28.5.2010
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Armut bekämpfen – Sozial aus Überzeugung
Armut hat in Wien ein alarmierendes Ausmaß erreicht. Darum fordern wir: Raus aus der Armut.
Schon beinahe ein Viertel aller Kinder leben in Familien, die von Armut bedroht sind. Grund dafür sind steigende Lebenshaltungskosten, während die Löhne gleich bleiben oder sogar sinken. Verschärft wird die Situation durch die Folgen der Wirtschaftskrise und die steigende Arbeitslosigkeit. 100.000 Menschen sind in Wien bereits ohne Arbeit. Wir fordern im Rahmen des Gemeinderats ein Aktionspaket gegen Armut.
Schluss mit Hungerlöhnen – 1.500 Euro Mindestlohn
Tausende Menschen in Wien arbeiten, können aber von ihrem Lohn nicht mehr leben. Sie sind auf Sozialhilfe angewiesen. Unfreiwillige Teilzeit, freie Dienstverträge ohne ausreichende Absicherung oder Urlaubsanspruch stellen die Arbeitsrealität vieler Menschen dar. Wir wollen sicher stellen, dass die Menschen wieder von ihrer Arbeit leben können. Wer arbeitet, soll so viel verdienen, dass damit ein gutes Auskommen möglich ist. Die Stadt Wien muss hier mit gutem Beispiel voran gehen und im eigenen Wirkungsbereich einen Mindestlohn von 1.500 Euro pro Monat einführen.
Leistbare Mieten für alle
Die Mieten in Wien steigen seit Jahren rapide an, Wohnen wird immer teurer. Im Altbau sind die Mieten jetzt um 3,8 Prozent angehoben worden. Fast die Hälfte aller Wiener Familien geben bereits 50 Prozent ihres Einkommens allein für Wohnkosten aus.
Wer heute eine Wohnung sucht, ist zusätzlich durch hohe Maklerprovisionen belastet. Für die Vermittlung einer Wohnung müssen MieterInnen in Wien so tief in die Geldbörse greifen wie nirgendwo sonst in Europa. Wohnraum ist aber ein Grundrecht und kein Spekulationsobjekt.
Wir fordern leistbare Mieten für alle, damit Wien lebendig bleibt und der Wohnraum auch in den Innenbezirke für Familien und NormalverdienerInnen erschwinglich bleibt. Die Provisionen für MaklerInnen müssen gesenkt werden. Die Stadt Wien soll eine eigene Wohnungsvermittlung in Leben rufen, damit der Wohnungswechsel nicht durch die Maklergebühren unmöglich gemacht wird.
Raus aus der Armut: 950 Euro pro Monat Minimum für alle
Wer weniger als 950 Euro pro Monat zur Verfügung hat, gilt in Österreich als arm. Deshalb fordern wir eine Grundsicherung in dieser Höhe. Alles andere kann Armut nicht wirklich bekämpfen. Wir kämpfen mit der Grundsicherung dafür, dass die Menschen auch im Alter oder bei Arbeitslosigkeit ein gutes Leben führen können und nicht allein gelassen werden.
50 Millionen Euro gegen Kinderarmut
100.000 Kinder und Jugendliche in Wien leben in Familien, die von Armut bedroht sind. Diese Kinder können sich vielfach schulische Aktivitäten wie Skikurse oder Projekttage nicht mehr leisten, ganz zu schweigen von Nachhilfe bei schlechten schulischen Leistungen. Diese Kinder geraten durch die finanzielle Not ihrer Eltern immer weiter ins Abseits. Wir nehmen Kinderarmut ernst. Wir werden nicht locker lassen, damit alle Wiener Kinder eine faire Chance auf eine gute Zukunft haben.

