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am 3. September

Schulstart in Wien: es geht um viel

David Ellensohn - Wien bemüht sich um eine gute Bildung für alle Kinder und Jugendlichen. Ein Ausblick auf die politischen Herausforderungen zum Schulbeginn.

Fröhliche Kinder

Kindergarten: Wien liegt bei den Rahmenbedingungen an der Spitze. Für notwendige Verbesserungen brauchen wir aber mehr Ressourcen. 

Wien liegt weit voran, wenn es um die Anzahl der Kindergartenplätze, tägliche Öffnungszeiten und Schließtage geht. Der beitragsfreie Kindergarten wurde in Oberösterreich von ÖVP und FPÖ abgeschafft, dort zahlen Eltern wieder Länge mal Breite. Wien bietet als einziges Bundesland den beitragsfreien Kindergarten an. Das ist gut für alle Kinder und gut für die Eltern. 

Jetzt geht es darum, den Krippen, Kindergärten und Kindergruppen das qualitätsvolle Arbeiten zu erleichtern. Allen Menschen, die in Wien im Bildungsbereich arbeiten, gilt unser großer Dank. Aber gute Arbeit braucht auch gute Rahmenbedingungen. Es steht an, dass wir Gruppengrößen reduzieren, den Pädagogin-Kind-Schlüssel verringern, die Ausbildung attraktiver machen und auch die Gehälter heben. Damit Pädagog_innen und Betreuer_innen auf individuelle Wünsche, Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten eingehen können. Damit Beziehungen und Vertrauen wachsen können. Damit intensive gemeinsame Nachdenkprozesse, Gespräche und Austausch entstehen können und so soziale Kompetenzen und Sprachkenntnisse wachsen. Damit Pädagog_innen ihr Wissen, wie ein Kind gefördert werden kann, an die Eltern weitergeben können. Denn all das bildet, wie internationale Studien zeigen, die Basis für einen gut funktionierenden Kindergarten.

So erfreulich es ist, dass es durch den Einsatz der Bildungsverantwortlichen in den Bundesländern und zahlreicher engagierter Organisationen und Einzelpersonen nicht zu den geplanten Kürzungen in der Elementarpädagogik kommt: Es braucht mehr Ressourcen, damit Österreich diese Umbauprozesse schafft und nicht international zurückfällt. Denn der Kindergarten ist die erste Bildungseinrichtung, mit entscheidenden Auswirkungen auf die spätere Bildungslaufbahn.

Schulen: Wien baut laufend aus und unterstützt Schüler_innen auf viele Arten. Die Bundesregierung kürzt an allen Ecken

Wien arbeitet auf Hochtouren, um allen Kindern einen passenden Schulplatz und umfassende Unterstützung bieten zu können. Im letzten Jahr wurden mehr als 200 Millionen Euro in neue Kindergarten- und Schulplätze investiert. Im letzten Schuljahr sind so 127 neue Klassen und 33 Kindergartengruppen entstanden. Außerdem werden laufend neue Stellen geschaffen, die sich um unterschiedlichste Bedürfnisse kümmern – von Lernhilfe über Schulpsychologie bis Antidiskriminierung. 

Auch einige Änderungen, die auf die vorige Bundesregierung – mit Unterstützung der Grünen – zurückgehen, treten nun in Kraft: Schulautomone Gestaltungsmöglichkeiten werden größer, Direktor_innen haben mehr Mitbestimmungsrechte bei der Auswahl der Lehrer_innen, die Verteilung der Gelder wird transparenter und an der NMS und AHS-Unterstufe wird Digitale Grundbildung eine verbindliche Übung.

Gleichzeitig haben angesichts der Politik der aktuellen ÖVP/FPÖ-Bundesregierung zahlreiche Schulen mit schwindenden Handlungsspielräumen zu kämpfen. Stellenkürzungen, weniger psychologisches und sozialarbeiterisches Unterstützungspersonal, weniger Stunden für Deutschförderung und muttersprachlichen Unterricht, zentral übergestülpte Deutschförderklassen drohen SchülerInnen auszugrenzen und letztlich in die Armut abzudrängen. Eine solche Politik belastet mittelfristig alle.

Was Kindergärten und Schulen brauchen

Im österreichischen Bildungssystem steht ein Innovationsschub an. Wenn wir die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu guter Bildung und Gerechtigkeit ernst nehmen, brauchen wir vor allem einen Sozialindex, der jenen Schulen mehr Mittel zur Verfügung stellt, die auch die größten Herausforderungen zu bewältigen haben. Und wir brauchen mehr Demokratie auf allen Ebenen – von der Schulklasse über die Schulleitung bis zur Bildungs- und Sozialpolitik.

Dafür setzen sich die Grünen ein. Dafür braucht es aber auch uns alle. Je mehr wir sind, desto eher können wir es schaffen.

Wir wünschen allen einen guten Schulstart!​


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