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am 27. April

Jetzt kommt Solarpower auf Wiens Dächer!

Peter Kraus - Wiens Strom wird sauberer, weil die neue Bauordnung auf jedes neue Dach eine Solaranlage bringt.

Wenn wir die Klimakrise wirklich bewältigen und anpacken wollen, dann braucht es eine ganze Reihe von Maßnahmen. Eine davon ist, dass wir in zehn Jahren nur mehr erneuerbaren Strom verbrauchen. Solarenergie spielt da eine wichtige Rolle.

Leider stagniert der Ausbau von Photovoltaik, also Strom aus Sonnenkraft - in Österreich seit den letzten Jahren. Derzeit werden jährlich nur etwa 160 MWp PV-Leistung zugebaut. Um das Ziel, 2030 ausschließlich erneuerbaren Strom zu verbrauchen, zu erreichen, ist aber ein Ausbau von 12 TerraWattsunden erforderlich. Klingt viel? Ist es auch! Denn das bedeutet, dass wir Solaranlagen viel schneller ausbauen müssen. Und zwar bis zu zehn mal so schnell als bisher.

Und um das zu schaffen haben wir eine neue Zukunftsformel in die Wiener Bauordnung gepackt:

  • Künftig muss jedes neue Dach eine Photovoltaikanlage haben.
  • Und wenn das aus technischen oder anderen Gründen nicht möglich ist, dann muss die entsprechende Solarleistung auf Ersatzflächen in Wien sichergestellt sein.
  • Außerdem erweitert Wien die Ziele der Stadtplanung um Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel wie beispielsweise Regenwassermanagement oder Kreislaufwirtschaft.


„Wien geht einen großen Schritt in die erneuerbare Zukunft. Solaranlagen auf Wiens Dächern werden zum Standard und beschleunigen den Ausstieg aus fossiler Energie.“
Peter Kraus

Jedes Dach macht sauberen Strom. Das ist die Erfolgsformel für die Zukunft.

Was steht konkret in der neuen Bauordnung? Hier sind alle Details:

Ausweitung der Solarpflicht auf Wohngebäude und Bildungsbauten

Bei bestimmten Neubauten müssen bereits heute verpflichtend Solaranlagen vorgesehen werden. Künftig gilt das auch für Wohngebäude und Bildungsbauten. Die Höhe der Verpflichtung ist für den Wohnbau so bemessen, dass der produzierte Strom unmittelbar im Haus verbraucht werden kann (z.B. in den allgemeinen Hausteilen). Die kleine Bauordnungsnovelle sorgt somit für einen sanften Einstieg in die Photovoltaik (PV). Wo ein über das Mindesterfordernis hinausgehendes Ausmaß von PV-Anlagen sinnvoll ist, werden die Bauwerber diese Möglichkeiten – nicht zuletzt auch dank entsprechender Förderanreize – planmäßig sehr verstärkt nützen.

Sicherstellung der Solarverpflichtung auf Ersatzflächen

Wenn die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen aus rechtlichen, technischen oder wirtschaftlichen Gründen im Einzelfall nicht möglich ist, konnte die Verpflichtung bisher entfallen. Künftig ist der Solarverpflichtung in solchen Fällen auf Ersatzflächen nachzukommen. Auf diese Weise wird der Einsatz solarer Energieträger bzw. anderer technischer Systeme zur Nutzung umweltschonender Energieträger insgesamt gestärkt (Wohnbauten sind von der Ersatzverpflichtung ausgenommen).

Ergänzung des Stadtplanungs-Zielkatalogs um Klimafragen

Die Ziele, die bei der Festsetzung und Änderung von Flächenwidmungsplänen und Bebauungsplänen zu berücksichtigen sind, werden erweitert; etwa um Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegenwirken, um Regenwassermanagement oder um den verstärkten Einsatz von Kreislaufwirtschaft.

Erweiterung des Fachbeirats um Klimaschutzexpertise

Der Fachbeirat für Stadtplanung und Stadtgestaltung wird um eine Expertin bzw. einen Experten auf dem Gebiet Klimaschutz bzw. Energiewesen erweitert. Dadurch wird dieses entscheidende Zukunftsthema auch in diesem wichtigen Gremium noch mehr Gewicht erhalten.

Schaffung der Rechtsgrundlage für die elektronische Abwicklung von Bauverfahren

Es wird eine Rechtsgrundlage geschaffen, um in Zukunft alle entsprechenden Behördenschritte elektronisch abzuwickeln; wie etwa:

  • Erstattung einer Bauanzeige
  • Ansuchen um Baubewilligung (gilt auch für besondere Baubewilligungsverfahren, wie zum Beispiel vereinfachte Baubewilligungsverfahren)
  • Anzeige des Baubeginns
  • Meldung der Fertigstellung

Die Behörde hat jedoch die Möglichkeit, im elektronischen Bewilligungsverfahren die Vorlage einer Ausfertigung der Baupläne zu verlangen, wenn dies für die Durchführung des Verfahrens erforderlich ist (etwa wenn im Baubewilligungsverfahren andere Stellen einzubeziehen sind, die noch nicht über die entsprechende technische Infrastruktur verfügen). Weitere Modalitäten, wie die elektronische Unterfertigung, die elektronische Zustellung und Rahmenbedingungen des elektronischen Verkehrs, werden darin ebenso geregelt.

Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

In Neubauten sowie bei größeren Renovierungen sollen unter bestimmten Umständen Ladepunkte für Elektroautos bzw. Leerverrohrungen zur nachträglichen Schaffung von weiteren Ladeplätzen verpflichtend vorgesehen werden. Die genaue Anzahl wird gesetzlich vorgegeben und ist abhängig davon, ob es sich um ein Wohngebäude oder Nicht-Wohngebäude handelt. Die Regelung dient der Förderung der Elektromobilität und entspricht auch der Umsetzung von EU-Recht.

DER GESETZESTEXT