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am 21. Oktober

Equal Pay Day: Ein­kommens­ge­rechtig­keit muss nationales Ziel sein

Barbara Huemer - Care Arbeit angemessen entlohnen und unbezahlte Haus- und Versorgungsarbeit fair umverteilen, fordert Barbara Huemer.

Die Gehälter in Dienstleistungsbereichen wie Gesundheit, Pflege und Soziales sowie im Niedriglohnsektor – 23 Prozent aller Frauen arbeiten im Niedriglohnbereich – müssen deutlich stärker angehoben werden. Equal Pay ist eine Frage der Gerechtigkeit wie auch der effektiven Bekämpfung des drohenden Pflegenotstandes.

Nachteile begleiten Frauen ein Leben lang

Notwendig sind auch infrastrukturelle Maßnahmen und Mythenbekämpfung, damit die bezahlte und unbezahlte Arbeit zwischen Frauen und Männern zu einem gerechteren Ausgleich kommt. Es ist noch immer so, dass Männer 63 Prozent ihrer wöchentlichen Arbeitszeit in bezahlter und Frauen 63 Prozent in unbezahlter Arbeit verbringen. Die ökonomischen Nachteile begleiten Frauen ein Leben lang. Durch eine neue Arbeitszeitpolitik mit kürzeren Vollzeitstandards und durch einen starken Ausbau ganztägiger Kinderbetreuung käme Equal Pay rascher näher. Ich wünsche mir, dass Männer Elternkarenz deutlich öfter und vor allem länger in Anspruch nehmen und die Arbeitswelt generell vereinbarkeitsfreundlicher wird.

nationaler Aktionsplan

Einkommensgleichheit muss bei der nächsten Bundesregierung ganz oben stehen. Equal Pay ist seit über 150 Jahren auf der Forderungsliste der Frauen und die Prognosen sagen, es könne noch Jahrzehnte dauern, bis Frauen- und Männereinkommen annähernd gleich sind. Es ist unzumutbar, Frauengeneration um Frauengeneration um ihren fairen Lohn zu prellen. Die Zeit der türkis-blauen Regierung war für Frauen und Gleichstellungsanliegen eine verlorene Zeit. Jetzt gilt es, Österreich rasch von einem frauenpolitischen Rückschrittsland in ein frauenpolitisches Vorbildland zu verwandeln. Die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern muss nationales Ziel, wie auch die Bekämpfung der Klimakrise, werden. Es braucht wirksame neue Instrumente, damit sich die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern rasch schließt. Ein nationaler Aktionsplan ist notwendig. Anregungen könne man sich etwa in Schweden und Island holen.

Lohnschere in Wien am geringsten

Erfreulich ist, dass Wien weiterhin als bestplatziertes Bundesland die geringste Lohnschere aufweist. Der Tag, an dem die gleiche Bezahlung endet - der Equal Pay Day - wurde heuer in Wien auf den 9. November errechnet. Der Einkommensnachteil von Frauen liegt in Wien bei 14,5 Prozent. Es reicht jedoch nicht, Spitzenreiter unter den Schlusslichtern zu sein. Wien soll sich an den Besten messen. Damit das Lohn- und Gehaltsjahr auch für Frauen bis zum 31. Dezember weiterläuft, sind auch in Wien zur Bekämpfung von Diskriminierung und Vorurteilen mehr Transparenz, Konsequenz und neue Ideen gefragt.