24.9.2009
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Licht ins Dunkel des Sigmund Freud Museums

Im Sigmund Freud Museum scheint einiges falsch zu laufen. Wir haben bei der Stadt Wien nachgefragt.

"Wie eine Institution ruiniert wird" titelt der Kommentar des - zu seinen Lebzeiten international renommierterten und geehrten - Psychoanalytikers Paul Parin zur wissenschaftlichen und arbeitsrechtlichen Situation im Sigmund Freud Museum. Einer jener Artikel, der uns veranlasste, die als unerfreulich geschilderte Situation im Sigmund Freud Museum genauer unter die Lupe zu nehmen. Von einem schlechten Betriebklima, einer repressiven Arbeitssituation, der fehlenden wissenschaftlichen und betriebswirtschaftichen Kompetenz der Geschäftsführerin, aber auch von der Verflechtung der Organe der Sigmund Freud Privatstiftung wurde berichtet. Die geschilderte Situation im Sigmund Freud Museum wurde auch schon medial thematisiert, ein Grund mehr für uns in großer Sorge zu sein. Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir bei der Stadt Wien nachgefragt. Bedauerlicherweise wurde unsere schriftliche Anfrage von den zuständigen StadträtInnen jedoch völlig unbefriedigend beantwortet. Mit unkonkreten Antworten auf unsere sehr konkreten Fragen läßt man uns weiter im Ungewissen. Ein Grund mehr, um mit unseren Fragen zu den Vorwürfen an die Öffentlichkeit zu treten.

Hauptkritikpunkte an der Situation im Sigmund Freud Museum:

1. Nicht wahrgenommene Kontrollmöglichkeit von Seiten der Stadt Wien: kein Aufsichtsratsmitglied im Interesse der Stadt Wien in der Sigmund Freud Privatstiftung sitzt. 2. Schlechtes Betriebsklima: zahlreiche MitarbeiterInnen kündigten aufgrund des repressiven Arbeitsklimas 3. Aufwendungen für die Geschäftsleitung sind unverhältnismäßig hoch: wie bereits 2003 im Kontrollamtsbericht kritisiert, unverändert hohe Bezüge der Geschäftsleitung. Das Kontrollamt der Stadt Wien prüfte die Jahre 1996-2003 und stellte u.a. fest, dass die Ausgaben der Sigmund Freud Gesellschaft von 1996 auf 1997 aufgrund der Aufwendungen für die Geschäftsleitung unverhältnismäßig gestiegen sind. 4. Verträge im Alleingang: Das Zustandekommen der Verträge der leitenden Vorstandsmitglieder wurde – ohne weitere Kontrollmöglichkeiten - im Alleingang vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates bestimmt. Zudem wurde der Stiftungsvorstand 2003 auf 10 Jahre (!) bestellt und kann sich – ohne organschaftliche Kontrolle – um weitere drei Jahre selbst (!) verlängern. Nach diesen drei Jahren hat der Stiftungsvorstand nochmals das Recht die Funktionsperiode – unter Zustimmung des Aufsichtsrates – um weitere drei Jahre zu verlängern. Die Ausgaben für die Geschäftsführung sind im Verhältnis zur Entlohnung der MitarbeiterInnen unverhältnismäßig hoch, die Vorstandsvorsitzende entlohnt sich mit einem mehr als fürstlichen Salär.Paul Parin

 

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