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am 6. September 2016

Das Wiener Jugendcollege: Zukunft ab Tag 1

Faika El-Nagashi - Mit dem Ende der Schulpflicht stehen viele Jugendliche mit Migrations- oder Fluchtbiografie vor einem Problem. Wie weiter? Für 1000 Jugendliche gibt es jetzt das Bildungszentrum „StartWien - Das Jugendcollege“.

Mit dem Ende der Schulpflicht stehen viele Jugendliche vor einer Sackgasse. Weiter in die Schule gehen? Eine Lehre beginnen? Oder doch lieber gleich arbeiten? Mit der Wiener Jugendunterstützung "Back to the Future" gibt die Stadt Wien Jugendlichen eine Perspektive am Arbeitsmarkt. Besondere Hürden ergeben sich aber für Mädchen und Burschen mit Migrations- oder Fluchtbiografie: Sprachbarrieren, unterbrochene Ausbildungen, fehlendes Wissen über Berufs- und Bildungswege in Wien und anfangs wenig Einbindung in das gesellschaftliche Miteinander. Mit dem Jugendcollege unterstützt die Stadt Wien hier gezielt 1.000 junge Menschen und stärkt ihre Unabhängigkeit und ihre Zukunftschancen.

Das Jugendcollege

Mit dem Bildungszentrum „StartWien - Das Jugendcollege“ gibt es ab Spätsommer 1.000 Kursplätze für 15- bis 21-Jährige in Wien. Ziel des Programms ist, den weiteren Bildungsweg der jungen Frauen und Männer zu begleiten, sie mit einem maßgeschneiderten Kursangebot zu unterstützen und ihnen für ihre berufliche Zukunft beratend zur Seite zu stehen. Besonderer Schwerpunkt sind dabei Deutsch-Sprachkurse. Für dieses Projekt werden jährlich 6 Millionen Euro in die Hand genommen, wobei die Hälfte der Summe aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds kommt.

Bildung für alle

Das Beenden der Schulpflicht ist für jede Person eine andere Erfahrung. Während manche gleich im Job los starten möchten, wollen andere noch vertiefend weiter lernen. Um das zu berücksichtigen, steht zu Beginn des Jugendcolleges ein „Clearing“. Dabei wird festgestellt, auf welchem Stand sich die Jugendlichen befinden, welche Zukunftswünsche sie haben und wie sie am besten gefördert werden können.

Für den Sprachunterricht werden hier sowohl Basisbildung in Deutsch als auch Module für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und Zweitschrift (DaZ+) angeboten. Ein Modul dauert dabei acht Wochen und umfasst 160 Unterrichtseinheiten. Wie viele Module jemand besucht, hängt von den jeweiligen Lernzielen ab. Der Deutschunterricht ist am Jugendcollege das „Kernmodul“, womit besonders Asylwerber_innen, Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte unterstützt werden.

Menschen einen Alltag und Zukunft geben

Die Sprachförderung wird durch sogenannte Spezialmodule am Jugendcollege ergänzt. Im Angebot sind dabei Module, die auf Aufnahmeprüfungen vorbereiten, Einblick in Bildungswege und Berufe geben oder sich mit dem gesellschaftlichen und politischen Zusammenleben in Österreich beschäftigen. Zusätzlich sind auch Exkursionen und Aktivitäten wie Kochen, Sport und Kunst Teil des Stundenplanes. Damit geht das Programm des Jugendcolleges über formelle Bildung hinaus: Es gibt den Jugendlichen einen sinnvollen Alltag, Zukunftsperspektiven und ein Netzwerk an Menschen, mit dem sie sich austauschen können.

Fragen zum jugendcollege:

​Wenn du dich für das Jugendcollege interessierst, dann findest du hier die Kontaktdaten:

START Wien - das jugendcollege
1090 Wien, Spitalgasse 5-9
1100 Wien, Buchengasse 11-15

Faika El-Nagashi und Freund_innen