19.4.2010
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100 000 Kinder in Wien akut von Armut betroffen

Wir haben heute im Landtag die Kinderarmut in Wien zum Thema gemacht und fordern die Anhebung der Kindersozialhilfe und eine Kinderaktiv-Card.

In Wien ist die Armutsgefährdung von Kindern um 70 Prozent höher als in den Bundesländern. Die Kinderarmut hat sich seit 2005 verdoppelt. Dies ist in höchstem Grade alarmierend. Jedes vierte
Kind in Wien ist damit akut von Armut bedroht. Wien als eine der reichsten Städte der Welt verspielt damit die Zukunft vieler WienerInnen. Die Wiener SPÖ muss endlich aufwachen und aktiv gegen Kinderarmut vorgehen.

Wir haben deshalb in der heutigen Landtagssitzung eine Aktuelle Stunde zum Thema "Drama Kinderarmut: 100 000 Wiener Kinder leben in Armut" einberufen. Die Folgen einer Kindheit in Armut sind durch Studien hinlänglich belegt: gehäuftes Auftreten von Kopfschmerzen, Asthma, Nervosität und Schlafstörungen sind typische körperliche Symptome. Zusätzlich mindert die soziale Ausgrenzung durch Mangel an Geld für Freizeit und Bildung die Zukunftschancen vieler Kinder. 

Mehr Sozialhilfe und Kinderaktivcard

Konkret fordern wir die Erhöhung des Richtsatzes in der Sozialhilfe für Kinder. Derzeit stehen einem Kind 137 Euro zu, mindestens 285 sind jedoch notwendig, um Armut zu vermeiden. Es ist erschütternd, wenn Kinder und Jugendliche in beengten Verhältnissen wohnen, zu wenig Platz zum Spielen oder für Hausaufgaben haben. Besonders trifft es aber wenn aus Scham keine Einladungen möglich sind. Andere wichtige Angebote wie das Lernen eines Instruments oder im Sportverein dabei zu sein, sind nicht leistbar: Hier braucht es konkrete Angebote in Form einer geförderten Kinderaktivcard, die die Teilnahme an Sport- Kultur- und anderen Freizeitaktivitäten ermöglicht. Das Motto des Europäischen Jahrs zur Bekämpfung der Armut und sozialen Exklusion darf keine keine leere Worthülse bleiben.

Über die Ursachen der hohen Kinderarmut gerade in Wien, ist leider wenig bekannt. Die langjährige Forderung von uns einen Wiener Armuts- und Reichtumsbericht vorzulegen, sind an der regierenden Sozialdemokratie abgeperlt. Nunmehr werden wir einen eigenen Armutsbericht vorlegen.

 

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