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am 27. Oktober 2016

Equal Pay Day: Ab heute arbeiten die Wienerinnen gratis

Barbara Huemer - Der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern beträgt in Wien 9.356 Euro brutto. Statistisch gesehen arbeiten die Frauen daher ab 27. Oktober 2016 ohne Gehalt.

Ab 27. Oktober arbeiten Frauen in Wien „gratis“. Denn Frauen verdienen 670 Euro pro Monat weniger als ihre männlichen Kollegen. Das ergeben die diesjährigen statistischen Einkommensvergleiche zwischen Frauen und Männern für Wien.

WIE SCHAUT'S IN DEN BEZIRKEN AUS?

Je nach Bezirk geht die Einkommensschere verschieden weit auf. Im ersten Wiener Gemeindebezirk öffnet sie sich mit 37,7 Prozent am weitesten, in der Brigittenau mit 9,5 Prozent am geringsten. Der Equal Pay Day war in der Inneren Stadt bereits am 16. August, in Brigittenau ist er erst am 27. November. Der Vergleich der Bezirksdaten zeigt auch, dass Bezirke mit geringen Einkommen für beide Geschlechter auch einen geringeren Gender Pay Gap haben. Je höher die Einkommen für Frauen wie für Männer ausfallen, je größer ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern.

WIE SCHAUT's IM VERGLEICH ZU ANDEREN BUNDESLÄNDERN AUS?

Aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen hat Wien österreichweit den geringsten Gender Pay Gap. Es ist zwar erfreulich, aber die Einkommen von Frauen und Männern klaffen auch in Wien noch immer weit auseinander. Unser Ziel lautet Einkommensgleichheit. Das ist erst dann der Fall, wenn der Equal Pay Day am 31.Dezember ist. Erst dann können wir feiern.

Damit der Faktor Geschlecht zunehmend weniger Rolle beim Entgelt spielt, ist notwendig, frauendominierten Branchen aufzuwerten, ein gesetzlicher Mindeslohn sowie Halbe:Halbe und gesetzliche Quoten umzusetzen. Konsequente Gleichstellungspolitik auf allen Ebenen, aktive Frauenförderung und mehr Väter in Elternkarenz sind die Zutaten, um Equal Pay Richtung Silvester zu treiben.

Die Rot-Grüne Stadtregierung setzt dahingehend positive Initiativen. Positiven Einfluss auf die Einkommensschancen der Wienerinnen haben das österreichweit einzigartige ganztägige- wie ganzjährige Kinderbetreuungsangebot, das Ausbildungs- und Karrierespektrum von Frauen, das Unterstützungsangebot des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsangebots sowie politische Vorgaben wie die Koppelung der Auftragsvergabe an betriebliche Frauenförderung oder Boni bei Projektförderung, wenn dabei für Frauen an der Spitze stehen.

DER GENDER PAY GAP IM WIENER MAGISTRAT

Für die Gemeinde Wien als größte Dienstgeberin der Stadt, darf der Faktor Geschlecht bei der Entlohnung keine Rolle spielen. Wie es um Equal Pay im Wiener Magistrat bestellt ist, zeigt der jährliche Einkommenstransparenzbericht. 

Die Hälfte der 53.470 Vollzeitbeschäftigten sind Frauen. Obwohl es ein einheitliches Gehaltsschema gibt, betrug die Einkommesdifferenz 11%. Besonders hoch war er bei den Fachbediensteten des Forstdienstes und der Wiener Stadtgärten mit einem Einkommensnachteil von 28,7%. In lediglich zehn Berufsfeldern war das Medianeinkommen der Frauen höher, beispielsweise bei den Pädagog_innen, deren Frauenanteil bei 97% beträgt. 

Ein Zusammenhang zwischen Einkommensunterschied und Alter der Beschäftigten konnte statistisch gesehen nicht klar ermittelt werden. Ursachen für den Unterschied dürften die Einstufungen, Anrechnung von Vordienstzeiten. Leitungsfunktionen und auch die geringere Inanspruchnahme von Überstunden spielen.

Gemeinsam mit den Gleichbehandlungsberauftragen der Stadt Wien werden wir hier entsprechende Maßnahmen entwickeln, um Entgeltdiskriminierung innerhalb des Magistrats entgegen zu wirken. Equal Pay ist keine Frage des Sollens, sondern des Wollens und des Müssens.

Bericht zur Einkommenstransparenz der Stadt Wien

Mit dem jährlich am 1. Oktober veröffentlichten Bericht zur Einkommenstransparenz wird seit 2012 ein aktiver Beitrag zur Schließung der Gehaltsschere geleistet. Grundlage bildet das § 43a des Wiener Gleichbehandlungsgesetz. Die Anzahl der Männer und Frauen im jeweiligen Berufsfeld wird dargestellt, sowie das Median- und Durchschnittseinkommen im jeweiligen Berufsfeld, auch das Alter der Beschäftigten ist enthalten sowie alle Zulagen inklusive Überstundenabgeltungen. Das gleichstellungspolitische Ziel ist und bleibt die Beseitigung jeglicher sachlich nicht begründbarer Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern.

Equal Pay Day Wien 2016