18.3.2010
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Altlast in neuem Kontext: Grüne Wien erfreut über Neugestaltung von NS-Kunst

Morgen Freitag wird besonderes Kunstwerk seiner Bestimmung übergeben: [transkription] von Maria Theresia Litschauer.

Vor sechs Jahren entdeckte ein aufmerksamer Anrainer ein NS-Denkmal auf dem Gemeindebau Thuryhof (Marktgasse 3): Es zeigt einen schwerttragenden Recken und darunter ein Zitat Adolf Hitlers: "Wir bitten Dich Herrgott, lass uns niemals wankend werden und feige sein, lass uns niemals die Pflicht vergessen, die wir übernommen haben". Der Name des Urhebers wurde weggemeißelt, der Inhalt blieb. "Ein Symbol für den Umgang der zweiten Republik mit problematischem Erbe", so der stellvertretende Bezirksvorsteher der Grünen Alsergrund, Stefan Freytag

Auf Antrag der Grünen wurde diese Altlast nun zeithistorisch-künstlerisch bearbeitet - "nach jahrelanger Verzögerungstaktik durch  die SPÖ", wie sich der Grün-Gemeinderat Marco Schreuder kopfschüttelnd wundert - "sogar die Urheberschaft Hitlers wurde von der SPÖ bezweifelt, obwohl sie eindeutig belegt ist." Schreuder freut sich aber, dass letztendlich eingelenkt wurde: "Die Neugestaltung des NS-'Kunstwerks' stellt einen wichtigen Schritt dar!" 

Maria Theresia Litschauer schuf nun mit ihrer [transkription] einen neuen Kontext für das jahrzehntelang verdrängte Denkmal. Ihre räumliche Installation verdeckt die nationalsozialistische Propagandakunst nicht, sondern reflektiert ihre Auswirkungen - bis hin zu den Schicksalen der jüdischen Frauen und Männer, die vor 1938 im Thuryhof wohnten. Das Kunstwerk zwingt den interessierten Leser buchstäblich, sich vor diesen Menschen zu beugen, ja hinzuknien, und ihrer damit zu gedenken.

 

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