Equal Pay Day 09: Mehr Knödl für Frauen!
25.09.2009 10:07
Frauenarbeit ist gleich viel wert und muss auch gleich bezahlt werden.
Frauen verdienen in Österreich bei gleicher Tätigkeit um 26,2 Prozent weniger als Männer. In Arbeitstage umgerechnet, verdienen Frauen erst zum Jahresende das, was Männer bereits bis 27. September verdient haben, in Wien am 5.10.. Frauen arbeiten also 96 Tage "gratis". Das ist ungerecht. Der Equal Pay Day macht darauf aufmerksam. Wir nehmen die Ungerechtigkeit beim Einkommen von Frauen und Männern nicht länger hin. Der Tag für die gleiche Bezahlung muss der 31. Dezember werden!
Österreich: Spitzenreiter bei der Einkommensdiskriminierung
Platz 26 von 27 EU-Ländern
Im EU-Schnitt ist Österreich mit 25,5 Prozent Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern beim Bruttostundenlohn an die vorletzte Stelle abgerutscht. Nur in Estland werden Frauen noch schlechter bezahlt.
Platz 121 von 130 Ländern weltweit
Im Ranking des Global Gender Gap Report 2008 des Weltwirtschaftsforums liegt Österreich bei der Einkommensgerechtigkeit zwischen den Geschlechtern auf Platz 121 unter 130 analysierten Ländern.
Von Anfang an weniger
Einkommensungleichheiten gibt es schon beim Berufsstart. Berufe, die Mädchen ergreifen, haben schlechtere kollektivvertragliche Ausbildungsvereinbarungen. In den frauendominierten Lehrberufen ist das Einkommen um bis zu einem Viertel niedriger. So verdient z.B. ein Lehrling im 1. Lehrjahr als FriseurIn um durchschnittlich 110 bis 140 Euro weniger als in Berufen des Elektro- und Metallbereichs. Und das Monat für Monat.
Vergleicht man die Lehrlingsentschädigung der 10 beliebtesten Lehrberufe von Mädchen (die Top 3- Lehrberufe sind: Einzelhandel, Bürokauffrau, Friseurin) mit den 10 beliebtesten Lehrberufen von Burschen (Top 3: Kraftfahrzeugtechniker, Elektroinstallationstechniker, Maschinenbautechniker), dann beträgt die Differenz im ersten Lehrjahr 10%, im 3. Lehrjahr bereits 19%.
Die Lage in Wien
In Wien arbeiten Frauen "erst" ab dem 5. Oktober 2gratis2. Der Einkommensnachteil ist besonders groß für Angestellte (37%), Arbeiterinnen (35%) und Pensionistinnen (36%). 15% weniger Einkommen sogar für Frauen, die das ganze Jahr über voll arbeiten. Drei von vier Teilzeitbeschäftigen sind Frauen. Atypische Beschäftigung von Frauen steigt auch im Öffentlichen Dienst, die Einkommensunterschiede nehmen zu, nur 1 Prozent der Männer im Magistrat geht in Elternkarenz. Berufsunterbrechung aufgrund von Kinderbetreuungsarbeit geht fast ausschließlich auf Kosten der Fraueneinkommen – und das ein Leben lang. Ungerechtigkeit beim Einkommen von Männern und Frauen ist nicht hinzunehmen! Frauenarbeit ist gleich viel wert!
Wir fordern daher mehr Knödl für Frauen durch:
- Ein Aktionsprogramm für "gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit"
- Einen gesetzlichen Mindeststundenlohn
- verpflichtende Transparenz bei Gehältern für Unternehmen und öffentlichen Dienst
- Keine öffentlichen Aufträge für Unternehmen, die Frauen benachteiligen
- Diskriminierungsfreie Arbeitsbewertung
- Erhöhung der Lehrlingsentschädigung in frauendominierten Branchen
für Wien: Die SPÖ muss endlich in Wien umsetzten, was sie im Bund fordert!
- Stadt Wien mit rund 75.000 Beschäftigten sollte Vorreiterin in Sachen Einkommensgleichheit sein: Umsetzung von "gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit" im Magistrat und Hebung des Frauenanteils in Spitzenfunktionen, Vollständige Einkommenstransparenz, Förderung der Väterkarenz und Einführung "Papa-Monat"
- Koppelung der Wirtschaftsförderung und öffentlichen Auftragsvergabe an Frauenförderung
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