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am 30. Oktober

Equal Pay Day 2017

Barbara Huemer - Am 30. Oktober ist der Wiener Equal Pay Day. Ab heute arbeiten Frauen in Wien „gratis“.

EQUAL PAY DAY – WAS IST DAS?

Der Equal Pay Day (EPD) ist der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit. Er markiert symbolisch die Lohnlücke (Gender Pay Gap) zwischen Frauen und Männern. Männer haben bis zu diesem Datum bereits jenes Einkommen erreicht, wofür Frauen bis Jahresende arbeiten müssen. Die Berechnung basiert auf der Lohnsteuerstatistik. Verglichen werden durchschnittliche Jahres-Bruttobezüge der Arbeitnehmer_innen mit ganzjährigen Bezügen und Vollzeitbeschäftigung. 

BUNDESLÄNDERVERGLEICH

Wien hat zwar von allen Bundesländern die kleinste Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, doch der Einkommensunterschied zwischen Ganzjahresvollzeitbeschäftigten ist nach wie vor enorm. Der Einkommensnachteil von Frauen in Wien beträgt 17%, österreichweit fast 22% und in dem Bundesland mit der größten Einkommensschere – Vorarlberg - gar 29 Prozent. ​Das gute Abschneiden Wiens ist auf die generell besseren Berufs- und Vereinbarkeitsmöglichkeiten von Frauen und Männern zurückzuführen. Denn Wien macht aktive Frauenpolitik. 

Der Erfolg drückt sich schwarz auf weiß in Zahlen wie dem Equal Pay Day aus - innerhalb der vergangenen 9 Jahre ist der Equal Pay Day in Wien um 25 Tage Richtung Silvester verschoben worden. 2009 war der Equal Pay Day in Wien schon am 5. Oktober. Heute ist er am 30. Oktober. Das ist erfreulich. Aber es ist auch klar: es sind immer noch 63 Gratisarbeitstage zu viel. Es ist höchst ungerecht, dass Frauen für gleiche und gleichwertige Arbeit noch immer weniger verdienen als Männer.

Branchendifferenzen

Frauen in der Immobilienbranche bekommen um 30 Prozent weniger Einkommen, in der Chemischen Industrie um 19 Prozent, im frauendominierten Gesundheitswesen um 21 Prozent und im männerdominierten Maschinenbau um 26 Prozent weniger. Selbst in der generell schlecht bezahlten Gastronomiebranche beträgt die Lohndifferenz noch 11 Prozent. Verantwortlich dafür sind die geringeren Karriere- und Aufstiegsschancen von Frauen in Unternehmen. Frauenförderung im Betrieb muss einen größeren Stellenwert bekommen als bisher. Der Wiener Ansatz – die öffentliche Auftragsvergabe an Frauenförderung im Betrieb zu koppeln – ist europaweit vorbildlich und muss ausgebaut und breiter auf die Privatwirtschaft angewendet werden. Das ist ein Auftrag an die zukünftige Bundesregierung, sich Wien zum Vorbild zu nehmen.

Mit dem Equal Pay Day wird nur die Spitze des Eisberges der ungleichen Arbeitsmarktlage von Frauen und Männern beschrieben. Teilzeitarbeit, befristete Arbeit, prekäre Arbeitsverhältnisse sind in dieser Statistik nicht enthalten. Sie sind jedoch Realität für die Mehrheit der weiblichen Beschäftigten. Aktive Arbeitsmarktpolitik und eine bessere soziale und finanzielle Absicherung für atypisch Beschäftigte sind das Gebot der Stunde.

GRÜNE FORDERUNGEN, DAMIT SICH DIE EINKOMMENSSCHERE SCHLIESST
  • Einkommen zum Auskommen:
    - gesetzlicher Mindestlohn brutto 1.750,- Euro
    - Mehrarbeit - Zuschläge wie bei Überstunden
    - Sozial-, Gesundheits- und Pflegeberufe aufwerten
    - Bessere Kollektivverträge für frauendominierte Berufe
    - Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden

  • Unternehmen in Verantwortung nehmen: Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an Frauenförderung

  • finanzielle und soziale Sicherheit für atypisch Beschäftigte

  • 50%-Frauenquoten für Gremien in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

  • In der Schule beginnt ́s: Unterricht und Berufsberatung gendergerecht gestalten

  • Recht auf einen kostenlosen Krippenplatz ab dem 1. Geburtstag des Kindes

  • Grünes Pensionsmodell einführen: Grundpension und Erwerbspension

  • Ein eigenes Frauenministerium 

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