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am 29. April

Tag der Arbeitslosen: Nächster Halt Hoffnung – unser Paket für den Arbeitsmarkt

Judith Pühringer - Die Menschen brauchen jetzt Hoffnung. Anlässlich des Tags der Arbeitslosen am 30. April zeigen wir, wie eine Post-Corona-Arbeitswelt aussehen könnte.

Die Corona-Krise ist noch nicht vorbei – vor allem nicht auf dem Arbeitsmarkt. Das zeigen die nach wie vor hohen Arbeitslosenzahlen.

Neue Formel der Arbeit

Arbeit ist nicht nur Erwerbsarbeit, sondern auch unbezahlte Arbeit. Wir müssen also das Bild der Arbeit verändern und über alle Dimensionen von Arbeit sprechen. Eine neue Sicht auf Arbeit jenseits der Erwerbsarbeit zeigt unter anderem auf, wie viel unbezahlte Care-Arbeit geleistet wird. Damit einhergehend muss auch über eine neue Verteilung von Arbeit nachgedacht werden, konkret über Arbeitszeitverkürzung. Ziel muss sein: Nicht immer mehr und immer schneller, sondern immer besser, immer menschengerechter: Alle Tätigkeiten brauchen Zeit, die fair verteilt sein muss. Die neue Formel der Arbeit lautet: Arbeit neu definieren, neu bewerten und neu verteilen.

Frauen aus der Krise führen

Besonders betroffen von der Corona-Krise sind die Frauen. Covid hat uns wie durch ein Brennglas die vielfältigen Diskriminierungen von Frauen in der Arbeitswelt vor Augen geführt. Sowohl die Erwerbsarbeit als auch die Sorgearbeit ist zwischen Frauen und Männern höchst ungleich verteilt. Frauen sind durch die gegenwärtige Wirtschaftskrise stark von Arbeitslosigkeit betroffen. In diesen Bereichen reicht ein bisschen Applaus nicht aus. Längst überfällig sind bessere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen und kürzere Arbeitszeiten. Denn Arbeit ist nicht nur Erwerbsarbeit, sondern auch unbezahlte Arbeit. Wir fordern ausreichend Kinderbetreuungsangebote, attraktive Arbeitsplätze in der Pflege mit guten Arbeitsbedingungen, besserer Bezahlung und kürzerer Arbeitszeit: Eine 35-Stunden-Woche in einem ersten Schritt könnte Arbeit besser verteilen und für alle mehr Zeit für die vielen Dimensionen von Arbeit bereitstellen. Es braucht auch spezielle Bildungsangebote für Frauen im Bereich der Pflege, aber auch im Bereich von Digitalisierung, Innovation und Technik.

Klimaschutz ist das beste Konjunkturprogramm

Wir kommen nur aus der Krise, wenn wir die soziale und arbeitsmarktpolitische Krise gemeinsam mit der Klimakrise meistern. Klimaschutz schafft Arbeitsplätze, eine stabile Wirtschaft und eine gute Zukunft für uns alle. Mit der (jährlichen) Klimamilliarde fließen enorm viele Mittel in die thermische Sanierung und in den Ausbau erneuerbarer Energien und damit in viele tausend Jobs. Diese Mittel müssen regional klug eingesetzt werden, etwa im Bereich Mobilität: Wie unterstützt man Menschen dabei, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, die das bisher nicht gewohnt waren? Wer kümmert sich in der Nachbarschaft um das gute Zusammenleben, wenn viele Menschen durch die Hitze viel im Freien sind, auch in der Nacht? Wer betreut Solaranlagen auf den Dächern? Wer macht Fassadenbegrünung?

Langzeitarbeitslosigkeit betrifft immer mehr Menschen

Die Corona-Krise hat mehr Menschen als je zuvor in die Langzeitarbeitslosigkeit geführt. Schon vor der Pandemie ist die Langzeitarbeitslosigkeit nicht mehr gesunken, jetzt ist sie doppelt so hoch wie davor. Langzeitarbeitslosigkeit ist die schlimmste und folgenreichste Form der Arbeitslosigkeit – weil Menschen daran verzweifeln und dies oft in Armut und soziale Ausgrenzung führt. Daher muss mit allen Kräften gegengesteuert werden. Wir fordern hier eine Jobgarantie für Menschen, die keine Chance mehr am Arbeitsmarkt haben, verbunden mit einem Green New Deal – für sie muss es Jobs geben im Bereich Klimaschutz und Ökologisierung. Wichtig ist auch der Ausbau von Sozialen Unternehmen und von Möglichkeiten, Menschen, die langzeitarbeitslos sind, mehr als ein Jahr wieder gefördert in einen Job zu bringen: Das geht nicht mehr nur über Qualifizierung, es braucht hier auch die Verbindung von Arbeiten und Lernen. Die Corona-Krise hat auch einen massiven Strukturwandel mit sich gebracht: Es wurde ganz deutlich, dass wir mehr Beschäftigung in Bereichen brauchen, die zukunftsfähig sind, wie etwa im Gesundheits- und Sozialbereich, aber auch im Bereich der Kreislaufwirtschaft.

Für eine bessere soziale Absicherung ist zudem eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes und der Notstandshilfe notwendig, außerdem muss die Sozialhilfe muss wieder eine echte Mindestsicherung werden.

MONIKA VANA ZUM TAG DER ARBEITSLOSEN

KAMPF DER PANDEMIEBEDINGTEN ARBEITSLOSIGKEIT! EUROPAWEITE SOZIALE MINDESTSTANDARDS DRINGEND ERFORDERLICH

Der von den Grünen vor über 20 Jahren begründete Tag der Arbeitslosen fällt auch dieses Jahr in die Pandemie, die unter anderem erhebliche soziale Langzeitfolgen haben wird. “Corona hat drastische Auswirkungen auf das Arbeitsleben und geht mit einem Rückfall in alte Rollenmuster einher. Frauen werden aus dem Arbeitsmarkt gedrängt und tragen angesichts der angestiegenen Sorge-und Pflegetätigkeiten die Hauptlast der Krise. Laut des Austrian Corona Panel Projects waren allein in Österreich im Sommer 2020 doppelt so viele Frauen wie Männer arbeitslos gemeldet. Die Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere der Gender Pay Gap, muss ein Ende haben. Die europäischen Coronahilfen müssen genau da ansetzen und gezielt die Gesundheits-und Sozialsysteme stützen”, fordert Monika Vana, Mitinitiatorin des Tag der Arbeitslosen und Delegationsleiterin der österreichischen Grünen im Europaparlament.