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am 16. Dezember 2016

Schutz und Respekt für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter

Faika El-Nagashi, Barbara Huemer - Der 17. Dezember ist der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Sexarbeiter_innen. Wien setzt sich gegen Gewalt und für die Rechte von Sexarbeiter_innen ein.

Wien ist Menschenrechtsstadt. Das heißt, dass wir die Rechte aller Menschen in dieser Stadt schützen. In Wien gibt es offiziell rund 3.300 Sexarbeiterinnen und 80 Sexarbeiter. ​Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter leben und arbeiten oft unter sehr schwierigen Bedingungen, müssen ein Doppelleben führen und werden gesellschaftlich geächtet.​

„Das Recht auf Schutz vor Gewalt, auf gerechte Arbeitsbedingungen, auf Familie und Privatleben sind verbriefte Rechte, die allen Menschen zustehen.“
Faika El-Nagashi, Menschenrechtssprecherin

Viele Gesetze regeln ihre Pflichten, aber kaum welche ihre Rechte. Das Recht auf Schutz vor Gewalt, auf gerechte Arbeitsbedingungen, auf Familie und Privatleben sind verbriefte Rechte, die allen Menschen zustehen. Dazu bekennen wir uns in Wien klar. Menschenrechtsverletzungen können nur durch klare Regelungen bekämpft werden und brauchen ein gesellschaftliches Bekenntnis zu einem respektvollen Miteinander. Das bedeutet auch, mit Sexarbeiter_innen selbst als Expert_innen zusammen zu arbeiten. Nur gemeinsam können Lösungen gelingen.

„Es ist unser aller Aufgabe, dafür einzutreten, dass Sexarbeiter_innen in dieser Stadt sicher, selbstbestimmt und selbstständig arbeiten und leben können.“
​Barbara Huemer, Frauensprecherin

Gewalt, Übergriffe, Abwertung oder Diskriminierungen gegenüber Sexarbeiter_innen sind immer und in jeder Form inakzeptabel. Lassen wir uns nicht auseinander dividieren. Es ist unser aller Aufgabe, dafür einzutreten, dass Sexarbeiter_innen in dieser Stadt sicher, selbstbestimmt und selbstständig arbeiten und leben können.

HINTERGRUND

Der 17. Dezember entstand als Gedenktag für die Opfer des "Green River"-Mörders, der in den 1980er und 1990er Jahren in den USA über 70 Frauen, vorwiegend Sexarbeiterinnen, ermordete. Bis zu seiner Verurteilung dauerte es 20 Jahre, da Verbrechen gegen Sexarbeiterinnen nicht ausreichend nachgegangen wurde. Seit 2003 wird der 17. Dezember mit Demonstrationen, Gedenkveranstaltungen und Mahnwachen weltweit als Aktionstag begangen, um auf die Gewaltverbrechen aufmerksam zu machen, die weltweit täglich gegenüber Sexarbeiter_innen begangen werden.

Tag gegen Gewalt an SexarbeiterInnen 2017