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am 16. Jänner

Unerträgliche Gewalt gegen Frauen

Barbara Huemer, Birgit Hebein - Die Bundesregierung muss die Empfehlungen der Gewaltschutzeinrichtungen endlich ernst nehmen.

Wir sind anlässlich der aktuellen Morde an Frauen tief betroffen. Das Gewaltausmaß gegenüber Frauen ist unerträglich geworden. Österreich liegt mit der Zahl an Frauenmorden europaweit an der Spitze. 42 ermordete Frauen waren es 2018 und bereits 4 Frauenmorde in nur 15 Tagen im neuen Jahr. Die Tatsache, dass viele Mörder in enger Beziehung zum Opfer standen und bereits vorher gewalttätig waren, zeigt, dass es in der Risikoeinschätzung dringenden Handlungsbedarf gibt.

„Jetzt ist Schluss mit den Banalisierungen und dem Herunterspielen von Gewalt. Wir in Wien nehmen die Stimmen der Frauen und der Gewaltschutzeinrichtungen ernst. Die Bundesregierung muss dringend handeln.“
Barbara Huemer und Birgit Hebein


BUNDESREGIERUNG MUSS ENDLICH HANDELN

Die Forderungen zum Gewaltschutz von Frauen und Kindern liegen auf dem Tisch. Die Regierung muss sie endlich umsetzen. Österreich ist säumig bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention: so sollte bei Mord-Statistiken auch der Beziehungsstatus zwischen Opfer und Täter aufgezeichnet werden. Nichtstun ist gleichzusetzen mit Täterschutz. Was wir brauchen ist wirksamer Opferschutz. Jede Frau, jedes Mädchen dass Gewalterfahrungen machen muss, ist zu viel. Jeder Mord an einer Frau ist einer zu viel. 

Wir Wienerinnen müssen in einer der sichersten Großstädte der Welt das Gefühl haben, auch in unserem persönlichen Lebensumfeld frei von Angst und Gewalt leben zu können. Die Gewaltschutzeinrichtungen leisten tagtäglich hervorragende Arbeit und es ist ein Hohn, dass die Bundesregierung hier kürzt. Es führt kein Weg daran vorbei, auch die patriarchalischen Strukturen und deren Auswirkungen zu untersuchen.

KÜRZUNGEN SIND DER FALSCHE WEG

Leider ist die Bundesregierung bis jetzt vor allem durch Kürzungen bei Fraueneinrichtungen und Integrationsmaßnahmen aufgefallen. Das ist der falsche Weg. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um über die langfristige Sicherstellung der Ressourcen für Gewaltschutzeinrichtungen, Frauenorganisationen, Gewaltprävention an Schulen und auch für Täterarbeit zu sorgen.

Auch bei der Polizei muss weiterhin für umfassenden Unterricht in der Ausbildung zum Thema häusliche Gewalt gesorgt werden. Die Justiz muss alle notwendigen Ressourcen erhalten um mit der notwendigen Sensibilität und Sorgfalt in Fällen von Gewalt rasch entscheiden zu können.

Wien hat seit einigen Jahren einen regelmäßigen Gewaltschutz Jour-Fixe, dieser dient dem Austausch von Einrichtungen im Bereich mit der Politik. Zudem wird die rot-grüne Stadtregierung für den Bau eines weiteren, fünften Frauenhauses Sorge tragen. Mit den Förderungen für Organisationen erfolgt ein breites Angebot an Gewaltschutzmaßnahmen. Diese Förderungen wurden in der Vergangenheit immer wieder von Seiten der FPÖ abgelehnt. 

Symbolfoto