11.4.2011
(5 Kommentare)

Spatenstich für den ersten Gemeinschaftsgarten

Wir haben am Freitag ein innovatives Hofbegrünungsprojekt gestartet, viele weitere werden folgen. Wir laden die BürgerInnen ein, den öffentlichen Raum gemeinsam in Besitz zu nehmen, zu garteln und Natur zu erleben.

Gärten sind ideale Orte der Begegnung, dort ist auch in urbanen Zentren möglich, gemeinsam „Natur“ zu erleben. Wir haben daher schon in der Opposition viele Grünraumprojekte vorangetrieben, zum Beispiel die „Guerrilla-Gardening“-Aktionen. In der Regierung können wir mehr erreichen: wir initiieren Gemeinschaftsgärten in ganz Wien.

Wiens Kinder und Jugendliche brauchen mehr Grün

Gemeinsam mit „JUVIVO.15“, einem Verein für Kinder- und Jugendarbeit, haben wir im Innenhof des Hauses Huglgasse 14 eine Nachbarschaftsgarten gestartet. Die Fläche des Hofes, die ausgestaltet wird, beträgt rund 80 m². Durch die Innenhofbegrünung werden ein Beerensträucherbeet, ein Hügelbeet und zwei Hochbeete geschaffen, die von den Kindern und Jugendlichen gemeinsam bepflanzt werden. Außerdem wird ein Komposthaufen angelegt, um den nötigen Dünger selbst herzustellen und chemisch-industrielle Düngemittel überflüssig zu machen. Auch Rankgerüste und Sitzgelegenheiten werden unter fachlicher Anleitung zum Teil aus Recyclingmaterialien selbst gebaut und gestaltet. Als Ort der Kommunikation und Naherholungsraum direkt vor der eigenen Hautür steht der begrünte Innenhof selbstverständlich auch den MieterInnen des Hauses zur Verfügung.

Bei der Pflanzenauswahl liegt der Schwerpunkt auf Obst und Gemüse. An zwei Holzgerüsten mit Balkonkästen ist die Bepflanzung mit Zierpflanzen und Kräutern vorgesehen. In regelmäßigen Abständen kann somit gemeinsam geerntet und gekocht werden. Im Rahmen der Nutzung des Innenhofs wird ein Umwelt- und Ernährungsprojekt entwickelt, das von einer Ernährungswissenschaftlerin begleitet wird.

Andere realisierten Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten im privaten, halböffentlichen und öffentlichen Bereich

Ein Nachbarschaftsgärtchen gibt es zum Beispiel am Max-Winter-Platz. Es werden dort 16 Hochbeete mit Gemüse bepflanzt, Grundidee ist die Förderung der Kommunikation im Grätzel zwischen BewohnerInnen, der Jugendeinrichtung Bassena und einer Pfadfindergruppe.

Das Projekt „garten.meidling“ erschuf in der Wolfganggasse eine Gartenlandschaft zwischen Gehsteig und Parkspur. Wo zuvor nur extensiv begrünt wurde und Vierbeiner ihr Geschäft verrichteten, entstand in Überlagerung mit der vorhandenen Bepflanzung ein großer gemeinsamer Garten als hochwertiger Aufenthaltsraum im städtischen Gefüge. Seit 2009 bepflanzen und pflegen BewohnerInnen ihre „eigenen Beete“ rund um fünf impulsgebende Gartenteile von bildenden KünstlerInnen aus Österreich, Serbien und der Türkei.

Am Pilotprojekt „Nachbarschaftsgarten Heigerlein“ sind 26 Familien aus neun Nationen beteiligt. Unter anderem gibt es auch ein Hochbeet mit einer rollstuhlgerechten Umfahrung, das den BewohnerInnen des Hauses der Barmherzigkeit ermöglicht zu gärtnern. Weitere Beete werden vom Kindergarten der Kinderfreunde in der Seeböckgasse , zwei Klassen der Julius-Meinl-Volksschule sowie dem Nachbarschaftszentrum Stöberplatz betreut.

Nachbarschaftsgärten im Gemeindebau: so geht´s

Nach den äußerst erfolgreichen und positiven Erfahrungen mit dem Pilotprojekt im Oscar-Helmer-Hof werden in diesem Jahr ähnliche Projekte in einer Reihe von Wiener Gemeindebauten ins Leben gerufen.

Die Voraussetzungen sind:

  • die Zustimmung der MieterInnen für Umwidmung der Gemeinschaftsgrünfläche zu einem Gemeinschaftsgarten besteht.
  • den nicht zustimmenden MieterInnen dürfen darüber hinaus keine Kosten aus der Benützung und Verwaltung der Gemeinschaftsgärten erwachsen, außer sie stimmen in diesem Punkt zu.
  • der neu geschaffene Gartenbereich ist als Gemeinschaftseinrichtung aus Sicherheitsgründen eingezäunt.
  • Regelungen hinsichtlich der allgemeinen Zugänglichkeit sowie die Erfüllung umfangreicher technischer Erfordernisse wie die Wasser- und Stromversorgung sowie eines Subwasserzählers
  • Da ein wesentlicher Zweck auch der Anbau von Gemüse und Kräutern ist, kommen aus pflanzenphysiologischen Gründen nur sonnige Lagen in Frage.
  • Von Gebäuden sollte der Abstand  mindestens  20 Meter betragen, um Beeinträchtigungen durch Lärm und Geruch zu minimieren.

Interessentinnen wenden sich bitte an wohnpartner, das Nachbarschaftsservice im Wiener Gemeindebau.

Nachbarschaftsgärten in Privathäusern: so geht´s

Innenhofbegrünungen sind ein wichtiger Bestandteil im Rahmen der sanften Stadterneuerung in Wien. Sie erfüllen eine wichtige Funktion bei der Versorgung der Stadt mit Freiräumen, bieten Gelegenheit zum Garteln und fördern die Hausgemeinschaft sowie Kommunikation in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Gebietsbetreuung Stadterneuerung, als Service-Einrichtung der Stadt Wien, gibt Tipps und Hilfestellung bei Innenhofbegrünungen. Eine Reihe weiterer Projekte starten im heurigen Jahr.

Förderung der MA 42 für Innenhof-, Dach- und Vertikalbegrünung

Die Wiener Stadtgärten (MA 42) fördern die Begrünung von Innenhöfen mit dem Ziel die Lebensqualität für die BewohnerInnen zu heben. Wird die Arbeitsleistung in Eigenregie erbracht, können 100% der Materialkosten bis zu einer Höhe von maximal 2.200 € übernommen werden.

 

Story weiterempfehlen: Share |

Kommentare

 

Rüdiger Maresch

Rüdiger Maresch
ruediger.maresch@gruene.at

v.r.n.l.: Gemeinderat Rüdiger Maresch, Doris, Azra, Wohnbaustadtrat Ludwig Foto: PID/Halada