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am 28. Mai

Kinder- und Jugendliche dürfen in Wien mehr mitbestimmen

Peter Kraus, Ursula Berner - Über 22.500 Kinder und Jugendliche haben im vergangenen Jahr Ideen und Vorschläge für die Zukunft der Stadt Wien eingebracht. Daraus wurde jetzt die Wiener Kinder- und Jugendstrategie, die heute präsentiert wurde.

Kinder und Jugendliche dürfen in Wien mehr mitbestimmen. Nach dem größten Kinder – und Jugendbeteiligungsprojekt in der Geschichte Wiens, der „Werkstadt Junges Wien“, wurde heute das Endprodukt dieses Projektes präsentiert: Die Wiener Kinder- und Jugendstrategie. Sie wurde von Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, Gemeinderat Peter Kraus und Kinder- und Jugendsprecherin Ursula Berner gemeinsam mit der SPÖ vorgestellt. 

sehr konkrete wünsche

Über 22.500 Kinder und Jugendliche haben im vergangenen Jahr Ideen und Vorschläge für die Zukunft der Stadt Wien eingebracht. Sie haben die Stadt genau unter die Lupe genommen: Was läuft gut? Was funktioniert? Was muss besser laufen? Was fehlt? Die Wünsche der Kinder und Jugendlichen waren oft sehr konkret: Mehr Bäume, weniger Plastik, weniger Flugzeuge, einen Tag ohne Autos, weniger Stress oder ein friedliches Miteinander.  

„Wiens Kinder und Jugendliche wissen ganz genau, wie die Zukunft ihrer Stadt aussehen soll: Natur, Umwelt, Klima sowie Zukunftschancen stehen bei ihren Anliegen ganz oben. Darum arbeiten wir schon jetzt an einer Ökologisierung der Bauordnung, pflanzen in ganz Wien tausende Bäume und bauen mehr und modernere Schulen.“
Peter Kraus
Gruppe von Kindern
„Kinder und Jugendliche wollen ihr Umfeld, ihre Stadt mitgestalten können. Hier wollen sie sich sicher und frei und selbstständig bewegen können. Durch das Neuaufsetzen der Kinder- und Jugendparlamente können die Kinder- und Jugendlichen ihre Ideen für eine kindgerechte Stadt strukturiert einbringen und lernen von Anfang an wie Demokratie funktioniert.“
Ursula Berner

Die Kinder- und Jugendstrategie bündelt erstmals Maßnahmen aller Ressorts, Fachabteilungen und Unternehmen hinter der gemeinsamen Vision, Wien zur kinder- und jugendfreundlichsten Stadt zu machen. Die Strategie ist in neun Kapitel gegliedert, die alle Politikbereiche betreffen: Natur und Umwelt, Chancen und Zukunft, Gesundheit und Wohlbefinden, Gemeinschaft und Miteinander, Raum und Platz, Mitsprache und Meinung, Sicherheit und Geborgenheit, Mobilität und Verkehr, Freizeit und Kultur. An der Spitze jedes Themenbereichs steht ein Ziel, das partizipativ mit Kindern und Jugendlichen erarbeitet wurde. Darunter finden sich Maßnahmen aus allen Bereichen der Stadt, die zur Erreichung dieser Ziele beitragen sollen. 

neue Mitgestaltungsmöglichkeiten 

Insgesamt umfasst die Kinder- und Jugendstrategie 193 Maßnahmen – sowohl neue als auch solche, die bereits bestehen und verstärkt werden. Im Bereich „Chancen und Zukunft“ etwa finden sich neue Mitgestaltungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche bei Sanierung, Erweiterung und Neubau von Bildungseinrichtungen, der Ausbau von Ganztagsschulen, eine Digitalisierungsoffensive für alle Bildungseinrichtungen sowie der Ausbau von überbetrieblichen Lehrausbildungsstätten. Im Bereich „Natur und Umwelt“, der den Kindern und Jugendlichen besonders am Herzen liegt – über 2.600 Ideen und Vorschläge sind dazu eingetroffen –, setzt die Stadt unter anderem auf verstärkte Bewusstseinsbildung, die Förderung von Naturerlebnissen, Begrünungen sowie mehr Initiativen zur Abfallreduktion.

1 Million zur freien Verwendung

 Die Stadt Wien stellt nun eine Million Euro für Kinder- und Jugendprojekte zur Verfügung, über deren Auswahl Kinder und Jugendliche mitentscheiden können. Bis Herbst werden Konzepte für Kinder- und Jugendparlamente ausgearbeitet, die eine altersgruppengerechte Beteiligung am Kinder- und Jugendbudget sicherstellen sollen. In diesen Parlamenten können Ideen und Vorschläge eingereicht, beraten und diskutiert und schließlich auf möglichst breiter Basis beschlossen werden.​