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am 1. Juni 2016

Menschenrechte sind unteilbar - Solidarität mit SexarbeiterInnen

Faika El-Nagashi, Barbara Huemer - Politik muss Rahmenbedingungen für sichere, selbstbestimmte und selbstständige Arbeit sicherstellen.

Flyer Sexarbeiter_innen 2016
Flyer Sexarbeiter_innen 2016

Wir alle sind gefragt, wenn es um Menschenrechte geht, auch um die Rechte von SexarbeiterInnen. Sexarbeiterinnen sind Teil der Gesellschaft. Sie sind unsere Mütter und Töchter, Schwestern, Nachbarinnen, Kolleginnen. Sie sind Alleinerziehende, Studierende, Migrantinnen, Unternehmerinnen. Sie verdienen unsere Solidarität und unseren Respekt und uneingeschränkt ihre Menschenrechte. Was es braucht sind Rahmenbedingungen, um sicher, selbstbestimmt und selbstständig arbeiten zu können.

„SexarbeiterInnen haben das Recht, nicht diskriminiert zu werden. Das bezieht sich auch auf die gesellschaftliche Doppelmoral, die SexarbeiterInnen stigmatisiert und verurteilt.“
Faika El-Nagashi

SexarbeiterInnen – mehrheitlich Frauen, aber auch Männer und transidente Menschen – erleben täglich Abwertung und Ausgrenzung, Beschimpfungen, Bedrohungen, Gewalt und Übergriffe. Sie werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt und ihre Menschenrechte mit Füßen getreten. Die Verdrängung von SexarbeiterInnen aus der gesellschaftlichen Mitte führt zu bedrohlichen Arbeits- und Lebensbedingungen.

„Wir Frauen lassen uns nicht auseinander dividieren. Klare Bestimmungen, wie für andere Arbeitsbereiche auch, ermöglichen die legale Ausübung der Sexarbeit. Dafür braucht es unsere Solidarität.“
Barbara Huemer

Internationaler Hurentag am 2. Juni


Der Internationale Hurentag am 2. Juni ist ein Aktionstag aus der internationalen SexarbeiterInnenbewegung, der auf die Besetzung einer Kirche in Frankreich durch SexarbeiterInnen in den 1970er Jahren zurück geht. Damals wie heute ging es darum, die Einhaltung der Menschenrechte zu fordern.

In Wien sind derzeit in etwa 3700 Personen (mehrheitlich Frauen) behördlich als SexarbeiterInnen registriert. Sie gelten als selbstständig Erwerbstätige, sind als solche steuerpflichtig und zu einer regelmäßigen Gesundheitsuntersuchung verpflichtet. Demgegenüber fehlen viele arbeitsrechtliche Absicherungen, vor allem die Anerkennung als Erwerbstätige und die Entstigmatisierung ihrer Tätigkeit. Erst 2012 fiel die "Sittenwidrigkeit" der Sexarbeit. Bis dahin galten Übereinkünfte zwischen SexarbeiterInnen und ihren Kunden als sittenwidrig und waren somit nicht rechtswirksam. In Wien arbeiten SexarbeiterInnen vorwiegend in Prostitutionslokalen wie Studios, Laufhäusern und Bars. Etwa 300 Betriebe sind in Wien als Prostitutionslokale genehmigt.

Das Wiener Prostitutionsgesetz aus dem Jahr 2011 setzte eine Reihe von Sicherheitsbestimmungen für SexarbeiterInnen in Betrieben um und versucht, für SexarbeiterInnen gute Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Dazu braucht es aber auch eine bundesweit einheitliche Regelung der Prostitution, in der die Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und soziale Absicherung von SexarbeiterInnen im Mittelpunkt stehen.

Anlässlich des Internationalen Hurentags am 2. Juni laden die Wiener Grünen zu folgenden Veranstaltungen:

  • „Sexarbeit im Fokus“
    ​Straßenaktion am Do., 2. Juni 2016, 15:00-18:00 Uhr Urban-Loritz-Platz (vor der Hauptbücherei)
    ​Info-Cafe, politische Diskussionen, Flashmobs
    ​Live-Acts & Djane

  • „Sex findet Stadt“
    ​Stadtspaziergang am Do., 2. Juni 2016, zur Geschichte von SexarbeiterInnen in Wien
    ​Treffpunkt 17:30 Uhr bei der Straßenaktion am Urban-Loritz-Platz, Dauer: max. 1 ½ Stunden
    ​mit Petra Unger, feministische Kunst- und Kulturvermittlerin sowie GRin Faika El-Nagashi, GRin Barbara Huemer und Bundesrätin Ewa Dziedzic