16.3.2010
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Die Lobau-Autobahn-Brücke zerstört den Nationalpark Donauauen

Das Infrastruktur-Ministerium hat offenbar doch nicht genug Geld für eine Untertunnelung des Nationalparks und will nun wieder eine Brücke bauen. Eine Katastrophe!

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Das Infrastruktur-Ministerium holt offenbar aus Geldmangel die Uralt-Version einer Brücke über die Donau wieder aus der Versenkung. Diese Variante, die bereits vor 2005 diskutiert wurde, ist damals aus guten Gründen verworfen worden. Der Tunnel, den wir zwar aus anderen Gründen auch ablehnen, würde weit unter dem Grundwasserspiegel gebaut werden. Die Brücke nicht.

Warum die Brücke eine Katastrophe ist

  • Die Brücke hätte zur Folge, dass die Autobahn den Grundwasserhorizont im Nationalpark zumindest einmal durchstoßen muss, und zwar dort, wo sie beim Ölhafen in den Untergrund verschwindet. Niemand kann garantieren, dass dabei keine Ölaltlasten mobilisiert oder Bombenblindgänger hochgehen.
  • Eine Brücke über die Donau zerstört überdies wertvolle "Natura-2000-Gebiete" in Simmering, und zwar entweder die Mannswörther Au oder das "Blaue Wasser".
  • Und die Donau ist zudem eine wichtige Strecke für den Vogelflug. Durch die Brücke wird ein wichtiger Teil des Lebensraums für die Vögel im Nationalpark zerstört.
  • Von der Lärmentwicklung des Autoverkehrs auf der Brücke ganz zu schweigen: sie wäre eine unzumutbare Belastung für die Tiere im Nationalpark.

Baukosten explodieren

Weiters bestätigen die heutigen Medienberichte auch, dass die Asfinag die Milliarde Euro Baukosten für die geplante A23-Verlängerung von Hirschstetten nach Raasdorf ("Spange Flugfeld Aspern") sicher nicht zur Gänze übernehmen wird und sich daher auch die Stadt Wien finanziell beteiligen müsste. Viel sinnvoller und billiger für Wien wäre es, die Umfahrungsstraße B3d von Hirschstetten nach Großenzersdorf selbst zu bauen. Wir haben dies schon mehrfach gefordert - hier noch mal unser Vorschlag dazu zum Nachlesen. Laut einer aktuellen Studie kostet diese Umfahrungsstraße von Hirschstetten, Aspern und Eßling nur 60 Mio. Euro und würde diesen bereits jetzt vom Pendlerverkehr stark betroffenen Ortsteilen in der Donaustadt viel früher eine massive Verkehrsreduktion bringen.

Sinnvolle Verkehrspolitik sieht anders aus

Bürgermeister Häupl muss auch beim Straßenbau die Sparzwänge des Budgets zur Kenntnis nehmen und endlich sinnvolle und effizientere Verkehrslösungen für die Donaustadt zulassen, anstatt stur auf Autobahnausbauten zu beharren, die weder verkehrspolitisch sinnvoll noch finanzierbar sind. Parallel dazu muss Bürgermeister Häupl die geplanten Verschlechterungen auf der S80 (Schließung der Stationen Lobau und Hausfeldstraße) durch die ÖBB verhindern und vielmehr eine Taktverdichtung auf der S80 erreichen. Denn der Vorrang des Öffentlichen Verkehrs darf kein Lippenbekenntnis bleiben.

 

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