Automatenglücksspiel: soziale Kosten offenlegen
05.11.2009 11:27
Wien braucht eine seriöse Studie, mit der die Folgekosten des "Kleinen Glücksspiels" sichtbar werden.
Einmal mehr warnen ExpertInnen vor dem hohen Suchtpotential des Automatenglücksspiels. Hilfseinrichtungen für Spielsüchtige sind laut eigenen Angaben an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. Die in Wien allein regierende SPÖ versucht das Thema unter den Tisch zu kehren, während zB die SPÖ in Kärnten mit einem Antrag auf österreichweite Abschaffung des "Kleinen Glücksspiels" am Widerstand von ÖVP und BZÖ scheitert.
Automatenhersteller und -betreiber scheinen eine sehr gut funktionierende Lobby zu haben, während immer mehr Spielsüchtige auf der Strecke bleiben. Ich fordere das Land Wien auf, eine Studie in Auftrag zu geben mit der - ähnlich wie eine aktuelle Studie in der Steiermark - die tatsächlichen sozialen Folgekosten des Automatenglücksspiels in Wien offengelegt werden. Privatkonkurse, zerstörte Existenzen und Familien bis hin zu Selbstmordversuchen und Beschaffungskriminalität dürfen nicht totgeschwiegen werden.
All jene, die ein gutes Geschäft mit den Spielautomaten machen, Hersteller, Betreiber und nicht zuletzt die Stadt Wien mit ihren Steuereinnahmen, sollen auch für die Kosten aufkommen. Dann wird man sehen, ob sich die Gesellschaft das sogenannte "Kleine Glücksspiel" überhaupt leisten kann oder ob es nicht besser abgeschafft gehört.
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