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am 9. Juni

Wien lässt junge Erwachsene nicht im Stich

Birgit Hebein, Barbara Huemer, Hans Arsenovic - Wien investiert jetzt 17 Millionen Euro zusätzlich in die berufliche Zukunft junger Wiener*innen, die von der Corona-Krise besonders stark betroffen sind.

Wien hat sich von Anfang an dazu bekannt, dass in der Krise niemand zurückgelassen wird. Und das tut die Stadt jetzt auch: sie bündelt alle Kräfte und schaut besonders dort hin, wo sich Lücken auftun. Junge Menschen treffen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise besonders hart. Leider haben derzeit 16.154 der 20- bis 24-jährigen Wiener*innen keinen Job, denn die Arbeitslosigkeit hat sich bei ihnen mehr als verdoppelt. Gleichzeitig fehlen tausende Lehrstellen. Die Stadt Wien nimmt daher jetzt 17 Millionen Euro in die Hand und investiert:

  • Zehn Millionen Euro für die überbetriebliche Lehrausbildung 
  • Sieben Millionen Euro für die Qualifizierung junger arbeitsloser Wiener*innen: 
    > Qualifikationspässe für Bildungsscreening von mehr als 3.000 jungen arbeitslosen Wiener*innen
    > Hilfe beim Nachholen von Lehrabschlüssen und anderen Ausbildungen 
    > Qualifizierung für Zukunftsberufe in Gesundheits- und Pflegebereich, Informations- und Kommunikationstechnik, Klimaschutz und nachhaltiger Kreislaufwirtschaft


„Junge Menschen sind heute mit den Folgen von Krisen konfrontiert: ein zerrütteter Arbeitsmarkt nach Corona und die Klimakrise, deren Folgen uns noch viele Jahre begleiten werden. Deshalb müssen wir rasch handeln, dabei niemanden übersehen und in nachhaltige Arbeitsplätze investieren.“
Vizebürgermeisterin Birgit Hebein

Das Wiener Ausbildungspaket im Detail

1. Zehn Millionen Euro für die überbetriebliche Lehrausbildung

Wenn die Privatwirtschaft coronabedingt weniger Lehrplätze zur Verfügung stellt, dann muss eben die staatlich gestützte Ausbildungsschiene mehr leisten. Genau das machen wir in Wien. Die Stadt tritt jetzt in Vorleistung und wird den bisherigen Finanzierungsbeitrag für die überbetriebliche Lehrausbildung in der Höhe von 6,7 Millionen Euro auf 10 Millionen Euro aufstocken. In den nächsten Wochen wird der waff gemeinsam mit dem AMS Wien bereits Unterstützungsmaßnahmen zur bestmöglichen Vorbereitung der Jugendlichen auf die Lehre starten. Eine bessere Ausstattung der technischen Lerninfrastruktur, etwa durch den Ankauf von Tablets, soll damit ebenso finanziert werden, wie zusätzlicher Förderunterricht oder Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung.​

„Das Ausbildungspaket für Jugendliche bringt mehr Lehrstellen, mehr Beratung, mehr Qualifizierung, mehr abgeschlossene Lehren und damit mehr Chancen für Wiens Jugendliche.“
Gemeinderätin Barbara Huemer

Qualifikationspässe für Bildungsscreening von mehr als 3.000 jungen arbeitslosen WienerInnen und Hilfe beim Nachholen von Lehrabschlüssen.

Über die Hälfte der arbeitslosen WienerInnen zwischen 20 und 24 Jahren haben höchstens einen Pflichtschulabschluss. Sie sollen daher gezielt beim Nachholen von Lehrabschlüssen oder gleichwertigen Ausbildungen unterstützt werden. Das AMS Wien und der waff werden in einem ersten Schritt alle 18 bis 21-jährigen arbeitslosen WienerInnen, die keine abgeschlossene Ausbildung haben, einladen und ihnen den Qualifikationspass Wien anbieten.

Der Qualifikationspass unterstützt und begleitet WienerInnen, die maximal einen Pflichtschulabschluss haben, Schritt für Schritt bis zu einem Ausbildungsabschluss, etwa den Lehrabschluss. In dem von einer speziellen Datenbank gestützten Dokument wird erfasst, welche Kompetenzen die betreffende Person bereits mitbringt, was das konkrete Ausbildungsziel ist, welche Qualifizierungsschritte in diese Richtung schon gesetzt wurden und welche noch offen sind. Die Beraterinnen und Berater von AMS Wien und waff können mit Hilfe dieses persönlichen Dokumentes auf einen Blick sehen, wo die betreffende Person steht und können punktgenau Unterstützungsmaßnahmen anbieten.​

„Wir stärken sowohl Wiener Jugendliche beim Finden einer geeigneten Ausbildung und eines Berufs als auch die Wiener Wirtschaft, deren Rückgrat die Lehrlinge und FacharbeiterInnen von Morgen sind.“
Gemeinderat Hans Arsenovic

Jugendstiftung - Qualifizierung für Zukunftsberufe

Trotz der aktuellen Krise am Arbeitsmarkt gibt es Branchen, die zusätzliche Arbeitskräfte brauchen. Das ist allen voran der Gesundheits-und Pflegebereiche und der IKT Bereich. Dazu kommt, dass etwa zur Bekämpfung der Klimakrise ganz neue Berufe mit entsprechenden Qualifikationen gefragt sein werden. Der waff wird daher gemeinsam mit dem AMS Wien ein Modell für eine Arbeitsstiftung ähnlich den „Jobs PLUS Ausbildung“ entwickeln, wo er mit Branchen und Unternehmen, die spezielle Fachkräfte suchen, kooperiert und damit Arbeitsuchenden einen beruflichen Neustart ermöglicht.

Neue Ausbildungsbetriebe durch Ausbildungsverbünde

Ziel ist es, auch neue Betriebe für die Lehrausbildung zu gewinnen. Eine Möglichkeit dafür sind sogenannte Ausbildungsverbünde. Sie haben den Vorteil, dass ein Betrieb, der in einem Beruf nicht alle Ausbildungsinhalte abdecken kann, die fehlenden Teile durch eine Kooperation mit anderen Betrieben anbieten bzw. sie am Bildungsmarkt ankaufen kann. Im Mittelpunkt steht dabei die Kooperation mit den überbetrieblichen Lehrausbildungs-einrichtungen. So sollen deren räumliche und technische Infrastruktur, aber auch das Know-how der AusbildnerInnen von den Betrieben im Ausbildungsverbund genutzt werden können.​