Bezirkegruene.at
Navigation:
am 20. Jänner

Die Stadt gemeinsam planen

Jennifer Kickert - Der Ende 2016 beschlossene Masterplan für eine partizipative Stadtentwicklung macht für alle interessierten Stadtbewohner_innen die Entwicklung städtebaulicher Vorhaben nachvollziehbar. Personengruppen, die von einem Projekt betroffen sind, werden aktiv einbezogen.

Der Masterplan für eine partizipative Stadtentwicklung hat zum Ziel, die Kommunikation zwischen Bevölkerung, Verwaltung, Politik und Projektwerbenden bei städtebaulichen Vorhaben zu verbessern, um Stadtentwicklungsprojekte transparent umzusetzen. Ende 2016 wurde er vom Wiener Gemeinderat beschlossen, und ist nun als PDF öffentlich verfügbar. 

MEHR INFORMATION, MEHR TRANSPARENZ, MEHR MITGESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN

Die bereits bestehende formale Beteiligung (die öffentliche Auflage) wird mit frühen und systematisierten Formen der Mitsprache an städtebaulichen Planungsprozessen ergänzt. Mit solchen Beteiligungsverfahren können unterschiedliche Interessen besser abgewogen und die „bestmögliche Lösung“ für das Projektvorhaben gefunden werden.

Das wesentliche Fundament ist dabei die frühzeitige, direkte und klare Kommunikation. Dieses durchzieht als Grundhaltung alle im Masterplan genannten Vorhaben und Maßnahmen.

DIE RICHTIGE METHODE ZUM RICHTIGEN ZEITPUNKT

Für den Masterplan wurde eine Grundsystematik für die Beteiligung bei städtebaulichen Vorhaben entwickelt. Der Dreischritt „Einladen – Beteiligen – Rückmelden“ gilt für alle Beteiligungsverfahren in allen Phasen der Stadtentwicklung.

Schleife BürgerInnenbeteiligung

Für eine hohe Qualität sorgt eine standardisierte Vorgangsweise. Dabei wird erstmals vorgeschrieben, dass ein Prozessteam die Ergebnisse der Beteiligung auswertet und weitergibt. Anschließend folgt die Rückmeldung an die Bevölkerung, damit transparent sichergestellt wird, wie die Ergebnisse der Beteiligung in die Stadtentwicklung einfließen.

Zudem zeigt der Masterplan den Verlauf eines prototypischen städtebaulichen Vorhabens „von der Idee bis zur Flächenwidmung“ und empfiehlt hier die jeweils passenden Methoden zum richtigen Zeitpunkt.

FIXE KRITERIEN DEFINIEREN, WANN BETEILIGUNG ERFOLGEN MUSS

Die Wiener Stadtentwicklung verpflichtet sich zu Bürger_innen-Beteiligung, wenn…

  • mindestens 300 Wohneinheiten bzw. 30.000 m² Bruttogeschoßfläche geplant sind
  • es sich um den Bau von Hochhäusern handelt
  • das Vorhaben in der Kernzone des Weltkulturerbes geplant ist
  • Grünland in Bauland umgewidmet werden soll
  • es ein SUP-pflichtiges städtebauliches Vorhaben ist

MITSPRACHE FÜR ALLE WESENTLICHEN PLAYER

Eingebunden werden Bürger_innen, Organisationen, Fachöffentlichkeit, Unternehmen, Verwaltung und Politik. Zur Mitsprache angeregt werden sollen die Bewohner_innen der umliegenden Nachbarschaft im Umkreis von 500 Metern, lokale Akteur_innen (etwa Vereine, Organisationen, Betriebe) sowie künftige Bewohner_innen.

ERFOLGREICHE BETEILIGUNG DURCH FRÜHZEITIGE, DIREKTE UND KLARE KOMMUNIKATION

Da im Rahmen der formellen Möglichkeiten nur eine Stellungnahme bei der öffentlichen Auflage (d.h. kurz vor der Beschlussfassung im Gemeiderat) möglich ist, informiert die Stadt Wien nun nicht nur wesentlich früher, sondern bezieht Menschen in große Planungsverfahren möglichst früh aktiv ein.

Dabei wird die mündliche bzw. persönliche Kommunikation bevorzugt. Miteinander zu reden ist eine niederschwellige Vorgehensweise, mit der möglichst viele und möglichst unterschiedliche Personen erreicht werden können. Und egal, ob es sich um schriftliche Unterlagen oder persönliche Gespräche handelt, die Kommunikation muss gut verständlich sein.

BETEILIGUNG AUF AUGENHÖHE

Das Zusammentreffen von Bevölkerung, Magistrat, Politik und Projektwerbenden muss in einer Art und Weise stattfinden, die einen konstruktiven Dialog und Akzeptanz ermöglicht. Diese dialogische Form der Beteiligung in den durchaus schon lang tradierten und eingespielten Verwaltungs- und Planungsablauf einzubauen, ist eine große Herausforderung. Um Partizipation als integralen Teil des Planungsprozesses zu verankern, wird der interne Ablauf in der Verwaltung entsprechend umgestellt.

TRANSPARENZ UND INFORMATION

Beteiligung kann nur dann gelingen, wenn eine informative Basis, also eine durchgehende gute persönliche Auskunft und Beratung vorhanden ist. Die magistratsinternen Instrumente und Strukturen, die dafür gestärkt bzw. ausgebaut werden sollten, sind im Masterplan beschrieben.

Ein wesentlicher Sprung in Sachen Transparenz ist die in den kommenden Monaten startende „Vorhabensliste“. Hier wird jedes Projekt der Stadtentwicklung ab jenem Moment, ab dem es als offizielles Vorhaben gilt, dargestellt. So werden allen Menschen in Wien öffentliche Informationen darüber gegeben, welches die großen und kleinen Stadtplanungsprojekte sind.

Weiters wird die „Servicestelle Stadtentwicklung“ eingerichtet. Die bisherige Planauskunft wird in eine Stelle umgebaut, die eine kontinuierliche und fundierte Informationsarbeit zu laufenden Planungsprozessen bieten soll, und als Monitor für Anliegen und Interessen fungiert.

Aktiv  werden.  Das  ist  Grün.  Banner  rechts.