15.6.2011
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Wien und Brünn rücken zusammen

Letzte Woche hat Alexander Van der Bellen mit einer Delegation aus Wien Brünn besucht. Dort entsteht eine beachtliche Forschungsinfrastruktur im naturwissenschaftlichen Bereich – und zwar nur knapp über 100 km entfernt und damit näher als Linz oder Graz. Eine Kooperation ist naheliegend.

Unsere Nachbarn sind dabei, EU-Mittel in Höhe von über 600 Millionen Euro zu lukrieren und damit in den Sciences und Life-Sciences kritische Massen internationalen Ranges aufzubauen. Allein in das Central European Institute of Technology (CEITEC) werden 210 Millionen Euro fließen. Aber auch andere Forschungsinstitutionen, vor allem in den Bereichen Medizin (vorklinisch und klinisch), Veterinärmedizin, Nanotechnologie sowie Pflanzenforschung, werden entscheidende Schritte vorwärts machen. So konnte das International Clinical Research Center (ICRC) am St. Anna Spital in Brünn schon jetzt die weltberühmte Mayo Clinic aus den USA als strategischen Partner gewinnen.

Neue Andockstellen für Wiens Wissenschaft

Ich habe Wien mit dem Ziel repräsentiert, gemäß dem Rot-Grünen Regierungsübereinkommen neue Plattformen und Andockstellen für in Wien ansässige Wissenschaft zu identifizieren. (Der Standard hat auch darüber berichtet). Der Blick nach Brünn drängt sich da förmlich auf. Es ging mir darum, von Beginn an den Willen der Stadt und seiner Forschungslandschaft zur Kooperation mit diesem aufstrebenden Standort deutlich zu machen. Das ist auch gelungen. Das Interesse an enger Kooperation ist auf beiden Seiten groß. Im Herbst gibt es den ersten Gegenbesuch der KollegInnen aus Brünn.

Internationale Forschungszusammenarbeit

Wenn es in Brünn gelingt, eine international sichtbare Forschungsleistung zu entwickeln, dann kann auch Wien davon profitieren. Allerdings nur dann, wenn der offenbar vorhandene Wille zur Kooperation auch genützt wird. Der nächste Flughafen von Brünn aus gesehen ist Wien-Schwechat. Die ForscherInnen aus aller Welt könnten also durchaus über Wien, nicht etwa Prag, anreisen.

Freilich muss es das Ziel sein, nicht nur erste Destination für die Anreise sondern auch für Forschungskollaboration zu sein. Das wird aber nur dann gelingen, wenn wir Brno nicht als Konkurrenz sehen und den dortigen Entwicklungen mit der berühmt berüchtigten Methode des Nicht-einmal-ignorierens begegnen, sondern als Partner. Meine Reise nach Brno war ein erster Schritt dazu.

 

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