Bezirkegruene.at
Navigation:
am 6. Februar

Aufklärung hilft weibliche Genitalverstümmelung zu vermeiden

Barbara Huemer - Bereits zehn Jahre bietet Wien umfassende Prävention und Aufklärung. Wir müssen alles daran setzen, diese schwere Menschenrechtsverletzung zu stoppen.

Weibliche Genitalverstümmelung ist ein brutales Zeichen patriarchaler Gewalt an Mädchen und Frauen. Weder Religion, Tradition oder Kultur legitimeren dieses grausame Ritual. Lokal wie global müssen wir alles daran setzen, um diese schwere Menschenrechtsverletzung zu stoppen.

medizinische und psychologische Hilfe

FGM ist auch in Wien in Folge von Migration ein relevantes frauen- und gesundheitspolitisches Thema. Es gibt medizinische und psychologische Hilfe für FGM-Opfer und umfassende Präventionsarbeit. Weibliche Genitalverstümmelung hat gravierende Folgen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mädchen und Frauen. Die Schmerzen können nicht wieder gut gemacht werden, aber die Lebensqualität der Betroffenen kann durch einfühlsame und geschulte ÄrztInnen und PsychologInnen enorm verbessert werden. Aufklärung und Bewusstseinsarbeit helfen, um weibliche Genitalverstümmelung zu vermeiden.

Aufklärung, Information und Beratung

Das Frauengesundheitszentrum FEM Süd in Wien bietet seit zehn Jahren Aufklärung, Information und Beratung in vielen Sprachen an, um eine Verbreitung von FGM zu verhindern. Nicht nur mit Betroffenen und ihren Angehörigen wird gesprochen, auch für Gesundheitspersonal werden laufend Fortbildungen angeboten. Verständliche medizinische Information zu den Komplikationen sind hierfür wichtiger Bestandteil der Präventionsarbeit. Wichtig ist, offen über FGM und die schweren gesundheitlichen Folgen in den entsprechenden Communities zu reden und von Mythen zu befreien. Kein Mädchen darf an seinen Genitalien verstümmelt werden. Mit Wissen und Bewusstseinsarbeit bei den Erwachsenen wollen wir Mädchen vor einem schlimmen Eingriff bewahren.

„Aufklärung und Bewusstseinsarbeit helfen, um weibliche Genitalverstümmelung zu vermeiden.“
Barbara Huemer, Frauensprecherin

Neben dem FEM Süd gibt es auch im AKH Wien eine Anlaufstelle in der gynäkologischen Spezialambulanz. Die Vereine Orient Express und Bright Future bieten ebenfalls Beratung für Frauen. Ich danke dem FEM Süd für den vorbildlichen Einsatz und der Entwicklung hin zu einem echten Kompetenzzentrum in diesem Bereich sowie bei allen mutigen Frauen, die die Enttabuisierung von FGM vorantreiben.

Leider ist es weltweit noch nicht gelungen, diese 5.000 Jahre alte Praxis zu beenden. UNICEF geht davon aus, dass weltweit 200 Millionen Frauen und Mädchen, besonders aus afrikanischen und arabischen Staaten, betroffen sind. Schätzungen gehen davon aus, dass auch in Wien 2.000 betroffene Frauen leben. Das Strafausmaß für FGM beträgt in Österreich bis zu zehn Jahren, auch die Durchführung im Ausland ist davon erfasst.