Bezirkegruene.at
Navigation:
am 17. Dezember 2015

Nur Rechte schützen vor Unrecht

Faika El-Nagashi, Barbara Huemer - Der 17. Dezember ist der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Sexarbeiter_innen.

Sexarbeiter_innen sind Mütter und Töchter, sie sind Kolleg_innen und Nachbar_innen, sind Migrant_innen, Studierende, Alleinerziehende und Unternehmerinnen. Doch statt Solidarisierung und Anerkennung zu erfahren werden sie oft an den Rand der Gesellschaft gedrängt und sind spezifischen Formen struktureller Gewalt ausgesetzt.

"Schutz vor Gewalt gilt für alle Menschen – ohne Wenn und Aber."
Faika El-Nagashi, Menschenrechtssprecherin

Sexarbeiter_innen erleben nach wie vor täglich Abwertung und Ausgrenzung, Beschimpfungen, Bedrohungen, Gewalt und Übergriffe. Um sie in ihrer Selbstbestimmung zu stärken und ihre Sicherheit zu garantieren, braucht es ein gesellschaftliches Umdenken und die Stärkung ihrer Rechte.

"Das Recht auf Sicherheit und sexuelle Selbstbestimmung ist nicht verhandelbar und gilt für Sexarbeiter_innen ebenso wie für alle anderen Menschen."
Barbara Huemer, Frauensprecherin

Vor bereits 10 Jahren haben Sexarbeiter_innen selbst die „Erklärung der Rechte von Sexarbeiter_innen in Europa“ formuliert, in der sie aufzeigen, welche ihrer Rechte durch diskriminierende Gesetzgebungen und Praktiken verletzt werden. Das Recht auf Schutz vor Gewalt, das Recht auf Arbeit und auf gerechte Arbeitsbedingungen oder das Recht auf Familie sind verbriefte Rechte, die allen Menschen zustehen.

Menschenrechtsverletzungen können nur durch klare Regelungen und ein starkes gesellschaftspolitisches Bekenntnis zu unteilbaren Menschenrechten bekämpft werden. Daher sagen wir klar: Sexarbeiter_innenrechte sind Menschenrechte. Das machen wir gemeinsam mit Sexarbeiter_innen, denn sie sind die Expert_innen, wenn es um ihre Situation geht. Nur mit ihnen gemeinsam können Lösungen gelingen.

Hintergrund

Der 17. Dezember entstand als Gedenktag für die Opfer des "Green River"-Mörders, der in den 1980er und 1990er Jahren in den USA über 70 Frauen, vorwiegend Sexarbeiterinnen, ermordete. Seine Verurteilung dauerte 20 Jahre, da Verbrechen gegen Sexarbeiterinnen nicht ausreichend nachgegangen wurde. Seit 2003 wird der 17. Dezember mit Demonstrationen, Gedenkveranstaltungen und Mahnwachen weltweit als Aktionstag begangen, um auf die Gewaltverbrechen aufmerksam zu machen, die weltweit täglich gegenüber Sexarbeiter_innen begangen werden.

17. Dezember ist Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Sexarbeiter_Innen