5.4.2011
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Wien soll der Motor der Energiewende werden
Bei unserer heutigen Klubklausur geht es unter anderem um die notwendige Trendwende beim Thema Energie. Wir wollen nicht nur erneuerbare Energiequellen und Effizienz massiv fördern, sondern auch einen Wandel beim Verbrauch.
Klubklausur April 2011

Eine Trendwende in der Energiepolitik ist nötig
Derzeit gehen alle ExpertInnenprognosen von steigendem Energieverbrauch in Wien aus. Ich halte es für möglich, dass wir bis 2020 trotz steigender Bevölkerung 10 Prozent weniger Energie verbrauchen als heute. Wien soll mit uns Grünen zum Antreiber der Energiewende werden.
Bei steigender Bevölkerung weniger und nicht mehr Energie zu verbrauchen, ist ein bahnbrechendes Unterfangen. Das bedeutet ein völliges Umdenken in unserem Zugang zu Energie - nicht ein bisschen mehr davon und ein bisschen weniger dort. Wir haben eine echte Grüne Trendwende vor Augen: Nicht nur Ersetzen von Energiegewinnung, sondern tatsächlich Sparen und Effizienz.
Fukushima zeigt, dass der bisherige Weg in der internationalen Energiepolitik gescheitert ist. Auf Risikotechnologien wie AKW können wir die Zukunft nicht bauen. Sie sind nicht sicher und sie werden immer teurer werden, weil sie nicht sicher sind. Es ist der Öffentlichkeit nicht zumutbar, Kosten für Störfälle, GAUe und SuperGAUe zu tragen. Fukushima ist das Waterloo der Nuklearindustrie.
Dazu kommt die Entwicklung im Bereich der fossilen Energien: Die Preise für Erdöl, damit für Erdgas, klettern stetig. Wir halten jetzt bereits bei Allzeithochpreisen auf den internationalen Märkten.
Folgende Prinzipien sollten im Mittelpunkt der Energieplanung stehen:
- Der Einsatz der effizientesten Technologien;
- keine Energiearmut in Wien;
- Energiewende für die WienerInnen;
- mehr Unabhängigkeit von Energieimporten.
Wir bauen die Öffis massiv aus, um den Autoverkehr zu reduzieren
Ein zentrales Vorhaben wird es sein, die Pendlerproblematik in der Region Wien / Niederösterreich in den Griff zu bekommen. Innerhalb von 10 Jahren habe sich die Zahl der AutopendlerInnen aus dem Raum Mödling von 28.000 auf 54.000 fast verdoppelt. Derzeit fahren drei von vier PendlerInnen mit dem Auto. Das muss anders werden. Wir brauchen die Parkraumbewirtschaftung, weil es um eine Lenkung geht: Wir wollen, dass weniger mit dem Auto gependelt wird, dass es weniger Autofahrten in Wien gibt. Dazu braucht es auch bessere Verbindungen im öffentlichen Verkehr: Wir wollen einen 15-Minuten-Takt auf dem S-Bahn-Netz ins Wiener Umland.
Wir steigen ins LED-Zeitalter ein
Die LED-Technologie für die Straßenbeleuchtung ist ein Beispiel für die Senkung des Energieverbrauchs in Wien. Es gibt das erklärte Ziel, dass Wien in die LED-Technik einsteigt. Wir werden die Anwendungen massiv ausweiten. Bis zum Saison-Beginn 2012 wird die Donauinsel mit energiesparenden LED-Leuchten ausgestattet sein, die nur mehr rund ein Drittel des Energiebedarfs haben wie die alten Kugelleuchten. Bis zum Ende der Legislaturperiode soll in Wien das gesamte untergeordnete Wegenetz mit LED beleuchtet werden.
Wir bauen die Energiesparberatung aus
Ein großes Potential liegt in den privaten Haushalten, zwischen 15 und 20 Prozent Energieersparnis sind pro Haushalt möglich und das bedeutet auch weniger Ausgaben. Wichtig ist aber, dass die WienerInnen direkt und unmittelbar über diese Möglichkeiten informiert werden, also zu Hause. Bis Herbst werden wir daher die Energieberatung massiv ausbauen. Als Investition in die Zukunft und zur Vermeidung von Energiearmut.
Die ersten Monate Rot-Grün können sich sehen lassen
In Wien stehen die wichtigen Fragen einer Stadt im 21. Jahrhundert im Mittelpunkt: Energie, Verkehr, Klimaschutz. Das sehen wir daran, worüber öffentlich diskutiert wird: Parkraumbewirtschaftung, Tempo 30, Radstraßen & Radverkehr, öffentlicher Verkehr, Ausbau der alternativen Energie und vieles mehr. Das Klima innerhalb der Koalition ist sehr konstruktiv. Es wird gearbeitet und Wien ist damit auch ein Leitbild in Sachen politischer Kultur in Österreich.
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