Wir präsentieren: Wiener Mut
20.09.2005 17:12
Wiener Mut kommt in den Wahlherbst. Wir präsentieren heute unser Wahlprogramm und unsere Plakatkampagne.
Grundsicherung von 800 Euro
Die Zahl der armutsgefährdeten Menschen in Wien hat sich in den vergangenen vierJahren verdoppelt. Daher fordern wir die Einführung einer Wiener Grundsicherung von 800 Euro im Monat. Wer weniger als diese 800 Euro im Monat zur Verfügung hat, bekommt die Differenz hinzugezahlt. Und zwar völlig unabhängig davon, ob dieses Geld aus Sozialleistung, aus Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder aus Erwerbsarbeit stammt. Als Rechtsanspruch, nicht als Almosen. Die 800 Euro orientieren sich dabei an jenem Wert, der als Armutsgefährdungsgrenze betrachtet wird. Von dieser Regelung würden knappe 15 Prozent der Menschen profitieren, die in Wien leben und deren Einkommen regelmäßig oder dauerhaft unter diesem Betrag liegen.
Das grüne Ziel: Armut in Wien abschaffen.
Plakat "Grundsicherung"
Mehr Frauen fördern
Wir wollen eine aktive Frauenpolitik, um Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen zu fördern und Gleichstellung und Selbstbestimmung zu erreichen. Konkret heißt das: Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe der Stadt Wien an Frauenförderpläne in Betrieben und die Neugestaltung der Wirtschaftsförderung für Unternehmensgründerinnen.
Das grüne Ziel: Innerhalb einer Legislaturperiode 11.000 neue Unternehmensgründerinnen in Wien und mindestens 30 Prozent Frauen in Vorstand- und Aufsichtsratspositionen von Firmen, die öffentliche Aufträge bekommen.
Plakat "Frauenförderung"
Solarenergie-Cluster
Wien ist in seiner Wärmeversorgung derzeit stark von fossilen Energieträgern abhängig, vor allem vom Erdgas. Es muss die nachhaltige Strategie Wiens werden, Energie aus erneuerbaren Energiequellen (z.B. Biomasse, thermische Solarenergie) zum Durchbruch zu helfen und Energieeffizienz in allen Bereichen umzusetzen. Daher fordern wir die Errichtung eines Solarenergie-Clusters in Wien.
Das grüne Ziel: Wien ist in zwanzig Jahren von fossilen Brennstoffen (Öl und Gas) unabhängig.
Plakat "Alternative Energie"
Mehrsprachigkeit in Schulen
Die Schulen stehen vor stetig wachsenden Herausforderungen, die sie bewerkstelligen müssen: kulturelle und sprachliche Differenzen, unterschiedliche Lerntempi oder die Vorbereitung auf das Berufsleben. Die zunehmenden Einsparungen machen den PädagogInnen ihre Arbeit nicht leicht, doch die wirklichen Leidtragenden dabei sind die SchülerInnen. Übervolle Klassenzimmer und wachsender Leistungsdruck stehen einer optimalen
Entwicklung und Förderung der individuellen Fähigkeiten im Weg.
Wir wollen maximal 20 SchülerInnen pro Klasse, den Ausbau der Ganztagesschulen, das kostenlose Nachholen von Bildungsabschlüssen (z.b. Hauptschulabschluss) und vor allem: massive Förderung von mehrsprachigem Unterricht.
Das grüne Ziel: Wiener SchulabsolventInnen sollen neben Deutsch zwei lebende Fremdsprachen beherrschen.
Plakat "Bildung"
Wiener Mut für Lesben und Schwule
Vielfalt ist eine Stärke jeder weltoffenen Gesellschaft. Wir wollen eine Stadt, in der Liebe frei ist, egal wer wen liebt bzw. wer mit wem zusammen leben möchte. Deshalb wollen wir lesbischen und schwulen Paaren die Möglichkeit geben zu heiraten.
Das grüne Ziel: Schaffung einer "Wiener Ehe" auf Landesebene. Rechtliche Gleichstellung durch einen Zivilpakt (Zip) für gleich- und verschiedengeschlechtliche Paare mit paralleler Öffnung der Ehe.
Plakat "Gleichstellung"
Downloads
- Grünes Wahlprogramm für Wien 2005 (PDF, 359.4 KB)
A-1082 Wien, Stiege 6
Tel: +43 1 4000 81800
Fax: +43 1 4000 99 81800
wien@gruene.at
KOMMENTARE
"zahnlos" - naja: Wer schon seit ewig grün wählt hat auch nicht mehr alle seine Beisser...
Im Ernst: Die Themen sind nicht neu, aber sie lösen an den Stammtischen immer noch genug unfreundliche Reaktionen aus. Und warum sollte frau/man genau dann aufhören, wenn manches nach langem Kampf "in sowas wie Reichweite" rückt? - wenns auch noch ein Weilchen dauern wird.
In diesem Sinne finde ich auch die Kampagne gelungen, sie polarisiert nicht, sondern spricht Themen unverkrampft aber konkret an.
leider ist das wahlprogramm ziemlich zahnlos. keine ecken und kanten um ja niemanden weh zu tun. schade für die grünen. aber so mag ich euch nicht. das sind ja die kpö plakate schärfer als eure. vor allem das ellensohn plakat finde ich besonders öd. das ganze geht mir schwer auf die nerven. warum seid ihr so angepasst. mit eurem ziel die övp zu überholen habt ihre grundsätze über bord geworfen.
zum plakat: ob ein plakat fad ist oder nicht, das ist geschmackssache. die fälle, die david ellensohn bearbeitet, sind ganz und gar nicht fad >>> see www.davidellensohn.at
um den vorwurf der "zahnlosigkeit" beantworten zu können, brauchst mehr info. wir bitten um konkrete beispiele!
die redaktion
als werber finde ich die kampagne "ganz nett", sie tut keinem weh und hebt sich durch die idee mit dem teppich wenigsten optisch wohltuend von der restlichen wahlwerbung ab.
aber jedes mal, wenn ich das partei-logo oben rechts am plakat sehe (da wo der teppich angehoben ist), frage ich mich, warum sich die wiener grünen selbst unter den teppich kehren wollen...
wollen wir eh nicht. wir wollen aber der stadt aber nicht alles aufdrücken wie die spö es seit jahren tut.
die reaktion
Ich weiß nicht, ob ich's tragisch finden soll, dass die Grünen fahrlässig mit der Chance umgehen, sich im Wahlkampf klar zu positionieren, oder ob ich nüchtern für mich festhalten sollte, dass sich die Grünen weit von dem entfernt haben, was sie früher für mich interessant gemacht hat. Die Wahlsujets zeichnen sich jedenfalls durch Mut- und Einfallslosigkeit aus. Der ANspruch, sich als ALternative Kraft zu positionieren ist komplett verloren gegeangen. Der Spruch "Wir zeigen, wie's anders geht" wurde schlicht der ÖVP überlassen, während mit letzterer gleichzeitig beim Thema "Sauberkeit" konkurriert wird - die Grünen wollen "sauber bleiben" und die ÖVP will "Sauberkeit und Ordnung"... Bevor ich mich noch länger auslasse, mein kurzes Resümee: eine misslungene Kampagne der Grünen.
ich kann alle Punkte nur unterschreiben, vor allem den Punkt der Nutzung von erneuerbaren Energiequellen. Bezgl der Grundsicherung kann ich mir noch nicht ganz vorstellen wie die Vergabe passiert und wie sie finanziert wird, trotzdem ist es gut dies zu thematisieren
Die Wiener Grundsicherung ist in wenigen Sätzen schwer zu erklären: drum besser nachlesen unter wien.gruene.at/grundsicherung.- Dann sollten keine Fragen offen bleiben :-)
lg von der Webredaktion
Nette Ideen, im Gegensatz zur Steuerreform der Regierung würde eine solche Grundsicherung bestimmt auch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, aber woher soll das Geld dafür kommen? Es wäre schon, wenn sich endlich einmal eine Partei mit unserem Geldsystem beschäftigt und den einzig möglichen Schluss zieht - die Einführung einer umlaufgesicherten Regionalwährung! Mehr zum Thema Freigeld auf meiner Webseite: http://www.hostmaster.org/Econ- omy/
mit den die 300. Mill EUR Gewinn die die Stadt jedes Jahr macht.
Schwache Kamapgne - bin enttäuscht.
Am besten finde ich das Plakat :
"Wiener Mut für NEUE ENERGIEN ...."
Gefällt mir SEHR gut! Gratulation!
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