3.9.2010
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AKH: wir schalten das Kontrollamt ein
Laut Medien ist das Wiener AKH für Frühgeborene kein sicherer Ort, es gibt auch schwerwiegende Vorwürfe der Hebammen bezüglich der Geburtshilfe. Wir fordern eine lückenlose Aufklärung und schalten daher das Kontrollamt ein.
In der jüngsten Zeit mehren sich die Berichte von Missständen in den Abteilungen für Geburtshilfe und feto-maternale Medizin, sowie für Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin und Neuropädiatrie am Wiener AKH.
Am 24. Juni 2010 richteten 19 Hebammen ein anwaltliches Schreiben an den ärztlichen Direktor des AKH. Sie beklagten zahlreiche Gesetzesverstöße und orteten für manche der behandelten Patientinnen eine drohende Gefahr für Leib und Leben.
Die konkreten Vorwürfe der Hebammen
- Mangelhafte räumliche und technische Ausstattung, insbesondere für die ordnungsgemäße Versorgung von hoch infektiösen Patientinnen;
- Überbelag der Stationen auf den Ebenen 15 und 16;
- mangelnde personelle Ausstattung des Kreißsaalbereiches und fehlendes Personalmanagement, die Hebammen betreffend;
- Führungsschwäche und inadäquate Führung auf allen Hierarchiebenen, - insbesondere fehlende fachliche Kompetenz und praktische Erfahrung der den Kreißsaalhebammen vorgesetzten Personen;
- chronische Vakanz von Führungspositionen durch mehrere Jahre;
- chronische Überlastung der Hebammen durch Unterbesetzung im Kreißsaal;
- Repressionen und Druck durch Vorgesetzte; ungerechtfertigte negative Dienstbeurteilungen;
- Verstöße gegen das KA-AZG hinsichtlich der Dienstplaneinteilungen.
Das Projekt „Evaluierung der Arbeitsbedingungen der Hebammen“, das 2007 von der Assekuranz AG im Auftrag des ärztlichen Direktors im AKH durchgeführt worden war, hatte schon vor drei Jahren nahezu idente Probleme benannt. Wörtlich wird von Sicherheitsrisken durch fehlende Standards und Kommmunikationsschwierigkeiten mit Patientinnen durch mangelhafte Deutschkenntnisse eines Teils des Teams gesprochen.
Es wird empfohlen, eine neue formelle interne Leitung zu etablieren, eine Oberhebamme zu bestellen und das Hebammenteam dem Abteilungsvorstand zu unterstellen.
Die Neonatologie: kein sicherer Ort für Frühchen?
Am 1. September 2010 wurde im „Kurier“ ein anonymes Schreiben vorgestellt, in dem weitere Vorwürfe, diesmal die Abteilung für Neonatologie betreffend, erhoben werden. Es wird behauptet, dass Neugeborene wegen Bettenmangels in andere Spitäler transferiert werden müssen. Die gesundheitlichen Folgen wären für die betroffenen Kinder gravierend. Außerdem wäre die Personaldecke in der Abteilung zu dünn.
Wir schalten daher jetzt das Kontrollamt ein, hier das Prüfersuchen.
