9.7.2010
(1 Kommentare)

Wien braucht eine Umweltzone

Innerhalb des Gürtels und auch im 2. und 20. Bezirk muss was geschehen: die Feinstaubbelastung ist dort unzumutbar. Feinstaubschleudern müssen draussen bleiben.

Wien ist österreichweit Spitzenreiter bei der Feinstaubbelastung

Bereits Ende März wurden die Feinstaubgrenzwerte in Wien öfter überschritten im ganzen Jahr 2009. Heuer wird Wien den unrühmlichen Spitzenplatz der höchsten österreichischen Feinstaubbelastung einnehmen und nicht Graz. Die Folge: steigende Atemwegserkrankungen, vor allem bei Kindern.

Grund für die schlechte Luftsituation in Wien sind fehlende wirksame Maßnahmen, vor allem im Verkehrsbereich. In der Steiermark wurden unter SPÖ-Landesrat Wegscheider Feinstaubmaßnahmen auch im Verkehrsbereich gesetzt, eine Umweltzone in und um Graz steht vor der Einführung. In Wien steht die SPÖ mehr auf Seite der Autofahrerclubs, die sich gegen die Einführung von Umweltzonen wehren. Passiert ist nicht viel.

Wie Umweltzonen funktionieren

Das Konzept der Umweltzonen bzw. LEZ (Low Emission Zones) sieht eine Beschränkung der Einfahrt von LKW und PKW in die Umweltzonen vor, abhängig von ihrem Schadstoff-Ausstoß. Das heißt, Fahrzeuge mit einem hohen Schadstoffausstoß sind in den Umweltzonen verboten bzw. dürfen an Tagen mit hoher Luftbelastung in den Umweltzonen nicht fahren. Umweltzonen werden von vielen ExpertInnen als wirkungsvolles Instrument beurteilt, um die Luftverschmutzung in Städten und Ballungsräumen zu reduzieren. Der Verkehr wird durch Umweltzonen (im Gensatz zum Instrument der City Maut) nicht verringert, doch Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß werden aus den besonders belasteten Stadtzentren ferngehalten, mittelfristig findet eine Flottenumstellung hin zu schadstoffärmeren Fahrzeugen statt.

Durch die Novelle des IG-Luft vom Juni 2010 ist die Einführung von Umweltzonen in Wien möglich. Fahrzeuge bekommen beim jährlichen Pickerl entsprechend ihrer Abgasklasse (Euro 1, Euro 2, etc.) eine Plakette. Je nach Plakette ist dann die Einfahrt in die Umweltzone erlaubt oder nicht erlaubt.

Wien braucht eine Umweltzone!

Wien braucht eine Umweltzone!
1:53 Minuten
Maria Vassilakou und Rüdiger Maresch erklären, was eine Umweltzone für Wien bringt.


» YouTube
Umweltzone grafisch erklärt

Es reicht! Wir wollen eine spürbare Entlastung für Wiens Kinder

Wir wollen die hohe Feinstaubbelastung, die es vor allem innerstädtisch gibt, merkbar senken. Die Umweltzone sollte zumindest das Gebiet innerhalb des Gürtels sowie den 2. und 20. Bezirk umfassen. Die am stärksten belasteten Luftmessstellen in Wien (Belgradplatz, Rinnböckstraße, Taborstraße, Gaudenzdorf) würden damit innerhalb oder knapp außerhalb der Zone liegen.

Wenn die legistischen und organisatorischen Grundlagen geschaffen sind, kann eine Umweltzone ab dem 1. Juli 2011 in Kraft treten und das gesamte Jahr gelten. Die Fahrverbote sollen dabei, analog der geplanten Regelung in Graz festgelegt werden. Das heißt, es gelten in der Umweltzone Fahrverbote für alle Benzin-KFZ ohne geregelten Katalysator und für alle Diesel-KFZ bis inklusive EURO 2; ab dem zweiten Jahr auch für Diesel EURO 3 ohne Nachrüstfilter. Unter das Fahrverbot fallen keine Benzin-KFZ mit Katalysator und keine Diesel-KFZ der Klassen EURO 4 und EURO 3 mit Nachrüstfilter.

Wo es Umweltzonen jetzt schon gibt

Innerhalb der EU gibt es Umweltzonen in Tschechien, Dänemark, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien. Die Meisten gibt es in Deutschland. Einen Überblick gibt es hier.

Was Umweltzonen bewirken

Evaluierungen der Umweltzonen zeigen, dass die Luftqualität nennenswert verbessert wird. In Berlin haben die Dieselrußemissionen des Verkehrs um 24 Prozent und die Stickoxid-Emissionen des Verkehrs um 14 Prozent abgenommen. Verlagerungen der Emissionen nach außerhalb der Umweltzonen finden nicht statt, das heisst es kommt zu einer echten Verbesserung und nicht zu einer Verlagerung.

 

Story weiterempfehlen: Share |

Kommentare

Leider ist derzeit die Login und Registrierungsfunktion außer Betrieb.

 

 

(Namenlos) (via gruene.at) 26.7.2010

In der Stadt sollte man nur dann mit dem Auto fahren, wenn es wirklich nicht anders geht. Z.B Lieferantenten, Handwerker mit schwerem Werkzeug, usw. Da sind die Schadstoffe nur ein Argumen. Es leidet ganz allgemein die Lebesqualität. Wien war einmal Vorreiter bei den Fußgängerzonen, aber in den letzten 20 Jahren zu feig um weiter zu gehen.