geworfen. Damit geht aber der Zugang zu qualitätsvollen AMS-Maßnahmen verloren.

"Arbeitslose brauchen kein vom Computer vergebenes unpersönliches Etikett. Sie brauchen individuell maßgeschneiderte und mit ihnen gemeinsam entwickelte Angebote. Sie brauchen die Vermittlung von Zuversicht und echte Aussichten auf Verbesserung ihrer Lage. Sie brauchen Wertschätzung und das Wissen, einen wertvollen Beitrag für das gesellschaftliche Leben leisten zu können. Darauf sollte ein Arbeitsmarktservice, dass sich als Service für arbeitssuchende Menschen versteht, seine Ressourcen konzentrieren", so Huemer abschließend.

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OTS0132    2018-11-13/12:19