Mehr Lebensqualität für die äußere Mariahilfer Straße

Visualisierung Außere Mahü

Mehr Lebensqualität für die Äußere Mariahilferstraße

Peter Kraus, Kilian Stark
Der neue IKEA am Westbahnhof hat das Grätzel aufgewertet. Jetzt soll auch die Äußere Mariahilfer Straße mehr Lebensqualität bekommen: durch Verkehrsberuhigung, Begegnungszone und jede Menge Grün soll die Straße zur Lebensader des Bezirkes werden. Nach der Vision im Herbst stellen wir heute vor, wie das funktionieren soll.

7 Jahre nach der offiziellen Eröffnung der „Mahü“ ist die Zeit reif den nächsten Schritt zu gehen: mit einer Verkehrsberuhigung der Mariahilfer Straße außerhalb des Gürtels. Wir präsentieren dazu eine Studie der TU Wien.

Innere Mariahilfer Straße als Vorbild

7 Jahre nach dem Umbau der inneren Mariahilfer Straße zeigt sich, dass der Grüne Leuchtturm nicht nur international und national ausstrahlt (immer mehr Städte setzen auf Verkehrsberuhigung in ihren Stadtzentren). Auch unmittelbar von der „Mahü“ gehen rundherum Impulse aus: Die Otto Bauer Gasse, Neubaugasse, Zieglergasse, Zollergasse und viele andere wurden zu Begegnungszonen. Die Straßen werden belebt. Das ist die Stadt der Zukunft, von der nicht nur das Gewerbe, sondern vor allem die Anrainer:innen profitieren.

Nur ein Jahr nach der Umgestaltung der inneren Mariahilfer Straße nahm die Zustimmung der Menschen um 25 Prozent zu. Heute kann sich niemand mehr in Wien vorstellen, dass sich täglich Autokolonnen durch die innere Mariahilfer Straße stauen. Die Mahü ist zur lokalen und zur Wiener Identität geworden.

Lebensqualität in die äußere Mariahilfer Straße

Wer auf die „Mahü“ geht, meint damit den Abschnitt zwischen Westbahnhof und 2er-Linie. Währenddessen ist die äußere Mariahilfer Straße stadtplanerisch am Stand der 80er Jahre: Schneller Autoverkehr, extrem unsichere Fahrradstreifen in der Dooring-Zone, schlecht erreichbare Inselhaltestellen, schwierig zu überqueren, fehlende Aufenthaltsflächen, wenig Bäume.

Es ist Zeit, auch den Menschen in Fünfhaus wieder mehr Lebensqualität zurückzugeben. Die Äußere Mariahilferstraße hat als Verkehrsachse keinen überregionalen Stellenwert, sie soll deshalb wieder Ortskern von Fünfhaus werden. Demnach muss die Gestaltung dieser Straße auch zum Nutzen der Bewohner:innen sein und der Durchzugsverkehr nachrangig behandelt werden.

Foto von der Pressekonferenz mit Peter Kraus, Parteivorsitzender Grüne WIen; Cathy Schneider, Klubobfrau der Grünen Rudolfsheim-Fünfhaus; Kilian Stark, Mobilitätssprecher Grüne WIen; Dr. Harald Frey, TU WIen
VLNR: Peter Kraus, Parteivorsitzender Grüne WIen; Cathy Schneider, Klubobfrau der Grünen Rudolfsheim-Fünfhaus; Kilian Stark, Mobilitätssprecher Grüne WIen; Dr. Harald Frey, TU WIen

„Die Veränderung des Klimas beschleunigt sich von Jahr zu Jahr, doch die rot-pinke Stadtregierung setzt in der Verkehrspolitik auf Status Quo. Wir müssen jetzt jedes Jahr große Schritte hin zur klimagerechten Stadt der Zukunft machen. Wir müssen heute die Bäume pflanzen, unter denen sich unsere Kinder einmal erholen können, besonders im 15. Bezirk, wo besonders viele Menschen mit kleinen Wohnungen auf den öffentlichen Raum angewiesen sind.“

Peter Kraus, Parteivorsitzender

Studie zeigt Potential

Die Studie der TU Wien unter der Leitung von DI Dr. Harald Frey zeigt, welches Potential in der äußeren Mariahilfer Straße schlummert. Aus vier unterschiedlichen Varianten zur Weiterentwicklung der Mahü wurde jene mit dem größten Mehrwert für die Menschen ausgewählt und ausgearbeitet. Mehr Lebensqualität ist möglich, man muss nur wollen. Wir zeigen wie.

Studie TU Mahü

Mahü Entwurf Abschnitt 1

Mahü Entwurf Abschnitt 2

Mahü Entwurf Abschnitt 3

Der 15. Bezirk gehört zu jenen Bezirken, in denen die Bewohner:innen am wenigsten Wohnraum pro Kopf haben. Umso dringender brauchen sie einen attraktiven öffentlichen Raum als verlängertes Wohnzimmer. Die äußere Mariahilfer Straße wird im neuen Glanze erblühen, wenn sie wieder den Platz den Menschen zurückgeben kann.

Grüne Vision – Graue Realität

Mehr Grün, weniger Verkehr, mehr Platz zum Gehen, Radfahren und Verweilen – das bringt das Grüne Konzept:

  • mehr als 3x so viele Bäume, von derzeit 48 auf 171, spenden Schatten, kühlen und sorgen für bessere Luft.
  • Begegnungszone zwischen Gürtel und Gerstnerstraße gibt dem 15. Bezirk ein neues, attraktives Eingangstor.
  • Verkehrsberuhigung über die ganze Länge von 1,6 km vom Gürtel bis zum Auer-Welsbach Park reduziert Verkehr, Lärm, Abgase und sorgt für mehr Sicherheit. Pförtnerampeln lassen nur so viel Verkehr wie verträglich ist hinein. Mit Tempo 30 fährt dieser leiser und sicherer.
  • 70% mehr Platz für Fußgänger:innen, kürzere und leichtere Querungen machen das Zufußgehen angenehmer und sicherer.
  • Ein neuer Platz für Rudolfsheim-Fünfhaus: der Schwendermarkt soll mit der Mariahilfer Straße verbunden werden und so ein neuer Platz entstehen.
  • Endlich ein für alle von Jung bis Alt sicher und bequem zu nutzender Radweg soll mehr Menschen das Radfahren auf der neuen Mahü schmackhaft machen.
  • Mehr Platz und leichterer Zugang für Öffi-Nutzer:innen durch direkt zugängliche Haltstellen macht das Bimfahren bequemer und baut Barrieren ab.

„Statt gefährlichem Radstreifen, schwierigem Überqueren und schattenloser Asphaltwüste wollen wir eine Mariahilfer Straße, die für alle funktioniert. Auch der 15 Bezirk verdient sich eine Begegnungszone und begrünte Lebensader. Die Stadtregierung meint, das geht nicht – die Grünen zeigen wie.“

Kilian Stark, Mobilitätssprecher der Grünen Wien
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