12.7.2010
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Delogierung im Gemeindebau
1000 Mal pro Jahr delogiert Wiener Wohnen, mehr als 300 mal trifft es Babys, Kinder und minderjährige Jugendliche. Diese harte Vorgangsweise gegen Kinder muss rasch abgestellt werden.
Delogierung im Gemeindebau: Jeden Tag wird ein Kind delogiert
Die Kinderarmut in Wien wird zu einem immer größerem Problem. Bereits jetzt leben 3 von 10 Wiener Kindern in Haushalten, die auf Sozialhilfe angewiesen sind. 100.000 Kinder in Wien sind armutsgefährdet oder schon längst arm. Ganz unten angelangt sind Kinder, die sogar das Dach über dem Kopf verlieren. Kinder, die mit ihren Eltern delogiert werden.
In Wien finden pro Jahr 4000 Delogierungen statt. In den Wiener Gemeindebauten wird 1000 Mal pro Jahr delogiert. Pro Jahr werden 300 Kinder aus dem Gemeindebau delogiert. Im Kompetenzchaos der Wiener Stadtregierung – Wiener Wohnen (Ludwig), MAG ELF Amt für Jugend und Familie (Oxonitsch) und Soziales (Wehsely) - bleiben die Wiener Kinder auf der Strecke. Michael Häupl sieht zu, wie in seiner 15jährigen Amtszeit 5000 Kinder aus den Gemeindebauten delogiert werden. Kinderarmut ist Chefsache.
„Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag. Tag für Tag delogiert die Wiener SPÖ ein Kind aus dem Gemeindebau, nur am Sonntag werden die Minderjährigen geschont. 1000 Mal pro Jahr delogiert Wiener Wohnen, mehr als 300 mal trifft es Babys, Kinder und minderjährige Ju-gendliche. Diese harte Vorgangsweise gegen Kinder muss rasch abgestellt werden.“
David Ellensohn
Handeln ist angesagt
Wiener Wohnen muss ab sofort mehr Energie in die Delogierungsprävention stecken und dabei vor allem auf Kinder Rücksicht nehmen.
- Stoppt die Kinder-Delogierungen im Gemeindebau
- Ausbau der Delogierungsprävention
- Stadt-Aktionsplan zur Halbierung der Kinderarmut bis 2015 in Wien
- Bauen wir 10.000 neue Kleinwohnungen, um die Obdachlosigkeit zu bekämpfen
Der Wiener Gemeindebau muss Vorbild sein: Auch im Bereich der Prävention von Delogierungen. Und selbstverstädnlich sollen diese Regeln auch für den privaten Wohnungsmarkt gelten. Hier ist die Bundesregierung gefragt. In Wien kann die SPÖ aus dem Gemeindebau ein Vorbilds-Projekt in Bezug auf Delogierungsprävention machen, das ist es im Moment nicht.
Grüne Forderungen für Wien
- Stadt-Aktionsplan zur Halbierung der Kinderarmut bis 2015: Die SPÖ verschließt die Augen vor der Kinderarmut. Während in Österreich in den anderen Bundesländern 14 Prozent der Kinder armutsgefährdet sind, leben in Wien 24 Prozent der Kinder in armutsgefähr-deten oder längst armen Haushalten. 3 von 10 Kindern leben in Haushalten, die Sozailhilfe beziehen müssen, um über die Runden zu kommen. Alle sind sich einig, dass 6jährige Buben und 7jährige Mädchen nichts dafür können, dass ihre Eltern knapp bei Kassa sind. Helfen wir den Kindern, halbieren wir die Kinderarmut, wie die UNICEF das vorschlägt.
- Delogierungsverbot für Familien im Gemeindebau: Die Stadt Wien hat als Anbie-terin geförderter Wohnungen einen besonderen Auftrag für das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen zu sorgen. Hier braucht es direkte Delogierungsprävention durch ausgebildete SozialarbeiterInnen. Wenn eine Miete nicht bezahlt wird oder Konflikte in der Hausgemeinschaft auftreten, in die Kinder involviert sind, muss rasch gehandelt werden. Eine Delogierung stellt einen dramatischen Eingriff in das Leben junger Menschen dar.
- Schutz für Kinder und Jugendliche mit Behinderung: Für Kinder und Jugendliche mit Behinderung muss es die Möglichkeit geben, auch im Familienverband groß zu werden - wie andere Kinder auch. Sollte dies in einem bestimmten Umfeld zu allzu großen Konflikten führen, müssen alternative Lösungsmöglichkeiten - etwa andere Wohnungen oder bauliche Maßnahmen - gesucht werden. Eine Behinderung darf nicht zu Delogierung führen.
- Niemand darf in Wien obdachlos sein: In einer so reichen Stadt wie Wien darf niemand obdachlos sein. Gerade Menschen, die aus den EU-Nachbarländern zu uns ge-kommen sind, dürfen jetzt in der Sozialkrise nicht hängen gelassen werden. Der Ausschluss aus der Wiener Wohnungslosenhilfe ist gleichheitswidrig und muss behoben werden. Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht. Ganz besonders muss die Delogierungsprävention im Bereich der Gemeindebauten verbessert werden. Ein Frühwarnsystem, etwa mit aufsuchender sozialer Arbeit, wenn Mieten unbezahlt geblieben sind, ist absolut notwendig. Das ist sinnvoll für die MieterInnen, aber auch fürs Budget der Stadt Wien, denn jede Delogierung erzeugt ein Vielfaches an Kosten.
- Zehntausend neue Kleinwohnungen in 5 Jahren: In Wien fehlt leistbarer Wohnraum. Klein aber fein und vor allem günstig sollen sie sein: Über das Stadtgebiet verteilt sollen gut ausgestattete Kleinwohnungen in nach ökologischen Gesichtspunkten sanierten Häusern entstehen, die Menschen mit wenig Geld offen stehen. Ausgestattet mit Küche, Bad und einem Wohn-/Schlafraum sowie Internet sind auch die Energiekosten leistbar. Die Waschküche und ein kleiner Gemeinschaftsbereich sorgen für Kommunikation. Kaution muss keine hinterlegt werden, die Monatsmiete beträgt maximal 200 Euro. Diese zehntausend Kleinwohnungen stehen unbürokratisch zur Verfügung und wirken sich positiv auf den Immobilienmarkt aus.
