13.9.2011
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Die nervigste Ampel Wiens steht fest
Stadträtin Maria Vassilakou wollte es wissen: Bei welcher Ampel ist die Grünphase zu kurz? Wo musst du ewig warten, um Grün zu bekommen? Hier die Ergebnisse.
Die MitarbeiterInnen der MA 33 - Wien Leuchtet haben die tausenden Meldungen zu Wiens nervigster Ampel auf Hochtouren ausgewertet. 3.824 Zusendungen hat es im Zeitraum zwischen dem 16.8.2011 und dem 7.9.2011 gegeben.
Platz 1: Währinger Gürtel / Nußdorfer Straße
Am häufigsten genannt und somit Wiens nervigste Ampel ist die Ampel im Kreuzungsbereich Währinger Gürtel / Nußdorfer Straße. Hier gibt es tägliche Rückstaus am Währinger Gürtel, der Döblinger Hauptstraße und der Billrothstraße. Dieser Kreuzungsbereich ist der am stärksten belastete Knoten im Norden Wiens. Hier treffen sehr viele unterschiedliche Verkehrsströme - öffentlicher Verkehr, FußgängerInnen und RadfahrerInnen und natürlich der motorisierte Individualverkehr aus dem 19. Bezirk und des Wiener Gürtels - aufeinander. Es ist hier daher notwendig, die Freigabezeiten auf 3 Bereiche zu teilen, was bei den umliegenden Ampeln nicht der Fall ist. Die Erarbeitung einer Lösung, die für alle VerkehrsteilnehmerInnen passt, ist sehr komplex, bedarf mehr Zeit und wird in einem Fachgremium behandelt, in dem VertreterInnen aller Verkehrsgruppen vertreten sind. Über das Ergebnis wird die MA 33 - Wien Leuchtet gesondert berichten.
Platz 2 : Taborstraße/Obere Augartenstraße
Knapp dahinter liegt die Ampel im Kreuzungsbereich Taborstraße/Obere Augartenstraße. Bei dieser Ampel haben die Fußgängerinnen und Fußgänger über zu kurze Grünzeiten geklagt. Die derzeitige Situation sieht so aus, dass die FußgängerInnen die die Obere Augartenstraße
auf Höhe der Ampel Taborstraße queren, den 25m breiten Schutzweg benutzen müssen. Auf Grund der Nähe zur U2-Station ist die FußgängerInnenfrequenz dementsprechend hoch. Gleichzeitig gibt es ein hohes Verkehrsaufkommen von Fahrzeugen, die von der Taborstraße
rechts in die Obere Augartenstraße abbiegen. Der hier vorliegende Konflikt ist bedingt verträglich (gleichzeitige Freigabe möglich) und kann auf Grund der Leistungsfähigkeit nicht getrennt werden. Durch die gleichzeitige Freigabe unterbinden rechtsabbiegende Fahrzeuge, die auf eine Fußgängerlücke warten, den Verkehrsfluss. In weiterer Folge setzt sich der Rückstau bis auf die Gleise der Straßenbahn fort. Um diesen Effekt entgegen zu wirken reduziert die derzeitige Straßenbahnbeeinflussung die Grünzeit für FußgängerInnen.
Lösungsvorschlag: Räumzeitanzeige, wie sie derzeit bei der Pilotanlage Landesgerichtsstraße/Josefstädter Straße erprobt wird. Die Räumzeit des Schutzweges beträgt 19 Sekunden. Durch die Anzeige der Räumzeit mittels Gelbblinklicht könnte für FußgängerInnen das Sicherheitsgefühl verbessert werden.
Platz 3: Laaer-Berg-Straße/Rudolf Frimmel-Gasse
Der 3. Platz ging an die Ampelanlagen im Bereich Laaer-Berg-Straße/Rudolf Frimmel-Gasse. Hier sieht die Situation so aus, dass sich in der Laaer-Berg-Straße zwischen Theodor-Sickel-Gasse und Absberggasse 4 Ampeln mit sehr kurzen Knotenpunktabständen befinden. Im Zusammenhang mit der Dreiphasensteuerung, die durch die Linksabbieger notwendig ist, ergibt dies schwierige Rahmenbedingungen für die Realisierung einer grünen Welle. In den Morgen- und Abendstunden ist somit nur eine Kompromisslösung möglich, die eine grüne Welle entweder stadtein- oder stadtauswärts gestattet. Während der Nachtstunden wird von FahrzeuglenkerInnen ein Gelbblinkbetrieb gefordert, um unötige Wartezeiten zu vermeiden. Derzeit werden alle Phasen (Abbieger, Querverkehr und Fußgänger) automatisch in den Umlauf geschalten, um eine starre Koordinierung zu erzeugen.
Lösungsvorschlag: Während der Nachtstunden sollen verkehrabhängige Programme geschalten werden, die ohne Anmeldung ein dauergrün für die Laaer-Berg-Straße schalten. Dies ist eine relativ kostengünstige Maßnahme, da Schaltprogramme und Sensorik vorhanden sind. Ein Gelbblinkbetrieb in den Nachtstunden ist aus Verkehrssicherheitsgründen bei mehrstreifigen Fahrtrichtungen nicht erlaubt, da ein solcher Schutzweg lt. StVO mit einem Lichtsignal geregelt sein muß.
Die Top 10 ab nächster Woche
Knapp nicht auf das Podest der nervigsten Ampeln Wiens ist die Ampel im Bereich Vorgartenstraße/Walcherstraße gekommen. Auch hier haben die FußgängerInnen zu kurze Grünzeiten und auch zu lange Wartezeiten auf die nächste Grünphase gemeldet. Bei dieser Ampel war seitens der MA 33 - Wien Leuchtet schon eine Programmänderung geplant. Diese
Änderung wurde am 7.9.2011 durchgeführt. Die FußgängerInnen haben nun längere Grünzeiten erhalten.
Insgesamt liegt die Anzahl der Meldungen nah beieinander. Die Vollauswertung unter Nennung aller zehn nervigster Ampeln und der Präsentation der Lösungsvorschläge wird bis Anfang kommender Woche andauern. Dann wird die vollständige Liste der 10 nervigsten Ampeln vorliegen und veröffentlicht.
