27.2.2009
(1 Kommentare)

Vergessene Gemeindebauten: Czerninplatz Nummer 7

Folgt nun die längst überfällige Sanierung nach jahrelang gebrochenen Versprechen von Wiener Wohnen?

Vergessene Gemeindebauten: Czerninplatz Nummer 7

Vergessene Gemeindebauten: Czerninplatz Nummer 7
Hier die Fotos und Wärmebildaufnahmen vom Gemeindebau Czerninplatz.


» flickr

Der Gemeindebau am Czerninplatz 7 in der Leopoldstadt liegt sehr zentral zwischen U1 Nestroyplatz und Donaukanal. Erbaut wurde der Hof mit fünf Stiegen und gut 100 Wohnungen in den Jahren 1963/64, laut Auskunft von BewohnerInnen erfolgte seither noch keine umfassende Renovierung. Dieser Umstand ist auch mit freiem Auge leicht erkennbar: In vielen Wohnungen sind noch die originalen Holzfenster eingebaut, am Sockel bröckelt der Putz ab, die Balkone weisen sichtbare Schäden auf. Unser Besuch mit der Wärmebildkamera an einem windigen Nachmittag mit Temperaturen rund um den Gefrierpunkt hat das erwartete Ergebnis erbracht. Das Haus ist nicht gedämmt, es steht wie ein Heizkörper im öffentlichen Raum. Die BewohnerInnen heizen mehr oder weniger für die Straße. Dabei zahlen die MieterInnen seit zwei Jahren einen erhöhten Mietzins für die anstehende Sanierung, die Mietzinsreserven der Vergangenheit wurden offensichtlich – wie so oft bei Wiener Wohnen – für kleine Reparaturen aufgebraucht.

"Der Verputz fällt runter, Wände haben Sprünge"

Ein Mieter berichtet: "Manche Fenster fallen fast raus, der Verputz fällt runter, Wände haben Sprünge. Anfang letzten Jahres hat man uns versprochen, dass die Sanierung zu 100% im März 2008 beginnen wird. Nichts ist passiert. Und dann: Vielleicht gibt’s im Herbst 2008 neue Fenster – und schauen Sie, im Februar 2009 ist immer noch nichts passiert." Bei mir und den Wiener Grünen melden sich immer mehr GemeindemieterInnen mit diesen Problemen. Jahrzehntelang passieren keine vernünftigen Renovierungen, die Gebäude sind in einem schlechten Zustand, anstehende und versprochene Sanierungen werden aus unerfindlichen Gründen verschleppt, Geld ist keines da. Die von SP-Wohnbaustadtrat Ludwig eben versprochene Sanierungsoffensive für Gemeindebauten mit 11 Mio. € zusätzlich ist wirklich nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Ein paar Stunden nach unseren Aufnahmen mit der Wärmebildkamera und Gesprächen mit MieterInnen im Czerninplatz 7 reagierte die Bezirks-SPÖ. In einem Aushang im Haus verspricht sie den überfälligen Fenstertausch für März 2009. Die Arbeiten sollten also in den kommenden Wochen durchgeführt werden. Ich werde ein Auge darauf haben, ob auch dieses Versprechen wieder gebrochen wird.

 

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Kommentare

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(Namenlos) (via gruene.at) 28.2.2009

Das ist tatsächlich eine Katastrophe. Wr. Wohnen könnte so viel Personalkosten einsparen: Das gesamte CallCenter ist sowas von unnütz. Wenn man nämlich etwaige Baumängel meldet, hebt dort wer ab, schreibts in den PC, nach einem halben MOnat ruft erst wer zurück, und meint: Es ist alles nach Norm. Punkt. Vor allem ist es wirklich nicht notwendig, dass eine Hausverwaltung rund um die Uhr erreichbar ist. Da wäre es wesentlich sinnvoller, das eingesparte Geld für das Renovieren zu verwenden.