Stolpersteine auf dem Weg zum Gratiskindergarten
13.03.2009 11:51
Wir haben den Gratiskindergarten endlich durchgesetzt, nun kümmern wir uns um die Details. Claudia Smolik stellt dem Bürgermeister wichtige Fragen.
Ist er wirklich für ALLE gratis?
Die Situation der privaten Kindergärten ist noch ungelöst. Bisher wurden die Plätze in städtischen Kindergärten ungleich höher gefördert als die in privaten Kindergärten. Und zwar mit 7.325 Euro pro Kind und Jahr, private Kindergärten erhielten 2.255 Euro pro Kind und Jahr. Laut Vizebürgermeistern Laska wird in Zukunft anders gerechnet: private Kindergärten sollen in Zukunft 310 Euro pro Kind pro Monat bekommen. Die Betreiberkosten für einen Platz im Privatkindergarten betragen jedoch 500 Euro im Monat. Wird die Differenz von den Eltern eingehoben?
Gibt es überhaupt genug Plätze und Personal?
Obwohl schon damit begonnen wurde, mehr Gruppen zu eröffnen und somit mehr Plätze anzubieten, wird ein Ansturm im Herbst nicht bewältigt werden können. Es gibt nicht ausreichend Plätze , vor allem im Bereich der Krippen ist ein Anstieg zu erwarten. Berufstätige Eltern haben einen Anspruch darauf und werden ihn einfordern.
Der Raum in den Kindergärten reicht nicht aus, um noch mehr Kinder aufzunehmen. Schon jetzt ist die Anzahl der Kinder für die räumlichen Gegebenheiten zu hoch, eine qualitätsvolle Betreuung kann nicht garantiert werden. Werden nun hart erkämpfte Bewegungsräume zu Gruppenräumen umgewandelt?
Die Personalsituation ist nach wie vor ungelöst. Auch wenn Stadträtin Laska immer wieder auf die in Ausbildung befindlichen PädagogInnen verweist, ist damit der momentane Bedarf nicht zu decken. Schon jetzt werben sich die Kindergartenbetreiber PädagogInnen gegenseitig ab. Krankenstände und Karenzierungen können nicht mehr ausgeglichen werden, oft werden dann zwei Gruppen zusammengelegt.
Ist der Anspruch auf einen qualitätsvollen Kindergarten ernst gemeint, müssen die Gruppen-größen verkleinert und mehr PädagogInnen pro Gruppe zur Verfügung gestellt werden.
Unsere Forderungen
- Garantie von Häupl oder Laska, dass der Gratis-Kindergarten auch wirklich für Alle gratis wird.
- Alle Details zum Gratiskindergarten müssen offen gelegt werden, damit sich alle Eltern und die Betreiber von Kinderbetreuungseinrichtungen auskennen.
- Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab Ende des Mutterschutzes.
- Aufstockung des Personals für Kinderbetreuung um 1.000 Personen.
- Kleinere Kindergruppen mit maximal 15 Kindern pro Gruppe im Kindergarten.
- Adäquate Bezahlung für Kindergarten-PädagogInnen, was eine Erhöhung von 30 bis 40 Prozent des Gehaltes bedeuten würde.
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