Stadtspaziergang: Netzwerk der NS-Militärjustiz aus Verfolgung, Verhaftung und Verurteilung

David Ellensohn, Klubobmann des Grünen Klubs im Rathaus, und der Arbeitskreis Denkmalpflege laden am 6. Mai erstmals zu einem Stadtspaziergang ein, bei dem das Netzwerk der NS-Militärjustiz aus Verfolgung, Verhaftung und Verurteilung erforscht wird.
Selbstverstümmler, Wehrkraftzersetzer_innen, Hoch/Landes/Kriegsveräter_innen, Deserteure und viele andere – es gab viele Formen der Entziehung, in Wien existieren aber nur wenige Orte, die an sie erinnern.

Bei diesem Rundgang soll ein Ort der Peripherie erforscht und mit den Gerichten in der Innenstadt verbunden werden:

In der Gatterburggasse 12 im 19. Bezirk, dem heutigen Bezirksamt, bestand ein Wehrmachtsgefängnis, in dem bis zu 50 Personen gleichzeitig von der Wehrmacht inhaftiert waren. Obwohl das ehemalige Gefängnis heute vom „Bürgerdienst“ der Stadt Wien genutzt wird, gibt es dort keine Form von Erinnerung oder Gedenken.

In der Innenstadt werden Orte der Verfolgung durch die Wehrmachtsstreife und die Verurteilung durch Wehrmachtsrichter nachvollzogen. Wir besuchen dazu das Gericht der Wehrmachtskommandantur in der Universitätsstraße 7, das Feldkriegsgericht in der Hohenstaufengasse und den Standort der Wehrmachtsstreife in der Rossauerkaserne, der als Folterort diente.

Wien war mit dem Netzwerk der NS-Militärjustiz überzogen, so existierten neben den oben genannten Orten weitere Standorte in den Bezirken, es gab aber keinen Hauptstandort. Durch unseren Stadtspaziergang soll auch diese Komponente sichtbar gemacht werden.

Wann&Wo

  • 6. Mai 2011, 16 Uhr
  • Brunnen im Votiv-Park

Treffpunkt für den Spaziergang: Brunnen im Votiv-Park (zw. Votivkirche und Universitätsstraße)
Beginn: 16h (pünktlicher Beginn aufgrund des umfangreichen Programms)
Dauer: etwa 2 Stunden

Begrenzte TeilnehmerInnenzahl – um Anmeldung bei Miriam Grafl miriam.grafl@gruene.at wird gebeten.

Portraitfoto von David Ellensohn

David Ellensohn

Wiens Grüner Klubobmann