Die Grünen

Dienstag, 9. Februar 2010

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Bio ist auch Klimaschutz

13.03.2007 11:21

 

Die biologische Landwirtschaft leistet einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz, aber auch zum Klimaschutz. In Wien ist Bio noch zu wenig vertreten.

Weniger CO2 durch Biolandwirtschaft

Biologische Landwirtschaft leistet einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz. Durch den Verzicht von chemisch-synthetischen Düngemitteln und Pestiziden enthalten Biolebensmittel weniger Schadstoffe, durch den Fruchtfolgeanbau wird der Humusgehalt im Boden verbessert was sich auch auf den Nährstoffgehalt der Pflanzen bzw. der erzeugten Biolebensmittel positiv auswirkt. Dass der Verzicht auf chemisch-synthetische Düngemittel und Pestizide zu einem geringeren Eintrag dieser Schadstoffe in den Boden und in weiterer Folge in das Grundwasser bedeutet, ist leicht nachvollziehbar. Der Verzicht auf diese Stoffe bedeutet aber auch einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz, weil synthetische Düngemittel und Pestizide in der Produktion energieaufwendig sind: Die Produktion, Verwendung und auch die Förderung biologischer Lebensmittel ist aktiver Klimaschutz.

Öko- bzw. Umweltbilanzen versuchen die positiven Umwelteffekte, die sich durch die biologische Landwirtschaft ergeben, zu quantifizieren. Das Umweltbundesamt verweist etwa auf eine aktuelle Literaturstudie bei der 400 Studien ausgewertet wurden und die zeigt, dass der biologische Landbau in vielen Bereichen geringere Umweltauswirkungen hat als die konventionelle Landwirtschaft (siehe Grafik).

Grafik: Umweltbundesamt

Energieverbrauch

Speziell zum Energieverbrauch kommt die Studie zum Ergebnis, das biologische Landwirtschaft bezogen auf die bewirtschaftete Fläche einen deutlich geringeren Energieverbrauch verursacht und zwar sowohl im Bezug auf den direkten Energieverbrauch (Treib- und Schmierstoffe) als auch auf den indirekten Energieverbrauch (Energie zur Herstellung von Dünger und Pestiziden). Und zusammenfassend attestiert die Studie, dass gut geführte biologische Landwirtschaft im Bezug auf alle Umwelteffekte positiv zu bewerten ist.

Ein weiteres Ergebnis einer Energiebilanz für biologische Landwirtschaft wird anhand der Studie "Energy use in organic farming systems" gezeigt: Hierbei wird deutlich, dass nicht nur bezogen auf die bewirtschaftete Fläche, sondern auch bezogen auf den tatsächlichen Ertrag die biologische Landwirtschaft deutlich besser abschneidet als die konventionelle. Einzige Ausnahmen stellen hier Karotten dar: Biologisch angebaute Karotten benötigen zur Herstellung, aufgrund des geringeren Ertrages bei der biologischen Landwirtschaft, mehr Energie. Biologische Landwirtschaft ist also in allen Aspekten ökologisch vorteilhaft und sollte gefördert werden, auch in Wien.

Wir fordern: Mehr Biolandwirtschaft für Wien

Von insgesamt sieben Landwirtschaftsbetreiben die im Eigentum der Stadt Wien stehen, betreiben nur zwei biologischen Landbau. Die Grünen Wien fordern die vermehrte Umstellung sowohl privater Betriebe als auch der Betriebe der Stadt Wien auf Biobetriebe. Dazu ist eine umfassende Informationskampagne, der Ausbau der Selbsternteprojekte (Ökoparzellen) eine höhere Förderung für Biobetriebe (Überarbeitung der Wiener Förderkriterien für die Landwirtschaft) sowie die verstärkte Direktvermarktung von Bioprodukten notwendig.

Nur 17 Biobetriebe in Wien

Entgegen den medialen Ankündigungen der Stadt Wien wird der Biolandbau von der Stadt Wien zu wenig forciert. Von den rund 850 Landwirtschaftsbetreiben in Wien sind nur 17 Betriebe (Stand Dezember 2005) Biobetriebe. Obwohl es in Wien viel Gemüsebauern gibt, und das "Wiener Gemüse" von der Umweltstadträtin auch immer wieder beworben wird, gibt es nur zwei Wiener Biobetriebe die Feldgemüse anbauen.

Auch bezüglich Weinanbau ist Wien in Österreich bedeutend. Nach Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark ist Wien im Bezug auf die erzeugte Weinmenge an der vierten Stelle. Mit nur drei Biobetreiben ist aber auch hier Wien vollkommen unterrepräsentiert. 251 Bioweinbetriebe gibt es in Niederösterreich, 153 in Burgenland, 84 in der Steiermark und sogar vier in Vorarlberg wo der Weinbau bei weitem unbedeutender als in Wien.

Mit dem Weingut Cobenzl betreibt die Stadt Wien selbst ein bedeutendes Weingut, die Umstellung auf einen Biobetrieb ist hier längst überfällig und würde auch ein positives Signal für andere Betriebe in Wien setzen.



 

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