8.3.2010
(1 Kommentare)

99 Jahre Frauentag - Mehr Stacheln für Frauenpolitik

In Sachen Gleichstellung von Frauen muss es endlich wieder vorwärts gehen.

Frauentag 2010

Frauentag 2010
Wir haben heute auf der Mariahilferstraße Kakteen verschenkt. Die Kakteen sollen daran erinnern, dass der Kampf um Frauenrechte ein dorniger Weg war und ist und den Frauen Mut machen, mehr Stacheln zu zeigen.


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Aktuell ist das Gegenteil der Fall: Österreich gehört bei Gleichstellung zu den Schlusslichtern in Europa. Die Einkommensschere ist so groß wie 1980, noch immer gibt es keine Rektorin an Österreichs Universitäten, die politische und wirtschaftliche Elite ist fest in Männerhand, Teilzeitarbeit ist weiblich, wie auch der gesamte schlecht oder unbezahlte Bereich der Pflege- und Versorgungsarbeit.

Schieflage nimmt weiter zu

Auch in Wien nimmt die Schieflage zwischen Frauen und Männern zu. Im Magistrat sind Frauen in Spitzenfunktionen rar, Aufsichtsräte mit Männern besetzt, der Einkommensnachteil von vollzeitbeschäftigten
Frauen liegt bei 15%. Frauenpolitik ist im Budget völlig unterdotiert, Gender Budgeting das Papier nicht wert auf dem es steht. Die Stadtpolitik schreibt strukturelle Ungleichheiten zwischen Frauen und Männer fort. Eigene Handlungs- und Gestaltungsspielräume werden kaum genützt.

Geht es nach uns, sollen öffentliche Gelder nur an Firmen und Organisationen gehen, die aktive Gleichstellung betreiben. Gendersensible Kindergarten- und Schulpädagogik soll flächendeckend praktiziert werden und darf nicht an einzelnen engagierten Personen hängen bleiben. Für Mädchen soll das Angebot an experimentellen Werkstätten und Freiräumen ausgebaut werden und mit einem Frauenkonjunkturpaket die Einkommens- und Beschäftigungssituation von Frauen verbessert werden.

Wien könnte schon viel weiter sein

Wichtig ist auch, dass in Sache Quote endlich etwas weitergeht. Die Stadt könnte sich selbst zu einer Quotenpolitik verpflichten. Einkommenstransparenz sowie "Papamonat" könnten in Wien schon längst
verwirklicht sein. Die Versäumnisse der SPÖ-Stadtregierung gehen auf Kosten der Frauen. Imagekampagnen und Werbeschmähs sollen davon ablenken, dass den Frauen immer weniger im Börserl bleibt und die Frauenarmut in dieser Stadt wächst. Es ist eine Schande, dass wir heute 99 Jahre nach dem ersten Frauentag noch immer für die gleichen Ziele kämpfen müssen.

Mehr Stacheln für Frauenpolitik!

Mehr Stacheln für Frauenpolitik!
1:55 Minuten
Hier das Video von unserer Aktion in der Mariahilferstraße.


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Kommentare

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(Namenlos) (via gruene.at) 21.3.2010

Sehr geehrte Frau Vana, gegen wen kämpfen Sie? Da Sie das Wort "Gleichstellung" verwenden, klingt das für mich so, als würden Frauen ungleich behandelt, also benachteiligt. Dafür sind Sie mir jedoch in Ihrem Artikel einen Beweis schuldig geblieben. Allein die Tatsache, dass in einem Bereich der Frauen-Anteil < 50% ist, ist noch kein Beweis für Ungleichbehandlung. Sonst müsste das auch für allein erziehende Männer gelten, deren Anteil nur 15% beträgt. Deswegen sind auch Quoten eine zweischneidige Sache. Wenn man einen Mindestsatz von x % Frauen in Aufsichtsräten etc. einführt, dann muss man - wenn man konsequent ist - auch einen Mindestsatz von x % bei den Alleinerziehern einführen. Was ich damit sagen will: Es könnte auch noch andere Gründe geben, warum der Prozentsatz < 50% ist. Die wahren Gründe sind natürlich schwer nachzuweisen. Umso gewagter ist es jedoch, hier "für Gleichstellung zu kämpfen". Ich bin absolut für Frauenförderung (nur sollte man sie auch so nennen und nicht "Gleichstellung"). Gruß, Mario Sedlak